Weniger Essen verschwenden

Mit dieser App sparen Sie Geld und retten Lebensmittel

Mit Too Good To Go kaufen Sie günstig ein und tun auch noch etwas gegen Lebensmittelverschwendung.

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Too Good To Go

Kurz vor Ladenschluss können Sie in vielen Geschäften noch Überbleibsel des Tages ergattern – für kleines Geld!

In jedem Bäcker, jedem Supermarkt und in jedem Café liegen jeden Abend eine Menge Lebensmittel, die nicht verkauft wurden. Viele davon können am nächsten Tag nicht mehr weiterverkauft werden: Sie haben nur eine kurze Haltbarkeit, verlieren an Geschmack oder Konsistenz oder sind nach weiteren 12 Stunden einfach nicht mehr ansehnlich genug. Die meisten Läden werfen diese Waren und Lebensmittel weg. Doch mit der App „Too Good To Go“ für iOS und Android können Sie aktiv etwas gegen diese Verschwendung tun – und Lebensmittel für sehr kleines Geld kaufen, bevor sie im Müll landen.

Too Good To Go App: Zu gut zum Wegwerfen

Der Name der App sagt eigentlich schon alles: Im Angebot ist, was zu gut für die Tonne ist, aber auch nicht mehr im Laden oder dem Restaurant verkauft werden würde. Denn ist das Mindesthaltbarkeits-Datum überschritten, nehmen die meisten Händler die Ware aus Sicherheitsgründen aus dem Regal. Und ein belegtes Brötchen, das schon ein paar Stunden in der Auslage war, verkaufen die meisten Bäcker nicht mehr. Mit „Too Good To Go“ lässt sich solches Essen kurz vor Ladenschluss zu einem günstigen Preis abholen. Wie gut die Ausbeute tatsächlich ist, hängt dabei ganz vom jeweiligen Shop oder Restaurant ab, wie unser Test zeigte. „Die Faustregel ist, dass unsere KundInnen für den bezahlten ‚Too Good To Go‘-Preis Essen erhalten, welches im regulären Verkauf mindestens doppelt so viel gekostet hat“, verspricht „Too Good To Go“. In unserem Test lag der Warenwert meist weit darüber.

Too Good To Go App: So funktioniert es

Die App lässt sich kostenlos aus dem App Store oder Play Store laden, dann kann es direkt losgehen: Der Nutzer registriert sich mit einer E-Mail-Adresse und legt dann in der App seinen Standort fest. Der lässt sich später jederzeit ändern: Einfach ganz oben auf die Orts-Angabe tippen und dann unten einen anderen Ort eingeben oder die Stecknadel auf der gezeigten Karte verschieben. Im „Entdecken“- Bereich sieht der Nutzer, wo sich jetzt in der Nähe Essen retten lässt. Je nachdem, wie viel Uhr es gerade ist, erscheinen oben Vorschläge zum Mittagessen, Abendessen oder für das Frühstück. Auch nach vegetarischen Gerichten lässt sich filtern: Im Bereich „Liste“ tippt der Nutzer auf das Symbol oben rechts und dann auf „Vegetarisch“. Nach einem Tipper auf das jeweilige Angebot sieht der Nutzer die Details: Bei Edeka lässt sich zwischen 17 und 20 Uhr eine Überraschungstüte für 3,50 Euro abholen. In der Übersicht steht auch die genaue Adresse, wie gut andere Nutzer das abgeholte Essen fanden und was möglicherweise in der Tüte sein könnte. Da aber kein Geschäft genau weiß, was an dem Tag übrig bleibt, ist der Inhalt immer eine Überraschung.

Too Good To Go App

In der Übersicht erkennt der Nutzer schnell, wie viele Portionen zu welcher Zeit noch verfügbar sind. Die Angebote lassen sich auch nach vegetarischen Menüs sortieren.

Too Good To Go App: Abholen und bewerten

Pro Geschäft steht immer nur eine bestimmte Anzahl an Portionen zum Verkauf, denn der Betreiber weiß ungefähr, wie viel übrig bleibt. Sind die Portionen ausverkauft, muss der Nutzer sich etwas anderes suchen oder bis zum nächsten Tag warten. Hat alles mit Auswahl und Kauf geklappt, erscheint anschließend ein Beleg in der App: Mit dem geht man in der angegebenen Zeitspanne zum Restaurant und zeigt ihn einem Mitarbeiter. Der gibt die Portion aus und entwertet den Beleg in der App per Swipe. Und dann wird es meist so richtig spannend: In unserem Test bekamen wir bei den meisten Anbietern eine fertig gepackte Tüte. Bei drei Anbietern durften wir selbst ans Buffet oder wurden gefragt, was wir von den übrigen Lebensmitteln am liebsten hätten. Anschließend lässt sich in der App bewerten, wie zufrieden man mit dem geretteten Essen ist – daher kommen die Nutzer-Wertungen in der Detail-Ansicht. Wer schlechtes Essen bekommt, kann sich auch direkt bei „Too Good To Go“ beschweren. In unserem Test war das allerdings nicht nötig.

Too Good To Go App: Ein Erfahrungsbericht

Um die Mittagszeit ein passendes Essen zu finden, war fast ein Ding der Unmöglichkeit: Die Abholzeiten der Restaurants liegen um 14:30 Uhr oder noch später – so lange kann ich nicht warten. Außerdem sprengt der Weg zum Restaurant und zurück wohl die Pausen-Zeit vieler Angestellter. Zur Feierabend-Zeit ist das Angebot allerdings umso üppiger. Zwischen 17 und 20 Uhr lässt sich in Cafés und auch Restaurants einiges an Essen abholen. Insgesamt rette ich in der Testwoche elf Portionen und bezahle dafür 39,30 Euro: Hätte ich die gleichen Sachen einfach so gekauft, wären dafür ungefähr 160 Euro fällig gewesen. Das Essen gab es im Schnitt also zu einem Viertel des Preises! Sparen lässt sich mit dem Dienst also auf jeden Fall. Allerdings darf man dafür nicht besonders wählerisch sein. Ab und zu war auch mal was in den Tüten, das ich selbst nicht essen wollte. Das habe ich dann einfach verschenkt und so gleich noch etwas Gutes getan.

Das gab es in der Testwoche über die App:

  • Aus dem Supermarkt: Als erstes hole ich mir eine Überraschungstüte aus dem Supermarkt: Bei Edeka um die Ecke kostet das 3,50 Euro. Eine Tüte Milch, ein paar Joghurts, Käse und ein bisschen Aufschnitt sind drin – super, denn vieles davon hätte ich mir ohnehin gekauft. Allerdings hätte mich das erheblich mehr gekostet: Die Tüte enthält Waren im Wert von rund 20 Euro – alles mit Ablaufdatum heute oder morgen. Auch das Mittagessen für den nächsten Tag ist schon mit drin mit Suppe, Schafskäse und einem Linsensalat. Top!
  • Aus dem Café: Abends schlage ich im Café um die Ecke zu: Für 3 Euro bekomme ich neben vier Ciabatta-Brötchen (belegt mit Salami, Mozzarella und Tomate) auch einen Donut. Davon werden locker zwei Leute satt, denn die Ciabattas sind nicht gerade klein. Geschätzter Warenwert: 15 Euro.
  • Aus dem Hotel: Weil es die vergangenen beiden Tage so gut lief, bestelle ich am Abend bei zwei Anbietern – und bin das erste Mal ein kleines bisschen enttäuscht. Zuerst rette ich bei einem noblen Hotel Kuchen, aber für 3 Euro landen gerade mal rund 300 Gramm in der Box.
  • Nochmal aus dem Supermarkt: Eine weitere Überraschungstüte für 3,50 Euro wartet – diesmal sammele ich Lebensmittel im Wert von mehr als 26 Euro ein. Allerdings ist der Inhalt etwas eintöniger: Unter anderem sind Brühwürfel, zwei Großpackungen Bratensaft und diverse Tüten für Fertiggerichte dabei. Ohne zusätzlich einzukaufen, kann ich mich davon eher nicht ernähren. Und kurz vor dem Exodus ist der Großteil auch nicht: Die Pülverchen sind fast alle bis 2020 haltbar und selbst der Frühstücksspeck, den es gab, hält noch bis Ende Oktober. Einigermaßen schockierend, dass der Supermarkt diese Sachen am nächsten Tag offenbar entsorgen wollte.
  • Vom Bäcker: Gegen 18 Uhr gehe ich zu einer Bäckerei: Dort stehen vor mir tatsächlich schon weitere Too-Good-To-Go-Nutzer in der Schlange. Jeder von uns bekommt für 3,50 Euro zwei Tüten voll: In meinen sind vier Franzbrötchen und vier belegte Brötchen. Gut, dass heute Abend ein paar Freunde zum Filmabend vorbeikommen, um mir beim essen zu helfen. Geschätzter Warenwert: 20 Euro.
  • Aus einem Restaurant: Der Asiate um die Ecke hat es nicht nur mit der Portion gut gemeint, sondern auch mit der Verpackung. Vier Sommerrollen wurden in Plastik eingewickelt, in einen Plastikbehälter gelegt und dann ab damit in die Plastiktüte. Und die sechs Mini-Frühlingsrollen bekommen natürlich ihre eigene Plastik-Box. Puh! In der App steht in vielen Beiträgen, man soll nach Möglichkeit seine eigene Box zum abholen mitbringen. Bei diesem Asiaten mache ich das nächstes Mal garantiert. Gekostet hat die Portion 3,90 Euro, der Warenwert liegt bei 11,50 Euro.
  • Von der Konditorei: Bei der coolen Konditorei aus der Nachbarschaft wollte ich schon längst mal vorbeischauen. Für 3 Euro bekomme ich zwei Macarons und zwei Cupcakes. Sonst kosten schon ein Cupcake im Einhorn- oder Krümelmonster-Look 3,80 Euro. Warenwert: 10,40 Euro.

Too Good To Go App

Nach dem Kauf erstellt die App einen Beleg und erinnert den Nutzer kurz vor der Abholzeit an seine Mahlzeit.

Too Good To Go: Wird so viel entsorgt?

Mehr als drei Millionen aktive Nutzer hat „Too Good To Go“: Seit dem Start 2016 haben die bereits mehr als 20 Millionen Mahlzeiten gerettet, so „Too Good To Go“. Das soll laut dem App-Hersteller 51.000 Tonnen CO2 gespart haben. Aktuell ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein: Elf Millionen Tonnen Lebensmittel enden laut der Bundeszentrale für Ernährung allein in Deutschland jährlich im Müll – wir werfen also jedes Jahr das Gewicht von 55 Elbphilharmonie weg. Erschreckend: Die Mehrheit davon entfällt allerdings nicht auf Geschäfte, sondern landet bei Privatpersonen im Hausmüll.