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Mitte: Gefeiertes Start-up verkommt zum Flop

Nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne hat das Wasser-Start-up mitte mit Problemen zu kämpfen. Verkommt das Produkt zum Flop?

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mitte Purifyer

Elegantes Design: „mitte” setzt auf klare Formen und moderne optische Elemente.

Mitte (großgeschrieben) sollte das erste smarte System für zu Hause werden, das Trinkwasser nicht nur filtert sondern vollkommen purifiziert – beziehungsweise destilliert, wsas sich etwas weniger nach PR-Sprech anhört. Nach Angaben des Berliner Herstellers mitte (kleingeschrieben) soll das System Wasser 60 Mal so gründlich reinigen, wie ein herkömmlicher Wasserfilter. Man habe sich an der Natur orientiert, heißt es auf der Kickstarter-Seite des erfolgreich überfinanzierten Projekts. Das bedeutet: Verdunstung und Kondensation sorgen innerhalb des Geräts für ein absolut von Unreinheiten befreites Wasser. Der Trick: Wasser wird nicht nur gefiltert, sondern vollkommen destilliert. Das soll besonders gesund sein – doch genau hier machen EU-Gesetze dem Start-up neue Probleme.

Das Wasser einer Mitte-Maschine ist nicht „gesund”

Bisher warb der Hersteller damit, dass das gefilterte Wasser der Maschinen gesund sei – aber das ist es nach EU-Richtlinien nicht. Laut Berichten von NGIN-Food hatte der Verband Deutscher Mineralbrunnen geklagt, da für ein gesundes Wasser gewisse Grenzwerte erfüllt werden müssen. Und diese Richtwerte erfüllt die Wassermaschine mit ihren Pods nicht. Entsprechende Formulierungen musste der Hersteller jetzt ändern. So betont das Unternehmen nun, dass das Wasser „voller Nährstoffe” sei, das Wort „gesund„ kommt nun aber nicht mehr in den Materialien vor.

Mitte: Start-up kämpft mit Problemen

Innerhalb von nur 30 Stunden hatte das Start-up sein Ziel auf Kickstarter erreicht. Was anfing wie eine Traumgeschichte, verkommt immer mehr zur Horror-Story. Den Startschuss hat mitte deutlich verpasst: Erste Geräte sollten ursprünglich ab April 2018 in die Haushalte kommen. Dieses Ziel wurde verfehlt, hier könnte die Danone-Investition durchaus helfen. Ob sich auch etwas am Preis ändert? Auf Kickstarter startete der Kostenpunkt für ein Gerät samt Mineral-Patrone bei 279 Euro, im Handel soll so ein Set 429 Euro kosten. Die durchaus relevanten Patronenpreise stehen noch nicht fest.

Mitte: Patronen bringen Mineralien

mitte Mineralien

balance, vitality und alkaline: Diese Mineral-Kombinationen gibt es.

Moment – ist destilliertes Wasser nicht schädlich für den Menschen? Schließlich verliert die lebensspendende Flüssigkeit bei dem Vorgang jegliche Mineralien und Vitalstoffe? Doch auch dafür haben sich die Tüftler von mitte etwas einfallen lassen, was zusätzlich Geld einbringt. Um das Wasser wieder mit Mineralien und Spurenelementen aufzuladen, verkauft das Unternehmen drei verschiedene Patronen. Je nach Bedarf bieten die Sorten balance, vitality und alkaline angepasste Zusammensetzungen an.
  • balance: Calcium, Magnesium, Potassium
  • vitality: Calcium, Magnesium, Potassium, Eisen, Mangan, Selen, Zink
  • alkaline: Calcium, Magnesium, Potassium, Eisen, Mangan, Selen, Zink, Antioxidantien
Eine App, die auch Einstellungen zur Wassertemperatur & Co. zulässt, informiert über den Patronenstand und ermöglicht auch eine direkte Nachbestellung. Wie lange so eine Patrone hält, ist derzeit noch unklar. Über die Wasserversorgung muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Wer möchte, schließt sein Gerät direkt an den Hahn an. Wer nur schnell ein Glas Wasser trinken möchte, hat möglicherweise das Nachsehen: Das System „purifiziert” maximal einen halben Liter pro Stunde.
Michael Huch

„Erst destillieren und dann mit Mineralien versetzen? So ein Quatsch. Unser Trinkwasser ist gut genug.“

Michael Huch,

Danone investiert Millionen in das Start-up mitte

Nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne und vielen erfolgreichen Finanzierungsrunden nun der Knall: Danone Manifesto Ventures investiert nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters 10,6 Millionen Dollar in das Berliner Start-up. Das Geld ist dringend nötig: Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne warten seit Monaten auf ihre Geräte. Immer wieder wurde der Starttermin verschoben, ein aktueller Release ist noch unklar. Laut mitte-Chef Moritz Waldstein würde man mit dem neuen Kapital nun in den Geschäftsaufbau in den Vereinigten Staaten und auch in Deutschland nutzen. Ein spannender Markt für Danone: der Trend gehe weg von der Plastikflasche und hin zur Zubereitung frischer Getränke zu Hause. Viele Mega-Konzerne investieren deshalb in entsprechende Lösungen. Auch Pepsi machte mit dem Kauf von Sodastream Schlagzeilen.

Wasserfilter

Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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