ZDFzeit deckt auf

Reportage enthüllt dreiste Tricks bei (nicht nur) veganen Produkten

Vegan ist teuer aber gesund? Nicht unbedingt, denn Fleisch- und Käseersatz besteht oft aus billigen Zutaten. Die Doku-Reihe „ZDFzeit“ deckt auf, wie Lebensmittelhersteller ihre Kunden indirekt hinters Licht führen.

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Käse Lebensmittelhersteller

Bei vielen veganen Produkten wie Käse- oder Fleischersatz „schummeln” Hersteller bei den Zutaten.

In der Herstellung von Lebensmitteln gibt es eine Menge Tricks, um Produkte länger haltbar oder in der Produktion günstiger zu machen. In der Doku-Reihe „ZDFzeit“ zeigt Produktentwickler Sebastian Lege unter anderem wie die Industrie Hackfleisch länger haltbar macht, mit der Panade bei Schnitzel und Fischstäbchen bares Geld spart und vegane Käse-Alternativen günstig herstellt.

Tricks der Industrie: Veganer Käse

Viele Menschen greifen zumindest hin und wieder zu veganen Alternativen, sei es weil sie auf tierische Produkte verzichten wollen, einfach der Umwelt zuliebe oder weil sie sich gesünder ernähren wollen. Doch nur weil etwas vegan ist, heißt es noch lange nicht, dass es gesünder als das tierische Vorbild ist. Gerade die Zutaten im Käse-Ersatz sind nicht zwingend wertvoller als der echte junge Gouda. Dazu kommt, dass diese Zutaten nicht einmal unbedingt hochwertig sind, denn veganer Käse besteht häufig aus Mandelwasser, Kokosöl, Stärke, Salz und ein paar Tropen Käsearoma – das ist zwar nichts dramatisch schlechtes, toll ist das aber auch nicht. Die Zutaten mischt der Hersteller lediglich zusammen, kocht sie auf, bringt sie in Form und lässt sie dann abkühlen. Fertig ist der Käse, der bei der Herstellung circa zwei Euro pro Kilogramm kostet. Im Handel gibt es den veganen Käse dann für zwei Euro pro 100 Gramm. Hier verdienen die Hersteller ordentlich was dazu – auf Kosten der eigentlich bewusst einkaufenden Kuindschaft.

Massenweise Panade

Natürlich trickst man nicht nur bei veganen Produkten, denn auch tierische Lebensmittel bieten den Herstellern viele Möglichkeiten – beispielsweise bei Fischstäbchen, Schnitzel, Käse und anderen Dingen, die in Panade gehüllt sind. Vergleicht man die Produkte preislich, erkennt man Folgendes: Seelachs pur kostet um die fünf Euro pro Kilogramm, doch kommt eine Panade drum herum, sind es schnell zwölf Euro pro Kilo. Dabei besteht Panade meistens nur aus Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Farbstoffen – alles günstige Zutaten, die das Produkt schwerer machen. Und gerade deswegen sollte man bei diesen Lebensmitteln genau darauf achten, was wirklich drin steckt – und wie viel davon. So zeigt die Reportage, dass beispielsweise die Backfisch-Stäbchen von Iglo zu 51 Prozent aus Panade bestehen. Nur 49 Prozent des Gewichts macht der Fisch aus. Hier sparen die Hersteller ordentlich Geld.

Galerie: Die billigen Tricks der Lebensmittelhersteller

Lebensmittel-Tricks: Typ-Geschmack

Achten Sie genau auf die Bezeichnung der Lebensmittel. Steht beispielsweise auf einem Wackelpudding „Typ Waldmeister“, bedeutet das, dass für das Produkt kein echter Waldmeister verarbeitet wurde. Dieser Wackelpudding erhält seinen Waldmeister-Geschmack lediglich von künstlichen Aromen. Das gleiche gilt für Kaffee „Typ Cappuccino“ oder Joghurt „Typ Schwarwälder Kirsch“ – alles künstliche Aromen. Mit der Bezeichnung „Typ“, die auf vielen Verpackungen meist klein gedruckt ist, vermeiden Hersteller es, offen zu sagen, dass sie für den Geschmack nur Aromen verwenden.

Schutzgas für Hackfleisch

Frisches Hackfleisch vom Metzger sollte man am besten noch am selben Tag verwenden, abgepacktes Hackfleisch aus dem Kühlregal sieht selbst nach einer Woche noch frisch aus – wie kann das sein? Die Lebensmittelindustrie verwendet sogenanntes Schutzgas. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Kohlendioxid und Sauerstoff, die das Fleisch in der Packung konserviert. Das Konservieren übernimmt größtenteils der Kohlendioxid, der Sauerstoff sorgt dafür, dass das Fleisch schön rosa bleibt. Das Problem dabei: Je mehr Sauerstoff sich in der Packung befindet, desto schneller oxidiert das Fleisch und schmeckt ranzig. Schutzgas wird meist bei anfälligem Fleisch, also vor allem rotem Fleisch, verwendet. Es empfiehlt sich daher auch abgepacktes Fleisch so schnell wie möglich zu verzehren.
Sabine Stanek

von

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