Gurken-Dilemma

Gammelgurken: Ohne Plastik verdirbt das Gemüse im Supermarkt

Tonnenweise Gurken wandern in den Müll – weil sie ohne Plastikverpackung schneller verderben. Gibt es einen Ausweg?

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Salatgurke

Das Plastiksparen hat seinen Preis: Ohne Hülle verderben Gurken schneller.

Seit Jahren sparen Supermärkte an Plastik – so finden Sie an der Kasse etwa kaum noch Einweg-Plastiktüten. Auch in Plastik verpacktes Obst und Gemüse vermeidet man: Bio-Gurken etwa sind bei Netto und Rewe völlig nackt, Aldi hat die Folie sogar bei allen Salatgurken entfernt. Eine gute Sache – zumindest für die Umwelt. Leidiger Nebeneffekt jedoch: Gurken verderben anscheinend deutlich schneller. Deswegen wandern gerade laut Lebensmittel Zeitung tonnenweise Gammelgurken im Wert von knapp 25.000 Euro pro LKW-Ladung viel zu früh in den Müll.

Wieder mehr Plastik – oder gibt es einen Ausweg?

Die Supermärkte ziehen jetzt Konsequenz und führen die Plastik-ummantelte Gurke teilweise wieder ein: Laut Welt bietet Lidl zukünftig wieder Gurken mit und ohne Folie an, Rewe will sie „in Ausnahmefällen auch weiterhin in einer dünnen Folie verpacken”. Nur Aldi und Real erteilen Plastik weiterhin eine Absage – sie haben einen Ausweg aus dem Dilemma gefunden: „Nach mehreren Tests ... ist es uns gelungen, ... den Transport und die Logistik zu verbessern“, so Aldi Süd. Der Discounter verkürzt die Transportwege und schafft Zwischenlager ab, wodurch sie schneller im Markt landen und somit länger halten. Real wiederum deckt die Gurken mit Papier ab, damit sie weniger schnell austrocknen. Ob die Konkurrenz mit zieht, wird sich zeigen.
Pavel Girard

von Pavel Girard

Hobby-Koch. Japan-Nerd. Zusammen ergibt das eine große Vorliebe für die ostasiatische Küche. Eigentlich esse ich aber alles. Und schreibe drüber. Nur nicht über Brokkoli.