Mogelpackung

Verbraucherzentrale: Darum hagelt es Kritik an der neuen Milka

Milka bewirbt eine neue „Edelmarke”. Verbraucherschützer kritisieren die neue Darkmilk jedoch. Was läuft da schief?

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Milka

Edel sieht sie aus, aber stecken auch hochwertige Zutaten in der Milka Darkmilk?

Milka ist für ihre süßen Milchschokoladen bekannt. Mit der neuen Marke Darkmilk soll nun ein vermeintlich hochwertigeres Produkt offenbar zusätzliche Käuferschichten ansprechen, die zwar Milchschokolade zu süß, aber klassische dunkle Schokolade zu bitter findet. In den Sorten Dunkle Alpenmilch, Mandel, Himbeere und Gesalzenes Karamell kommt das Produkt in schicken Verpackungen und großen Versprechen von hohen Kakaoanteilen daher. Alles nur schöner Schein? Die Verbraucherzentrale Hamburg nimmt das Produkt auf Inhaltsstoffe untersucht und kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis.

Milka Darkmilk: Gleiche Packung, kleiner Inhalt

Die erste Kritik trifft die Packung: Auf den ersten Blick wirkt die Tafel so groß, wie eben fast alle anderen Schoko-Tafeln der Marke auch. Allerdings bekommen Kunden statt 100 Gramm nur 85 Gramm Schokolade. Das wirkt in sich bereits wie eine Täuschung, besonders dreist scheint aber, dass der Preis bei 1,09 Euro gleich hoch ist. Damit ist die Schokolade bei gleicher Packungsgröße um 18 Prozent teurer. Klar, denkt man, bei einer hochwertigeren Schokolade ist der höhere Preis gerechtfertigt. Das ist auch die Position des Herstellers in einem Statement gegenüber der Verbraucherzentrale. Wäre da nicht die Tatsache, dass laut Zutaten eine andere Tafel eine ähnliche Qualität zu einem besseren Preis anbietet.

Milka: Zartherb oder Darkmilk?

Mindestens 40 Prozent Schokolade sollen in der Sorte Darkmilk Dunkle Alpenmilch vorhanden sein. An sich ist das nicht schlecht. Warum also die Kritik? Im Zutatencheck der Verbraucherzentrale zeigt sich, dass es mit der vollen 100-Gramm-Sorte Zartherb bereits eine Schokolade von Milka gibt, die aus nahezu identischen Bestandteilen besteht – bei einem höheren Kakaoanteil von mindestens 45 Prozent. Nur Süßmolkenpulver und Haselnüsse kommen bei der Zartherb zusätzlich dazu. Viele Verbraucher dürften sich fragen, warum sie mehr Geld für weniger Schokolade von offenbar geringerer Qualität bezahlen sollen. Die Theorie: Milak will die klassischen 100-Gramm-Tafeln langfristig bei gleichem Preis durch dünnere Varianten austauschen. Schon jetzt ist fast jede zweite Schokoladensorte des Herstellers im verkleinerten Format.

Milka Zartherb

Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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