Von wegen gesund

Vitamintabletten im Öko-Test: Eher schädlich als nützlich

Im hektischen Alltag bleibt die gesunde Ernährung häufig auf der Strecke. Viele Menschen versuchen, diesen Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen – und schaden sich damit laut Öko-Test oft noch mehr!

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Vitamintabletten

Bunte Pillen statt Obst? Laut Öko-Test keine gute Idee!

Zugegeben, es klingt verführerisch: Eine kleine Pille am Morgen und schon ist der Nährstoffhaushalt des eigenen Körpers im Lot. Doch wie so oft, erweist sich auch diese Vorstellung als zu schön, um tatsächlich wahr zu sein. Auch wenn Hersteller zahlloser Nahrungsergänzungsmittel durch ihre Produkte implizieren, die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ließe sich durch das Einschmeißen bunter Tabletten optimieren, sprechen aktuelle Testergebnisse eine andere Sprache. Wie das Verbrauchermagazin Öko-Test einem Medienbericht zufolge in einer neuen Untersuchung herausfand, ist die Einnahme von Vitamintabletten in den meisten Fällen nicht nur sinnlos, sie ist unter bestimmten Umständen sogar gefährlich!

Vitamintabletten im Öko-Test: Alle Produkte durchgefallen

Öko-Test nahm 17 Vitaminpräparate des Typs „A bis Z“ unter die Lupe und fällte ein vernichtendes Urteil. Zwei Produkte erhielten die Testnote „mangelhaft“, die übrigen 15 wurden mit der Note „ungenügend“ versehen. Der Hauptgrund: Die Mittel sind stark überdosiert. Das kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen und birgt bedeutende gesundheitliche Risiken. So enthielten etwa 15 von 17 Präparaten eine zu hohe Menge an Vitamin A. Die kann nicht nur Kopfschmerzen hervorrufen, im Fall einer Schwangerschaft ist auch die Schädigung des ungeborenen Kindes möglich. Ebenfalls in den meisten Präparaten enthalten: Phosphor. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät jedoch explizit von der Phosphor-Einnahme über die natürliche Nahrungsaufnahme hinaus ab, da etwa das Risiko für langfristige Gelenkschädigung besteht.

Vitamintabletten im Öko-Test: Lieber Obst essen!

Bei der Auswertung der Testergebnisse sei es unerheblich gewesen, ob es sich um günstige Präparate aus der Drogerie oder um teure Varianten aus der Apotheke handelt. Alle Produkte wiesen ähnliche Mängel auf. Das ist durchaus alarmierend, da laut Bericht in Deutschland jeder dritte Erwachsene zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. Dabei sei die Angst vor einer Unterversorgung in den meisten Fällen unbegründet. Lediglich bei bestimmten Krankheiten, während der Schwangerschaft oder bei einer veganen Lebensweise empfehle sich die zusätzliche Versorgung mit bestimmten Vitaminen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt die benötigten Nährstoffe bewusst über die Nahrung auf. Eine Überdosierung ist in diesem Fall ausgeschlossen und die Verwertbarkeit der natürlich vorkommenden Vitamine ist deutlich besser.