Lebensmittelangaben

Nährwerttabelle: Kommt der Nutri-Score nach Deutschland?

Seit Jahren fordern Verbraucherschützer eine Überarbeitung der Nährwerttabellen auf Lebensmitteln. 2019 könnte es endlich so weit sein. Danone wagt jetzt den ersten Schritt.

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Nährwerttabelle

So sieht die bisherige Nährwerttabelle aus. Sie steht bei Verbraucherschützern in der Kritik.

Die neutralen Nährwerttabellen in Deutschland sorgen bei Verbraucherschützern für Bauchschmerzen. Hersteller sind seit 2016 dazu verpflichtet in der Tabelle anzugeben wie viel Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz sich in Produkten befinden – für viele ist das nicht genug. Verbraucherschützer fordern ein System, das sofort ersichtlich macht, wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel ist. Denn die wenigsten Verbraucher achten auf das Kleingedruckte auf der Verpackung. Besser wäre demnach eine Kennzeichnung, die der Variante der Briten oder der der Franzosen ähnelt. Da die Politik zwar diverse Vorschläge ablehnt, aber kein eigenes Modell vorlegt, macht die Industrie jetzt eigene Sache. Danone macht es als erster Hersteller hierzulande vor – und bringt ab 2019 eine freiwillige Übersicht.

Nutri-Score bei Danone und Iglo

Während die Regierung in Deutschland sich noch nicht sicher ist, wie die zukünftige Nährwertkennzeichnung aussehen soll, ergreifen die Hersteller Danone und Iglo die Initiative. Bereits im ersten Quartal 2019 wollen beide Lebensmittelhersteller damit beginnen, den Nutri-Score auf ihre Produkte drucken. Danone nimmt sich vor, dass der Nutri-Score bis Ende des Jahres auf allen großen Marken des Herstellers zu sehen ist. Währenddessen möchte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Lebensmittelwirtschaft und Verbraucherschützern bis zum Sommer 2019 ein Modell für Deutschland erarbeiten. Eins ist jedoch schon sicher: Egal für was für ein System man sich entscheidet: Es wird freiwillig sein.

Veraltete Nährwerttabelle: Der Nutri-Score in Deutschland?

Im Ausland ist man dagegen schon weiter: Die Briten verwenden eine Ampelvariante, in der man Lebensmittel je nach Zucker-, Fett- und Salzgehalt mit den Farben Rot (schlecht), Gelb (okay) und Grün (gut) kennzeichnet. Vielen ist die Ampel jedoch nicht aussagekräftig genug. Während der Fruchtsaft auf Grund des Zuckergehalts rot gekennzeichnet ist, könnte beispielsweise Coca Cola Zero Sugar dank des nicht vorhandenen Zuckers grün gekennzeichnet werden – obwohl es nicht unbedingt als gesundes Getränk bezeichnet werden sollte. In Frankreich hingegen setzt man auf den bereits angesprichenen Nutri-Score. Dieser arbeitet zwar auch mit einer farblichen Kennzeichnung, die Vor- und Nachteile eines Produkts jedoch für eine Gesamtwertung gegeneinander abwägt. So können beispielsweise Vitamine und andere Mikronährstoffe einen hohen Zuckergehalt ausgleichen. Unter Verbraucherschützern ist letztere Variante deutlich beliebter.
Sabine Stanek

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