Riechen statt schmecken

Air Up: Die Geruchsflasche im Praxistest

Eine Flasche, die durch Geruch Geschmack vorgaukelt, geht gerade durch die Decke. Zurecht? Wir haben den Praxistest gemacht.

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Air Up

Air Up verspricht den vollen Genuss bei null Kalorien – klappt das?

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Nicht jeder schafft es, Geruch und Geschmack beim Trinken aus der Air Up-Flasche so zusammenzuführen, dass ein tolles Trinkerlebnis dabei herauskommt. Kurz gesagt: Das Air Up-Prinzip „klappt“ nicht bei jedem Nutzer. Immerhin sind die mitgelieferten Aroma-Pods aus natürlichen Aromen hergestellt und riechen noch vergleichsweise angenehm. Die Flasche hingegen ist eine ziemliche Enttäuschung: Nicht nur war sie im Test nach kurzer Zeit undicht und lief aus, der Plastikgeschmack trübt den ersten Eindruck enorm. Zumal es in Zeiten von weit verbreiteten Edelstahlflaschen auch gar nicht nötig ist, eine Kunststoffflasche anzubieten. Die – auch das ein negativer Punkt im Fazit – durch den überflüssigen Strohhalm auch unnötig schwer zu reinigen ist.

Pro

  • Aromen nicht allzu künstlich
  • Optisch ansprechende Flasche

Kontra

  • Geruch oft zu intensiv
  • Flasche im Test nach kurzer Zeit undicht
  • Flasche schmeckt nach Plastik
  • Unnötig kompliziertes Verschlusssystem
  • Aromen verbreiten sich in Räumen penetrant

Air Up Starter Set

Viele Menschen haben ein großes Problem damit, Wasser zu trinken. Es ist zwar unglaublich gesund und wir Deutschen trinken davon viel zu wenig, was wahrscheinlich daran liegt, dass es schmeckt, wie es schmeckt – nämlich nach gar nichts. Viel lieber greift man zu einem süßen Getränk, das belebend wirkt und irgendwie kickt, als zu langweiligem Leitungswasser. Cola, Saftschorlen, Milchmixgetränke – egal, Hauptsache, es hat Geschmack. Man könnte das Problem zwar mit einer Scheibe Zitrone und paar Eiswürfeln in der Trinkflasche lösen, aber das wäre wohl zu einfach. Das Startup Air Up hat sich deshalb den Wunsch nach Süßkram zunutze gemacht und eine ganz besondere Trinkflasche erfunden, die zur Zeit große Erfolge feiert.

Air Up

Verschiedene Duft-Pods sind im Starterset enthalten.

Air Up: Die duftende Trinkflasche

Die Air Up-Flasche kommt mit sogenannten Duft-Pods, kleinen, stark duftenden Aufsätzen, die direkt über dem Trinkauslass der Flasche angebracht werden. Verschiedene Duftvarianten sollen verschiedene Vorlieben bedienen: Von Apfel über Limette gibt es diverse Geschmacksrichtungen. Nimmt der Benutzer nun einen Schluck aus der Flasche, atmet er ganz automatisch den Duft des direkt vor der Nase befindlichen Pods ein – das Gehirn denkt nun, dass das Wasser im Mund danach schmeckt. Eine sehr schlaue Idee, die bedingt auch gut funktioniert: Da wir ohne Geruchssinn so gut wie gar nichts schmecken, liefert die Nase uns die meisten Eindrücke beim Schmecken von Speisen und Getränken. Es ist also wirklich so, dass Air Up durch gleichzeitiges Riechen und Trinken den Eindruck vermittelt, das Wasser in der Flasche hätte einen Geschmack.

Air Up

Die Flasche ist aus Kunstoff – mit einem Strohhalm, der die Reinigung unnötig erschwert.

Air Up: Im Praxistest mit einigen Schwächen

Nicht jeder Nutzer ist mit dem Prinzip zufrieden, denn die Duft-Pods riechen – besonders kurz nach dem Auspacken – schon recht stark. Das Wasser hat nun also nicht nur eine leichte Note, sondern der Duft zieht beim Trinken stechend in die Nase. Zugegeben: Das legt sich nach einer Weile, wenn der Pod etwas an Intensität verliert. Dennoch: Die Gerüche sind sehr stark, manch einer fühlt sich womöglich an Reinigungsmittel oder Klosteine erinnert. Immerhin lässt sich ein Pod auch „deaktivieren“, das bedeutet, man schiebt ihn am Trinkauslass weit nach unten. So soll laut Hersteller der Duft nicht mehr den Geschmack beeinflussen. Das klappt im Praxistest nicht: Der Duft ist lediglich abgeschwächt. Für den einen oder anderen ist es so aber deutlich angenehmer. Trotzdem bleibt – im wahrsten Sinne – ein fader Beigeschmack: Die Air Up-Flasche verströmt selbst, besonders kurz nach dem Auspacken, einen intensiven Plastikgeschmack und -Geruch. Dieser legt sich zwar langsam, wieso das Unternehmen aber nicht gleich auf ein anderes und edleres Material wie etwa Edelstahl setzt, bleibt unklar. Dazu kommt, dass das Verschlusssystem der Flasche alles andere als ausgereift ist. Im eKitchen-Test ließ sich die Air Up-Flasche bereits nach einer Woche Verwendung nicht mehr richtig schließen und war undicht. Die Reinigung des Strohhalms ist ebenfalls umständlich, einige Teile dürfen nicht in den Geschirrspüler und statt mit dichtem Schraubverschluss arbeitet der Hersteller mit Gummidichtungen, die nur zugedrückt werden.

Air Up: Verfügbarkeit und Preis

Das Air Up-Starterset gibt es für rund 30 Euro bei verschiedenen Anbietern und in vielen Filialen von Edeka und Rewe. Im Startersets sind bereits fünf Duft-Pods enthalten, weitere können im Online-Shop nachbestellt oder in den Supermarkt-Filialen gekauft werden. Die Pods sollen für bis zu fünf Liter Wasser reichen – im Praxistest waren es sogar mehr, je nachdem, wie stark das Aroma beim Trinken sein soll. Gegen „Ende“ des Pods war es für die Tester bei eKitchen sogar deutlich angenehmer als kurz nach dem Öffnen. Wer will, kann die Flasche also locker bis zu zehnmal neu befüllen und einen einzigen Pod benutzen.

Air Up Starter Set

Linda Schult

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.