Alarmierende Ergebnisse

Massenweise Mikroplastik in Tee und Trinkwasser entdeckt

Plastik verschmutzt nicht nur die Meere, es taucht auch immer häufiger in Nahrungsmitteln auf. Aktuelle Untersuchungen melden dramatische Funde von Mikroplastik in Tee und Trinkwasser!

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Teebeutel

Eine aktuelle Studie belegt, dass Teebeutel große Mengen an Mikroplastik freisetzen.

In den vergangenen 70 Jahren hat die Menschheit mehr als sechs Milliarden Tonnen Plastikmüll produziert – und die Menge wächst täglich rasant weiter. Nur ein Bruchteil davon wird recycelt oder verbrannt, der Großteil landet auf Müllhalden oder im Meer. Die Konsequenz: Das Material zersetzt sich in winzig kleine Partikel und landet auf diese Weise im Grundwasser und zu guter Letzt im Nahrungskreislauf. Erst im Sommer 2019 kamen Wissenschaftler im Rahmen einer Studie zu dem Ergebnis, dass jeder Menschen pro Woche etwa fünf Gramm Plastik zu sich nimmt – das entspricht einer Kreditkarte! Doch wie gelangen die Plastikpartikel in so großen Mengen in den menschlichen Organismus?

Mikroplastik: Trinkwasser in Plastikflaschen stark kontaminiert

Zwei wichtige Quellen haben jetzt aktuelle Studien identifiziert. Die gemeinnützige US-Organisation Orbmedia nahm einem Medienbericht zufolge in Plastikflaschen abgefülltes Trinkwasser unterschiedlicher Marken aus neun Ländern unter die Lupe. Das erschreckende Ergebnis: In 93 Prozent der 259 untersuchten Flaschen fanden die Initiatoren Mikroplastik in unterschiedlichen Mengen. Im Durchschnitt enthielt das Wasser 10,4 Partikel pro Liter. Das ist doppelt so viel, wie die Organisation 2017 in weltweit entnommenen Leitungswasserproben fand. Zudem entdeckte man 314 weitere Partikel pro Liter, die man nicht eindeutig als Plastik habe identifizieren können.

Mikroplastik: Teebeutel setzen riesige Mengen frei

Noch stärker fällt die Belastung durch Mikroplastik beim Trinken von Tee aus. Das fanden kanadische Forscher in einer aktuellen Studie heraus. Demnach gibt ein Teebeutel beim Aufguss mit heißem Wasser 11,6 Milliarden Partikel Mikroplastik und 3,1 Milliarden noch kleinere Nanoplastikpartikel in das Teewasser ab. Das ist deutlich mehr als die bislang in Lebensmitteln entdeckten Konzentrationen. Ein möglicher Grund: Viele Hersteller verwenden den Kunststoff Polypropylen, um die Teebeutel zu versiegeln. Bislang untersuchten die Wissenschaftler nur vier Marken, weitere sollen folgen. Es gebe großen Nachholbedarf, das Vorkommen von Mikroplastik bei der Herstellung von Heißgetränken zu untersuchen.