Was ist betroffen?

EU drückt endlich Verbot für Einweg-Plastik durch

Das Ende von Strohhalmen, Plastiktellern und Trinkbechern naht. So will die EU mit Verboten und Steuern gegen den Müll kämpfen.

Datum:
Plastikverbot

Besonders Strohhalme sind bald Vergangenheit.

Das Europaparlament hat es jetzt endlich beschlossen: Einwegprodukte dürfen ab 2021 nicht mehr verkauft werden. Zumindest alle Produkte, für die es umweltfreundlichere Lösungen gibt. Doch nicht nur dieses Verbot wurde beschlossen. Um die Plastikflut zu bekämpfen wird zukünftig ein ganzes neues System dafür sorgen, dass wir die Natur und insbesondere die Meere nicht weiter verschmutzen. Die wichtigsten Punkte des Verbots und der neuen Richtlinien im Überblick.
  • Verbot von Einwegprodukten ab 2021 wie Trinkhalme, Wattestäbchen, Plastikteller etc. (bei bestehender, besserer Alternative)
  • Auflagen für Plastikflaschen: Ab 2024 müsssen Trinkhalme, Deckel & Co. teil der Plastikverpackung und nicht lose sein. Einzelne Halme wie bei Capri Sun sind nicht erlaubt. 25 Prozent des Materials müssen ab 2025 aus recyceltem Material bestehen.
  • Kennzeichnungspflicht für spezielle Einwegprodukte: Einwegprodukte mit Plastikanteil (Beispiel: Feuchttücher) ohne bessere Alternative sollen künftig als umweltbelastend kenntlichgemacht werden.
  • Verpflichtungen für Hersteller: Hersteller von umweltbelastenden Produkten sollen künftig an den Kosten für Aufräumaktionen beteiligt werden. Beispiel: Besonders Zigarettenkippen hinterlassen nur Ärger.

Verbot für Einwegplastik: Warum der Aufwand?

700 Kilogramm Plastikmüll landen in unseren Ozeanen – pro Sekunde. Aktueller Stand: 140 Millionen Tonnen (!) Plastik verschmutzen die Gewässer der Erde. Wenn das so weitergeht, so die Angaben der EU-Komission, schwimmen schon 2050 mehr Plastikteile in den Meeren als Fische. Gut 85 Prozent des Mülls an den Küsten der Welt ist aus Plastik, die Meere sind verdreckt. Die EU-Kommission hatte deshalb die zehn Dinge analysieren lassen, die besonders häufig an Stränden angespült werden. Ganz vorme mit dabei: Einwegprodukte die nach einmaliger Nutzung sofort im Müll landen. Dazu gehören Strohhalme, Plastikbesteck, Geschirr oder auch Rührstäbchen für Kaffee & Co. Die Bundesregierung signalisierte bereits Zustimmung zu dem Vorhaben.

Verbote und mehr: Kampf gegen Plastikmüll

Besonders Dinge, für die es bereits umweltfreundlichere Alternativen gibt, sollen künftig aus dem Alltag verschwinden. Strohhalme müssen nicht aus Plastik sein, Kaffee lässt sich auch mit anderen Materialien umrühren. Gleichzeitig könnten die Hersteller, beispielsweise von Plastiktüten oder Zigarettenfiltern, dazu verpflichtet werden, Sammelaktionen und Informationskampagnen zu finanzieren. Gleichzeitig bringt EU-Kommissar Günther Oettinger auch eine Plastikmüllabgabe ins Spiel: 80 Cent pro Kilogramm Müll müssten Mitgliedsstaaten dann bezahlen. Das soll auch ein Anreiz sein, dass auf nationaler Ebene gegen Plastikmüll vorgegangen wird. Der bisherige EU-Entwurf ist nämlich so oder so nur als Richtlinie zu verstehen. Die Mitgliedsstaaten müssen die Vorgaben dann noch in eigene Gesetze integrieren.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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