Einigung

Edeka und Heinz: Endlich eine Einigung im Ketchup-Krieg

Eine erbitterte Preisschlacht scheint beendet. Edeka will wieder Heinz-Produkte verkaufen. Aber was ist passiert?

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Heinz

Heinz und Edeka konnten sich nur schwer auf Preise einigen.

Tomaten-Krieg bei Heinz und Edeka: Vor einiger Zeit verschwanden die beliebten Ketchup-Flaschen der Marke aus den Regalen der Supermarkt-Kette. Etwas verwunderlich, denn eigentlich profitierten beide Parteien von der Partnerschaft: Edeka hatte häufig gekaufte Produkte des Ketchup-Marktführers in seinem Sortiment und Heinz sicherte sich die heiß umkämpften Regalplätze des Einzelhandelsriesen. Win-Win. Denn Heinz hatte nach Angaben der Lebensmittelzeitung geplant, die Preise für den Handel zu erhöhen, eine Taktik, bei der Edeka nicht mitspielen wollte. Der Preis-Streit eskalierte, Heinz liefert nun keine Produkte mehr an die Märkte.

Heinz bei Edeka: Einigung im Ketchup-Krieg

Nun aber doch die Einigung: Die Lücke, die Kraft Heinz – in Deutschland einen Marktanteil von rund 50 Prozent mit Abstand Marktführer – hinterlässt, konnte offenbar nicht vollständig gefüllt werden. Oder wie ein Edeka-Sprecher diplomatisch formuliert: Der Streit sei beigelegt, die Filialen werden wieder mit Soßen von Heinz beliefert. Wie genau die nun verhandelten Konditionen aussehen, verrät der Konzern nicht. Experten gehen davon aus, dass Edeka zurückstecken musste.

Edeka erfindet Ketchup-Marke „Papa Joe’s”

Dabei sah es für den Supermarkt lange gut aus. Edeka hatte eigentlich einen Trumpf aus dem Ärmel, um die zwischenzeitlich freien Regalplätze mit einer ominösen, neuen Marke zu füllen. Denn statt sich auf den Preisdruck des Dip-Herstellers einzulassen und neue Deals auszuhandeln, zeigt Edeka lange die Rote Karte und kontert mit einer eigenen Initiative. Statt Heinz landete eine eigens aus dem Hut gezauberte Marke in den Regalen. Das heißt konkret: Da wo bislang Heinz stand, fanden Kunden zukünftig Ketchup, Mayo und andere Dips der Marke „Papa Joe’s”. Eine Hausmarke also, die sich als eigenständiges Premium-Produkt ausweist. Für Kunden war das offenbar kein Problem: Sie hatten einer Umfrage zufolge nur wenig von den fehlenden Soßen mitbekommen.

Verpasste Edeka den Start der Grill-Saison?

Hatte Edeka mit der kurzfristigen Umstellung auf die neue Eigenmarke Probleme beim Start in die Grill-Saison? Die Angst vor fehlenden Umsätzen könnte den Supermarktgiganten in die Knie gezwungen haben. Für Heinz ist die neue Einigung in jedem Fall genau so wichtig, auch dort ist man aktuell auf gute Zahlen angewiesen: 2018 verzeichnete der Konzern herbe Verluste.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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