Verschwendungsverbot

Hamburgs Supermärkte sollen Lebensmittel spenden

Supermärkte werfen täglich Tonnen an Lebensmitteln weg, die noch genießbar wären. Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin will das ändern.

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Supermärkte Lebensmittel spenden

Supermärkte in Hamburg sollen künftig in die Pflicht genommen werden, Lebensmittel zu spenden.

Frankreich, Belgien, Italien oder Tschechien tun es schon: Diese Länder wirken der Verschwendung von Lebensmitteln mit Abgabepflichten entgegen. Supermärkte müssen dort Waren, die nicht mehr verkauft werden, kostenlos an Hilfsorganisationen spenden. Auch Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks will jetzt eine solche Regelung für das Bundesland. Sie glaubt nicht daran, dass eine freiwillige Regelung das Problem auf Dauer löst. „Die Zeit der Freiwilligkeit ist vorbei“, erklärte sie.

Abgabepflicht: Supermärkte müssen Waren spenden

In der Hansestadt sollen die Märkte in Zukunft verpflichtet werden, noch genießbare Lebensmittel an Organisationen wie die Tafel zu spenden. Mit einer Bundesratsinitiative will Prüfer-Storcks die Pflicht umsetzen. Findet sie eine Mehrheit, müssen Supermärkte bei Missachtung mit Sanktionen rechnen. Zurecht, denn es landen nicht nur abgelaufene Lebensmittel im Müll, sondern auch solche, die lediglich eine beschädigte Verpackung aufweisen. Darüber hinaus will sich die Verbraucherschutzsenatorin auch weiterhin für eine bundesweite Abschaffung oder Einschränkung des Mindesthaltbarkeitsdatums einsetzen. So will sie auch die weggeworfenen Lebensmittel aus Privathaushalten reduzieren.
Durch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln lassen sich nicht nur Ressourcen, sondern auch Geld sparen. 61 Prozent der Lebensmittelverluste treten ab der Produktion bis zum Großverbraucher auf. Dies beinhaltet beispielsweise Ernte- und Prozessverluste. Private Haushalte sind für immerhin 39 Prozent der Lebensmittelabfälle verantwortlich. Hier kann jeder Einzelne aktiv dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.