Dieser Deal stinkt

Käse-Krieg: Franzosen schließen Frieden nach 10 Jahren

Nach französischem Reinheitsgebot wird der traditionelle Camembert aus Rohmilch hergestellt. Das führte jedoch zu einem 10-jährigen Käsekrieg, der nun beendet wurde.

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Camembert ist nicht gleich Camembert

Seit zehn Jahren bekriegen sich die Käseproduzenten in der Normandie. Im Zentrum der Auseinandersetzung: der „einzig wahre” Camembert. Während die kleinen, unabhängigen Käsemachereien ihren Camembert bislang aus Rohmilch herstellten und unter dem Reinheitsgebot „In der Normandie hergestellter Camembert” vertrieben, setzten die Großproduzenten auf „Camembert aus der Normandie”, pasteurisierte Milch und Fließbandarbeit. Zum Streitpunkt wurde ein einheitliches Siegel, dass die Güteklasse des Camemberts gleich erkennen lassen soll.

Glücklich macht die Einigung nicht

Nun einigten sich die kleinen und großen Camembert-Produzenten darauf, dass Camembert künftig nicht mehr zwingend aus Rohmilch herstellt werden muss. Dafür verpflichteten sich die Großhersteller, mindestens 30 Prozent regionaler Milch für die Produktion zu nutzen. Ein fauler Kompromiss, findet der Verband Fromage des Terroirs ('Käse aus der Region'). Er befürchtet, der pasteurisierte, industriell hergestellte Camembert werde dem Gütesiegel nicht mehr gerecht und sei der Weg in die „Mittelmäßigkeit”. Denn wer ab 2021 den tradionell herstellten Camembert mit Rohmilch genießen will, muss genau darauf achten, dass auf der Packung zusätzlich „echt” oder „authentisch” steht. Dann gibt es nämlich nur noch ein Logo. Ob dem Verbraucher der feine Unterschied dann vor dem Kauf überhaupt noch bewusst ist, bleibt fraglich ...

Camembert

Anja Schmidt

von Anja Schmidt

Redakteurin Connected World. Die 156 Apps auf meinem Smartphone nutze ich wirklich. Meine Schwäche: Gadgets und smarte Technik.