Nach langer Debatte

Lebensmittelampel Nutri-Score: Julia Klöckner lenkt ein

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner lenkt ein: Nach langer Debatte kommt der Nutri-Score nach Deutschland.

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Nutri-Score

Ein grünes A steht für gesunde Produkte – das rote E für eher ungesunde Lebensmittel.

Nach monatelangem Hin und Her hat sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner nun doch bereit erklärt, die Lebensmittelampel Nutri-Score zu unterstützen. Lange wollte sie eine eigene Kennzeichnung für Lebensmittel entwerfen lassen – hat sich dann aber offenbar von der großen Mehrheit an Fürsprechern überzeugen lassen. Wie bei einer unabhängigen Forsa-Umfrage zu verschiedenen Kennzeichnungen herauskam, sind sich die Deutschen sogar einig: Sie wollen eine Lebensmittelampel und zwar die von französischen Wissenschaftlern entworfene Nutri-Score-Tabelle. Sie ist unabhängig, ihr liegen umfangreiche Forschungen zugrunde und sie hilft dem Verbraucher, Lebensmittel miteinander zu vergleichen. Darüber hinaus ist sie besonders einfach zu verstehen, auch für bildungsschwache Haushalte oder Kinder.

Nutri Score und Co.: Was sind Lebensmittelampeln?

Müsli, Joghurt, Pausensnacks – Hersteller werben auf den Verpackungen ihrer Produkte oft mit frischem Obst, Gemüse und Milch, obwohl die Produkte nur selten etwas von den frischen und gesunden Zutaten enthalten und stattdessen sogar ungesund sind und dick machen. Viele Verbraucher erkennen versteckten Zucker oder Fette aber nicht sofort – erst recht nicht auf der Verpackung eines Produkts. Eine einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln ist deshalb schon lange im Gespräch – in Deutschland konnte man sich bisher aber noch nicht einigen. Unter anderem auch, weil Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sich gegen bereits vorhandene Lebensmittelampeln lange wehrte. Viele davon sind in anderen Ländern Europas bereits erfolgreich im Einsatz. Sie stufen Lebensmittel mit einer Art Plakette nach ihrem Nährwertgehalt ein – und zeigen dem Verbraucher so auf einen Blick, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Danone und Iglo setzten die Nutri-Score-Kennzeichnung als erste Unternehmen auf ihren Produkten um.

Petition gegen Klöckner: Jetzt lenkt sie ein

Mit einer Petition wollte sich dann vor einigen Wochen die Organisation Foodwatch gegen die Bundesernährungsministerin zur Wehr setzen. „Julia Klöckner ignoriert die überwältigende wissenschaftliche Faktenlage. (...) Es ist höchste Zeit, dass Ministerin Klöckner sich von der unbelehrbaren deutschen Süßwaren- und Junkfood-Industrie emanzipiert und dem besten Kennzeichnungsmodell für Europas Verbraucherinnen und Verbraucher auch in Deutschland zum Durchbruch verhilft“, erklärt Luise Molling auf der Webseite von Foodwatch. Klöckner hat nun auf einer Pressekonferenz eingelenkt und steht hinter dem Nutri-Score. Einen großen Haken gibt es aber trotzdem weiterhin: Die Lebensmittelampel ist nicht verpflichtend, sondern für Hersteller freiwillig. Wer sein Produkt also nicht mit einem großen roten E versehen will, muss es nach aktueller Gesetzeslage auch nicht.
Linda Schult

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.

Sabine Stanek

von Sabine Stanek

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