Capri Sonne vor dem Aus?

Warum wir bald wohl keine Capri Sun mehr kaufen können

Wir alle haben Capri Sonne als Kind geliebt. Jetzt könnte die Kult-Marke aus den Regalen verschwinden. Warum für Capri Sun alles auf dem Spiel steht.

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Capri Sonne

Schmeckt nur aus dem Strohhalm richtig lecker: Capri Sun.

Capri Sonne – oder Capri Sun, wie es heutzutage offiziell heißt – steht laut Medienberichten vor einer der größten Krisen der Firmengeschichte. Denn das Getränk, bei dem es eigentlich nur um die kultige Verpackung und das Trinken aus dem Strohhalm (und weniger um den Geschmack) geht, könnte bald genau das verlieren: Das ikonische Trinkerlebnis. Denn zum eigens entwickelten „Standbodenbeutel” aus Aluminium gehört natürlich auch der dazugehörige Plastikstrohhalm. Und genau der könnte jetzt einer neuen EU-Richtlinie zum Opfer fallen. Die „Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte für die Umwelt” zielt unter anderem auf ein Verbot von Plastik-Trinkhalmen ab. Keine schlechte Sache, könnte ein Verbot doch viel unnötigen Plastik-Müll verhindern. Doch die Capri Sun AG kommt nicht hinterher – ein Verbot könnte das gesamte Geschäft lahmlegen.

Capri Sun: Ab 2021 keine Plastik-Strohhalme mehr?

Noch steht die Frist für ein Verbot nicht fest, allerdings sieht alles so aus, als würde die Richtlinie zum Jahr 2021 in Kraft treten. Ab dann dürften Hersteller wie Capri Sun keine Getränke mehr mit Plastikstrohhalm verkaufen. Doch die Kult-Firma ist sauer: diese Frist sei viel zu kurz, man könne eine zeitnahe Umstellung so nicht leisten. Man arbeite zwar bereits an alternativen Lösungen zum Plastikstrohhalm – ein voreiliges Verbot würde aber drastische Konsequenzen haben. Man wäre dann gezwungen, so die Stellungnahme des Unternehmens, den europäischen Markt zu verlassen. Das könnte Arbeitsplätze – und sogar den gesamten Bestand des Unternehmens riskieren. Die bereits bestehenden Alternativen mit Drehverschluss seien ebenfalls kontraproduktiv – hier käme noch viel mehr Plastik zum Einsatz.

Revolutionäre Trinkpackung als nachhaltige Zukunft

Eine mögliche Lösung sei es, den Trinkhalm als nicht entfernbaren Teil einer neuen Packungsform zu entwickeln. Der Plan: Das beliebte Trinkerlebnis zu erhalten, gleichzeitig aber eine vollständig recyclebare und dementsprechend nachhaltigere Packung zu bieten. Die Entwicklung dieses neuen Beutelmodells würde aber deutlich mehr Zeit benötigen als die drohende Frist bis 2021.

Capri Sun

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.