Mindestens 5 Euro

Bierkastenpfand: Brauereien wollen Kosten verdreifachen

Die 1,50-Euro-Bierkistenpfand sind seit Jahren Gesetz. Jetzt droht die Kostenexplosion. Brauereien fordern mindestens fünf Euro.

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Pfand Bierkiste

Droht ein höherer Pfand pro Bierkiste?

Wer gern Bier in Kisten kauft, kennt die Pfand-Regelungen in Deutschland: Wenige Cent pro Flasche kommen auf den Kernpreis oben drauf, für die Kiste zahlen Kunden noch einmal einen Pfand von 1,50 Euro. Ein Wert, der sich laut Roland Demleitner, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Brauereien, seit 40 Jahren nicht verändert hat. Für die Brauereien stellt das ein echtes Problem dar: Die finanzielle Belastung sei für viele Kunden schlicht zu niedrig, der Druck, die Kästen zurückzugeben nicht hoch genug. Viele Kisten vergammeln in Kellern oder werden zu Deko- und Möbelelementen umgebaut. Im Jahr gingen deshalb rund eine Million Bierkisten nicht an die Brauereien zurück – die dann wiederum in Neuanschaffungen investieren müssen, wie die BILD berichtet. Deshalb fordert der Verband eine drastische Steigerung des Kistenpfands. Die Kosten für Verbraucher sollen sich mindestens verdreifachen – auf fünf Euro.

Verbraucherzentrale: Rückkehr zum Einweg verhindern!

Die Verbraucherzentrale äußert gegenüber dem Blatt jedoch Bedenken. Man verstehe zwar, dass eine Kiste mit einer gewissen Wertigkeit nicht kostenlos produziert werden könne, gleichzeitig drohe eine andere Gefahr: Werden die Kosten für Konsumenten auf der einen Seite zu hoch, bestehe die Gefahr, dass diese wieder vermehrt zu Einwegprodukten – also zur Dose – greifen. Die vermeintliche Lösung: Auch Einweg müsste auch teurer werden.

Bayern wollen Pfand auf Bierkosten auf 6 Euro erhöhen

Bayrische Brauereien wollen sogar einen Schritt weiter gehen. Sollte es bis 2020 keine deutschlandweite Einigung für einen höheren Bierkastenpfand geben, drohen 40 Bierbrauer den Preis eigenständig anheben – auf sechs Euro pro Kiste. Es laufen zwar seit Jahresbeginn gespräche zwischen den Bierbrauereien, in Bayern wolle man jedoch noch weiteren Druck aufbauen, um zu einem bundesweiten Ergebnis zu kommen. Die Verbraucherzentrale kündigte bereits an, gegen Alleingänge einzelner Bundesländer vorzugehen.

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