Neues Recycling-Verfahren

Flaschen aus Müll: Coca-Cola recycelt Meeresplastik

Getränkeflaschen aus Plastik tragen entscheidend zur Vermüllung der Weltmeere bei. Hersteller Coca-Cola will dem Problem nun mit einer neuen Recycling-Methode begegnen. Die Hintergründe!

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Coca-Cola: Flasche

Mit Flaschen aus Meeresplastik will Coca-Cola die Vermüllung der Welt eindämmen.

Die Welt erstickt sprichwörtlich im Plastikmüll: In den Meeren treiben ganze Inseln aus Kunststoffabfällen, Tiere sterben qualvolle Tode durch den unbeabsichtigten Verzehr des Unrats und Trink- und Leitungswasser ist weltweit mit enormen Mengen von Mikroplastik verseucht. Einen entscheidenden Beitrag zu diesem Zustand leistet die Getränke-Industrie. Allein in Deutschland landen pro Tag rund 45 Millionen Einwegflaschen aus Plastik in der Tonne – Tendenz steigend! Erst kürzlich kam das Umweltbundesmt zu dem alarmierenden Ergebnis, dass Verbraucher immer weniger Mehrwegflaschen verwenden. Nun möchte ausgerechnet Branchen-Riese Coca-Cola der Verbreitung von Plastikmüll den Kampf ansagen – mit einer neuen Recycling-Methode.

Coca-Cola: Revolutionäres Recycling?

Wie das Unternehmen jüngst ankündigte, will es seinen CO2-Fußabdruck mit einem Nachhaltigkeitsplan verringern. Erste Maßnahme ist eine neue Produktvariante seines beliebten Softdrinks. Die kommt mit einem türkisen Label daher und beinhaltet herkömmliche Coca-Cola. Neu ist hingegen die Verpackung, die zu einem Viertel aus recyceltem Meeresplastik bestehen soll. Klingt zunächst weder bahnbrechend noch besonders appetitlich, der Hersteller preist diese Entwicklung jedoch als revolutionär an. Der Grund: Bislang war die Wiederverwertung von Meeresplastik und anderen verunreinigten Kunsstoffen aus hygienischen Gründen in der Lebensmittelindustrie nicht möglich. Durch ein neues, chemisches Recycling-Verfahren lassen sich die Abfälle nun jedoch in ihre Bestandteile zerlegen und von Grund auf reinigen.

Coca-Cola: Umweltschützer sind begeistert

Auf diese Weise gelingt es Coca-Cola eigenen Angaben zufolge, eines der „dreckigsten Materialien überhaupt“ neu zu verwerten. Langfristig wolle man auf diesem Weg erreichen, dass kein Neumaterial mehr produziert werden muss. Positiver Nebeneffekt: Plastikmüll jedweder Form würde auf diesem Weg zu einem wertvollen Rohstoff. Das könnte Menschen insbesondere in stark verschmutzten Regionen einen Anreiz bieten, den Müll zu sammeln anstatt ihn aufs Meer hinaus treiben zu lassen. Umweltschützer vom World Wildlife Fund (WWF) begrüßen die Entwicklung einem Medienbericht zufolge als neue Perspektive im Kampf gegen die stetig wachsende Plastikflut, geben aber zu bedenken, dass der bessere Weg ein kompletter Verzicht auf die Plastikflaschen wäre.

Coca-Cola: Experten bemängeln Energieaufwand

Experten bemängeln zudem, dass die von Coca-Cola eingesetzte Recycling-Methode mit enormem Energieaufwand einhergehe. Da dieser aber unter dem von neuproduziertem Plastik liege, wertet man das Unterfangen grundsätzlich als Schritt in die richtige Richtung. Ob sich daraus tatsächlich die von Coca-Cola in Aussicht gestellte Revolution entwickelt, bleibt abzuwarten. Einen konkreten Starttermin für die neuen Ökoflaschen gibt es noch nicht, der Hersteller peilt aber einen Auftakt in 2020 an.