"Danke Mama, dass du nicht Papa bist"

Edeka: Shitstorm nach peinlichem Muttertags-Video

Die Supermarktkette Edeka ist für ihre provokanten Werbevideos bekannt. Der neueste Film stellt Väter als Versager dar. Darauf gibt es teils heftige Reaktionen.

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Edeka-Werbespot

Ärger für Edeka: Das Unternehmen bekommt viel Kritik für Muttertags-Werbespot.

Die Konzepte von Edekas Werbevideos sind meist durchdacht und haben schon einige der Kreationen zum Klassiker und Internethit gemacht. Fast immer ist der Ansatz ähnlich: Eine Geschichte, die polarisiert, soll für Debatten sorgen und somit zusätzliche Reichweite generieren. So sorgte beispielsweise die Weihnachtskampagne „Heimkommen“, in der ein Großvater seinen Tod vortäuschte, um seine Kinder und Enkel zum Besuch zu motivieren, für Diskussionen im Netz. Aber am Ende wurde der Clip eher als interessanter Beitrag zu den eigentlichen Werten des Weihnachtsfestes gewertet. Anders sieht es jetzt beim neuesten Werbe-Clip aus.

Edeka und Muttertag: Darum geht es

Es ist das alte Werbeklischee vom trotteligen Familienvater: Er vergisst den Deckel auf dem Mixer und saut die ganze Küche ein. Der Umgang mit seiner Tochter beispielsweise beim Haare kämmen oder Ballspielen ist hart und wenig einfühlsam. Außerdem platzt er in ungünstigen Momenten in das Zimmer des Sohnes rein. Am Ende des Videos heißt es „Danke Mama, dass du nicht Papa bist“ – denn im Gegensatz zu den Vätern würden Mütter zuhören, auf die Kinder aufpassen und das nötige Feingefühl zeigen. Dieses Rollenbild rückt seit einigen Jahren mehr in die Kritik und gilt bei vielen in der aktuellen Wahrnehmung als unerträgliches Klischee.

Muttertags-Video: Schon jetzt ein Hit?

Schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung hat der Muttertagswerbespot eine sechsstellige Anzahl an Aufrufen erreicht. Allerdings sind die Reaktionen darauf eher negativ. Der beabsichtigte Humor kommt bei dem bisherigen Publikum überhaupt nicht an. Es finden sich Kommentare wie „Danke Rewe, dass du nicht Edeka bist!“ und „Ich als Mann bin jetzt bestimmt auch zu blöd, im Edeka einzukaufen.“

Muttertags-Werbespot: Edeka nimmt Stellung

Edeka reagierte bereits auf seinen Social-Media Kanälen auf die Kritik. Man wolle mit dem Film die Väter nicht schlecht darstellen, sondern etwas überspitzt und auf humorvolle Art allen Müttern „Danke” sagen. Auch die negativen Kommentare sieht der Konzern noch nicht als Shitstorm. Edeka sagte dazu: „Wir freuen uns, dass das Video auf eine hohe Resonanz stößt. Für eine Bewertung ist es aber noch zu früh.” Bleibt abzuwarten, ob der Lebensmittelhändler den Werbespot noch durch weitere Botschaften ergänzen kann (oder will), um die Wahrnehmung zu drehen. Aber auch eine Retourkutsche zum Vatertag steht derzeit hoch im Kurs. Eines ist allerdings jetzt schon klar: Die Strategie ging vollends auf, Edekas Werbung genießt – auch durch Berichterstattung wie diese – höchste Aufmerksamkeit.