Ungenutzte App

McDonald’s: Bestellsystem der Zukunft, das keiner benutzt

Der Kampf der Fast Food-Ketten: McDonald’s hat ein zukunftsgerichtetes Bestellsystem, das aber kaum jemand nutzt.

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Appbestellung

Die wenigsten Kunden nutzen das Vorbestell-Angebot der McDonald’s-App.

Schnell und einfach per App bestellen, mit einem Klick bezahlen und das Essen dann ohne Verzögerung abholen: Eigentlich ein Modell der Zukunft. Besonders im umkämpften Geschäft der strauchelnden Fast Food-Ketten ist McDonald’s mit der hauseigenen App theoretisch ein digitaler Vorreiter. Man stelle sich nur vor, auch andere Restaurants würden die Wartezeit so enorm verringern – im Bus auf dem Weg zur Arbeit schnell einen Chai Latte Mocca Grande bei Starbucks vorbestellen und ohne zehn Minuten Wartezeit und viel „Nein, keine Sahne und bitte mit Extra Shot“ rausholen? Klingt ziemlich verlockend.

Die Vorreiter-App von McDonald’s, die kaum einer benutzt

Doch bisher sind weder Konkurrenten, noch andere große Restaurants auf den Zug aufgesprungen. Zu groß womöglich die Angst, dass die Kunden das System gar nicht wollen. Besonders die Deutschen scheinen sich noch sehr auf die alten Werte zu verlassen und scheuen den Sprung ins Digitale. Doch auf lange Sicht scheint das mobile Bestellen und Bezahlen unumgänglich – besonders in Zeiten, in denen der Verbraucher sich immer mehr auf sein Smartphone verlässt und Portemonnaie, Bargeld und Wartezeiten schon jetzt ziemlich oldschool klingen. In den USA hat das mobile Bestellsystem bereits große Umsatzzuwächse bei einigen Ketten erzielt, so berichtet etwa Business Insider. Auch Branchenexperten sind überzeugt, dass das Modell Zukunft hat. Besonders an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen oder zu Zeiten, in denen viele Menschen unterwegs sind, wird sich mobiles Ordern und Bezahlen noch als sehr wertvoll beweisen.
Vapiano App

Einchecken und am Tisch bestellen oder vorher ordern und dann mitnehmen: die Vapiano-App ist flexibel.

Mit Gutscheinen und günstigen Angeboten in die App locken

McDonald’s scheint das als einziges großes Unternehmen verstanden zu haben: Wenn erst einmal ein großer Prozentsatz der Kunden auf das mobile System umsteigt, lassen sich die Verkäufe um ein Vielfaches steigern, denn die Mitarbeiter können zur Rush-Hour deutlich mehr Kunden bedienen. Lange Schlangen, zähes Bestellen und dann erst Zubereiten hat damit ein Ende. Um mehr Kunden in die eigene App zu locken und das mobile Bestellen attraktiver zu gestalten, setzt das Unternehmen auf jede Menge digitale Coupons und Rabatte. So ist die Einstiegshürde schon einmal genommen – und wer eh schon in der App überlegt, welche Rabatte er wahrnimmt, bestellt womöglich auch schon mal vor. Ausgerechnet die zuletzt immer wieder durch große Verluste in den Schlagzeilen stehende Systemgastronomie-Kette Vapiano nutzt ebenfalls ein mobiles Bezahl- und Bestellsystem per App. Bis der digitale Wandel aber auch in anderen großen Unternehmen ankommt, dauert es womöglich noch eine Weile.