Lernende Maschinen

Microsoft: Künstliche Intelligenz kreiert erstmals eigenen Whisky

Die angesehene Whisky-Manufaktur Mackmyra holt sich für die Kreation den neuesten Tropfen Microsoft ins Boot. Eine KI entwickelt erstmals einen eigenen Blend.

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Mackmyra

Kann künstliche Intelligenz ein leckeres Whisky-Rezept erstellen?

Mehr Kunst als Handwerk – viele Kenner schätzen den komplexen Schaffungsprozess einer Whisky-Rezeptur. Neben der bloßen Zusammensetzung der Zutaten fließen unzählige Faktoren wie die Wahl des Fasses oder die Reifedauer in die charakteristischen Eigenschaften eines Whiskys ein. In der nahezu 1.000-jährigen Geschichte der Whisky-Herstellung haben sich unzählige Master Blender – also erfahrene Whisky-Entwickler – an der Kreation der perfekte Rezeptur versucht. Die schwedische Manufaktur Mackmyra partnert mit Microsoft und dem finnischen KI-Unternehmen Fourkind, um mit lernenden Maschinen einen kommerziellen Whisky zu entwickeln, der so gut schmeckt, dass er sogar Preise gewinnen könnte. Es wäre das erste KI-basierte Verbraucherprodukt von dieser Größe.

Rauchig oder sanft? KI-Whisky kommt im Herbst

Mackmyra füttert die künstliche Intelligenz mit diversen Whisky-Rezepten und Daten zur Reifung, Fermentation, Destillation, Geschmack, Verkaufszahlen und Beliebtheit bei den Kunden. Anhand dieser Eckdaten hat die Maschine ein Rezept aus über 70 Millionen erfolgversprechende Variationen erschaffen. Mit dieser Methode und speziell angepassten Algorithmen erhofft sich der Hersteller zukünftig Rezepte, auf die kein Mensch je gekommen wäre. Die Jobs der Master Blender sei aber nicht in Gefahr: Die Expertise und den Geschmack eines Kenners könne auch die smarteste Maschine nicht ersetzen. Am Ende soll der neue Whisky zwar von einer Maschine entworfen, aber von einem Menschen kuratiert sein.

Künstliche Intelligenz: So schmeckt der Whisky

Es dauert zwar noch einige Monate, bis das Produkt fertiggestellt ist, geschmacklich dürfen Kunden aber mit Noten von Anis, Ingwer, weißem Pfeffer, etwas zitroniger Frische und mit einem trockenen Abgang rechnen. Ein Whisky muss mindestens drei Jahre lang im Fass reifen. Da die noch namenlose KI-Kreation bereits im Herbst 2019 auf den Markt kommt, ist dieses „neue” Projekt offenbar schon länger im Reifungsprozess. Übrigens: Die Hersteller gehen davon aus, dass es nicht bei Whisky bleiben wird. Schon bald könnten viele Endverbraucherprodukte aus der Feder einer künstlichen Intelligenz stammen.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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