Verbrauchertäuschung

Miese Tricks: Werbeverbot für „scheingesunde” Produkte?

Firmen verpassen ihren ungesunde Produkten voller Salz, Fett und Zucker durch Hinweise wie „viel Calcium” gern einen scheinbar gesunden Anstrich. Die Verbraucherzentralen wollen das verhindern.

Datum:
Actimel

Ungesunde Produkte mit Gesundheitsversprechen? Die Verbraucherzentralen wollen dem ein Ende setzen.

Übersüßte Trinkjoghurts mit „wertvollen” Kulturen, fettige Schokoladenaufstriche mit Calcium und kalorienreiche Fruchtgummis mit Vitaminzusatz und „ohne Fett”: Nicht selten werden gesundheitlich bedenkliche Produkte mit ihren scheinbar gesundheitsfördernden Eigenschaften angepriesen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will dieses Vorgehen, das an Verbrauchertäuschung grenzt, nun verbieten – und das mithilfe des europäischen Verbraucherverbands BEUC möglichst auf europäischer Ebene. „Es kann nicht sein, dass alle Lebensmittel solche Aussagen tragen dürfen – egal ob eher gesund oder aber mit viel Zucker, Salz oder Fett” sagt Sophie Herr, Leiterin des Teams „Lebensmittel” des Bundesverbandes.

Obergrenzen gegen falsche Gesundheitsversprechen

Um die verfälschte Werbung einzudämmen, fordern Verbraucherzentralen und BEUC gesetzlich festgelegte Obergrenzen für Salz, Fett und Zucker – sogenannte Nährwertprofile. Sobald ein Produkt diese Werte überschreitet, dürfte es in der Folge nicht mehr mit anderen gesundheitsbezogenen Aussagen werben. Die Initiatoren zeigen sich frustriert: die Grundlagen für eine entsprechende Regelung gibt es mit der Health-Claims-Verordung (HCVO) bereits. Seit 2006 legt diese nur fest, dass gesundheitliche Wirkungen nur beworben werden darf, wenn diese auch nachgewiesen ist. Nährwertprofile sind vorgesehen, wurden bislang aber nicht umgesetzt. Nun könnten die Obergrenzen sogar ganz wegfallen: im EU-Parlament wurde bereits für eine Streichung gestimmt, die durch die EU-Kommission künftig durchgesetzt werden könnte. In diesem Fall haben die Verbraucherzentralen bereits einen Alternativplan: ein grundsätzliches Verbot von gesundheitsbezogenen Aussagen auf Lebensmitteln.