So schlimm wie Heroin?

Warum wir aufhören sollten, die Volksdroge Käse zu essen

US-Mediziner zeigen: Käse macht abhängig. Warum wir uns von Käse lossagen sollten, auch wenn wir ihn so lieben.

Datum:

Läuft Ihnen das Wasser im Munde zusammen? Dann sind Sie vielleicht schon abhängig.

„Also auf Käse könnte ich ja niemals verzichten!” – so einen Satz hat wahrscheinlich jeder Mensch schon einmal gehört, der, aus welchen Gründen auch immer, keine Milchprodukte zu sich nimmt. Warum auch? Vollmundig, vielseitig und einfach so lecker kommen die verschiedensten Käsesorten daher. Ob als milder Brotbelag, zart-schmelzend auf der Pizza oder als herzhaftes Käsefondue – rein geschmacklich betrachtet ist schon leicht zu verstehen, wieso Käse in fast jedem Land der Erde fester Bestandteil des Speiseplans ist. Doch Käse ist – trotz Proteinen und teils wertvollen Spurenelementen – nicht uneingeschränkt für den täglichen Verzehr geeignet. Die Krux: Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge macht die Leckerei ähnlich abhängig wie Heroin.

Darum ist Käse nicht gut für uns

Jährlich wächst der Käsekonsum, 2018 lag der weltweite Verbrauch bei etwa 18,9 Millionen Tonnen! In Deutschland liegt der Verbrauch damit bei durchschnittlich knapp 25 Kilo pro Person. Doch Käse ist ein Quell zahlreicher gesundheitlicher No-Gos. Die Mengen an gesättigten Fetten und Salz sind ein besonderer Übeltäter: Schon vergleichsweise geringe Mengen der Delikatesse sprengen die als gesundheitlich bedenkenlos geltenden Grenzwerte. Und dick macht der Konsum auch. Schon eine 20-Gramm-Scheibe von fünfzigprozentigem Chester hat 125 Kilokalorien, die gleiche Menge Gouda – der beliebteste Käse in Deutschland – kommt noch auf 71 Kalorien. Damit gehört es zu den kalorienhaltigsten Lebensmitteln überhaupt. Die langfristigen Folgen: Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

So abhängig macht uns Käse wirklich

Der New Yorker Wissenschaftler Neal Barnard warnt neben den gesundheitlichen Bedenken aber besonders vor den süchtigmachenden Eigenschaften des Käses. In Käse kommen sogenannte Casomorphine vor – Stoffe, die bei der Verdauung freigesetzt werden. Eine Studie der University of Michigan zeigt, dass diese Stoffe offenbar die Blut-Hirn-Schranke überwinden und dort die Opioid-Rezeptoren besetzen und im Gehirn eine ähnliche Suchtwirkung entfalten wie Morphium. Dass unsere Körper außerdem so oder so nach Salz und Fett schreien, kommt ergänzend hinzu.

So kommen Sie vom Käse los

Um sich vom ungesunden Käse loszusagen, braucht es Willenskraft und einen Plan. Neal Barnard bricht den Weg auf drei Punkte herunter:
  1. Schritt 1: Warum will ich Käse aufgeben? Geht es um Gewichtsverlust, ethische Standpunkte oder die allgemeine Gesundheit? Ohne eine klare Motivation ist es schwer, am Ball zu bleiben. Machen Sie sich schlau über Kalorien und Umstände.
  2. Schritt 2: Welche Rezepte lassen Sich wie ändern? Das Käsebrot lässt sich mit Aufschnitt oder Aufstrichen leicht ersetzen. Welche Rezepte lassen sich noch leicht anpassen? Einmal geändert, ist es kein Aufwand mehr.
  3. Schritt 3: Käsealternativen kennenlernen! Auch Der Käse auf Pizza lässt sich mit aromatischer und proteinreicher Nährhefe (jetzt bei Amazon kaufen), pürierten Cashews (absoluter Geheimtipp!) oder fertigen Käsealternativen schnell austauschen. Immer mehr Anbieter bringen wirklich spannende Produkte auf den Markt. Auch echte Käsefans dürften hier befriedigende Angebote finden.

Buch: Raus aus der Käsefalle

Erik J. Schulze

von

Ob schneller Snack oder hohe Küchenkunst – auf eKitchen zeige ich alles zum Thema wie Food, Lifestyle und Tech in der Küche.