Gar oder nicht gar?

Das Bluetooth-Thermometer Meat°it von Mastrad im Test

Was ist die optimale Kerntemperatur für welchen Geschmack und wann ist sie erreicht? Diese Fragen haben sich schon viele Generationen in der Küche und am Grill gestellt. Das Bluetooth-Grillthermometer Meat°it von Mastrad nebst passender App verspricht eine genaue Antwort. So präsentiert es sich im Test.

Datum:
Meat°it von Mastrad

Das Bluetooth-Bratenthermometer Meat°it schickt Istwerte und die Garzeit an smarte Geräte.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Heißes Teil! Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, deren Ursache sich nicht klären ließ, hat der Meat°it von Mastrad seinen Job sehr gut erledigt. Ohne Kabelgewirr und Extragerätschaften hat er zuverlässig angezeigt und gemeldet. Das Laden und Aktivieren ist einfach, die Spitze ist spitz genug für einfaches Einbringen in das Gargut. Dort steckt die Sonde fest und sicher. Die sehr neugierige App ist übersichtlich und einfach zu bedienen, der Programmumfang ok und die Infos zu den verschiedenen Garzuständen insbesondere für etwas weniger versierte Nutzer hilfreich.

Pro

  • Einfach zu bedienen
  • Handlich
  • Temperaturangabe sehr genau

Kontra

  • App fordert zahlreiche Berechtigungen
  • Bluetooth-Verbindung klappt nicht auf allen Geräten zuverlässig

Mastrad Meat°it

Wann sind Keule, Huhn, Braten oder Steak eigentlich gar? Und was heißt das genau? Rare, medium oder well done? Analoge Bratenthermometer mit runder Anzeige geben zwar schon seit Jahrzehnten Antworten auf diese Fragen, deren Ablesen funktioniert aber oft genug nur unter Verrenkungen und geht häufig mit Verbrennungen an Handrücken und Fingern einher. Und auch kabelgebundene Lösungen mit Sensor, Sender und Empfängerteil sind immer noch umständlich. Mit dem Bluetooth-Braten- und Grillthermometer Meat°it von Mastrad (UVP 89 Euro) hingegen soll kabelloser Komfort am Grill und in der Küche Einzug halten. Die Infos gibt es dann bequem aufs Smartphone oder Tablet.

Grillthermometer Meat°it im Test: Funktionen

In dem elf Zentimeter langen und etwa sechs Millimeter dicken Edelstahlstift mit Keramikkappe steckt des Rätsels Lösung: Ab der Spitze bis ungefähr zur halben Stiftlänge befindet sich der Messsensor für die Kerntemperatur des Gargutes, dann folgt die Elektronik mit Akku und in der Kappe wiederum steckt ein weiterer Temperatur-Sensor, mit dessen Hilfe die Restgardauer ermittelt wird und der vor Überhitzung warnt. Eine USB-Ladestation, das sogenannte Nest mit Magnet-Wandhalterung, fungiert zudem als magnetischer Aktivierungsschalter für die Sonde und als Halterung für den Extraktor, ein Greifhaken zur sicheren Entfernung der heißen Sonde aus dem Gargut. Eine Vollladung soll für 24 Stunden genügen, die Reichweite des Bluetoothsenders ist mit 5 bis 25 Meter (je nach Einsatzort und Entfernung) angegeben.
Mastrad_Meat_it_Aufbau

So sieht das Bluetooth-Braten- und Grillthermometer Meat°it von Mastrad im Detail aus.

Über eine Bluetooth 5.0-Verbindung schickt die Sonde ihre ermittelten Informationen (aktuelle Kerntemperatur, abgelaufene Zeit und Restzeit, Garkontrolle) an das Smartphone oder das Tablet. Die Meat°it-App ist kostenlos und sowohl im Google Play Store, als auch im App Store erhältlich. In der übersichtlich gestalteten und einfach zu bedienenden App sind verschiedene Garstufen für Rind, Lamm, Kalb, Schwein, Huhn, Truthahn, Ente und Fisch hinterlegt. Außerdem lässt sich die Sonde frei programmieren. In der App (mit Anbindung an Social Media inklusive Fotos) lassen sich auch mehrere Sonden gleichzeitig darstellen und Prozesse speichern. Kurz vor Erreichen der vorgewählten Kerntemperatur ertönt ein Warnsignal, das sich am Ende wiederholt.

Meat°it im Test: Grillversuch mit Nackensteak

Die App ist schnell herunter geladen und auf dem Smartphone installiert, allerdings verlangt sie eine Menge Zugriffsberechtigungen, was mir nicht gefällt. Auch das Aufladen der Sonde im Nest geht an einem nicht zu schlappen USB-Anschluss recht schnell.
Mastrad_Meatit_Nackensteak

In der Ladestation wird das Thermometer aktiviert, von der kostenlosen App gefunden und dann im Gargut möglichst mittig und horizontal platziert.

Mindestens 15 Millimeter dick sollte das Gargut sein, das Bionackensteak vor mir hat die doppelte Stärke. Der Grill zeigt knapp 300 Grad Celsius. Jetzt schnell die Sonde aktivieren und ab dafür! Leider findet die App beim ersten Versuch die Sonde nicht. Bei einem Trockentest am Schreibtisch ein paar Stunden zuvor war es kein Problem, jetzt tut sich nichts. Die Software im nicht uralten Samsung 7S ist aktuell, daran kann es nicht liegen. Die Sonde ist aufgeladen und aktiviert. Sieht nicht gut aus. Nach zehn weiteren On/Off-Versuchen an Thermometer und App findet das Programm plötzlich die Sonde. Warum ausgerechnet jetzt, bleibt ein Rätsel.
Ich programmiere die App auf Schwein/medium, das sind 65 Grad Celsius Kerntemperatur und stecke die Sonde mittig in das Fleisch. Das Steak kommt endlich auf den Grill. Und nach 13 Minuten in perfektem Zustand auf den Teller. Well done, Meat°it! Sogar auf Entfernung: Mit dem Smartphone konnte ich bequem in die Wohnung gehen, der Empfang brach nicht ab. Und selbst wenn das passiert, baut sich die Verbindung selbstständig wieder auf. Die Messung für die Kerntemperatur gilt übrigens für alle gleichartigen Stücke auf dem Grill, mehrere Sonden sind so nicht erforderlich.
Mastrad_Meatit_Nackensteak_Grill_2

Schon kurz vor Ablauf der Garzeit gibt es eine entsprechende Information.

Meat°it im Test: Krustenbraten aus dem Ofen

Wieder Schwein, wieder hätte ich es gerne medium. Das 1,5-Kilo-Stück brate ich rundherum in Gusseisen gut an, dann soll es laut Rezept eine Stunde bei 130 Grad Celsius mit der Schwarte nach unten auf dem gut gewässerten Suppengrün-Bett liegen, danach weitere 1,5 Stunden umgedreht bei 160 Grad Celsius.
Die App habe ich für diesen Versuch zusätzlich auf mein älteres Tablet Samsung TabS geladen, vielleicht klappt der Bluetooth-Empfang hier besser. Schließlich gibt es wegen der geschlossenen Ofentür erschwerte Bedingungen. Es funktioniert auf Anhieb reibungslos.
Nur elf Minuten nach Programmstart errechnet die App 1:08 Stunden Restzeit. Das wäre flott, glaube ich unter diesem Umständen auch nicht so ganz. Tatsächlich korrigiert sich die Berechnung nach einiger Zeit und pendelt sich bei etwa 2 Stunden ein. Das ist realistischer, aber immer noch deutlich schneller als im Rezept angegeben. Es kommt jedoch auf das Ergebnis an und das ist wieder perfekt.
Mastrad_Meat_it_Braten

Auch in dicken Stücken ermittelt das Bluetooth-Braten- und Grillthermometer Meat°it von Mastrad die korrekte Temperatur.

Meat°it im Test: Aufgeklapptes Huhn aus dem Ofen

Huhn sollte eine deutlich höhere Kerntemperatur als Schwein oder Rind aufweisen, 80 bis 85 Grad Celsius sind ok. Um den programmierten Wert mit dem im Fleisch integrierten, roten Garanzeiger vom Hühnerlieferanten im Huhn zu vergleichen, wähle ich medium/75 Grad Celsius. Da der rote Zeiger erfahrungsgemäß einen perfekten Garzustand bei knapp über 80 Grad Celsius anzeigt, müsste also ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen den zwei Überwachungsmethoden auftreten. Als die App bei 75 Grad Celsius Kerntemperatur nach 41 Minuten „fertig“ signalisiert, steckt der rote Pin noch tief in seinem Gehäuse im Fleisch. So weit so gut. Neun Minuten später steigt er hoch und das Huhn ist auf den Punkt gegart.
Mastrad_Meat_it_Huhn gar

Das Ende der Garzeit signalisiert die App nach gut 40 Minuten, der rote Garanzeiger vom Hühnerlieferanten gibt zu dem Zeitpunkt aber noch kein ok.

Mastrad Meat°it

Gerald Sinschek

von Gerald Sinschek

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.