Lebensmittelampel

Nutri-Score: Discounter Aldi führt Lebensmittelampel ein

Die Ampel kommt: Aldi will die Nährwerttabelle Nutri-Score auf eigene Produkte drucken. Ein offizielles Regelwerk gibt es aber noch nicht.

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Nutri-Score

Ein grünes A steht für gesunde Produkte – das rote E für eher ungesunde Lebensmittel.

Nachdem sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner vor einigen Wochen endlich dazu durchgerungen hat, die Lebensmittelampel Nutri-Score zu unterstützen, will Discounter Aldi als eines der ersten Unternehmen in großem Stil mit dem Druck der Tabelle beginnen. Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd haben gegenüber Foodwatch angekündigt, die Nutri-Score-Tabelle "auf relevanten Eigenmarken-Produkten aufzubringen“. Doch das Bestreben des Discounters muss erst durch ein gesetzliches Regelwerk gestützt werden – die Ausarbeitung dessen liegt nach wie vor im Aufgabenbereich der Bundesregierung und soll voraussichtlich Anfang 2020 fertig werden. Auf Nachfrage der Organisation Foodwatch wollen auch andere Supermärkte, unter anderem Lidl und Rewe, die Lebensmittelampel einführen, sobald es ein Regelwerk dazu gibt. Ein Haken bleibt allerdings bestehen: Auch, wenn es Gesetze rund um den Nutri-Score geben wird, ist er nicht verpflichtend. Unternehmen müssen ihre Produkte auch in Zukunft nicht kennzeichnen, wenn sie nicht wollen.

Nutri Score und Co.: Was sind Lebensmittelampeln?

Müsli, Joghurt, Pausensnacks – Hersteller werben auf den Verpackungen ihrer Produkte oft mit frischem Obst, Gemüse und Milch, obwohl die Produkte nur selten etwas von den frischen und gesunden Zutaten enthalten und stattdessen sogar ungesund sind und dick machen. Viele Verbraucher erkennen versteckten Zucker oder Fette aber nicht sofort – erst recht nicht auf der Verpackung eines Produkts. Eine einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln ist deshalb schon lange im Gespräch – in Deutschland konnte man sich bisher aber noch nicht einigen. Unter anderem auch, weil Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sich gegen bereits vorhandene Lebensmittelampeln lange wehrte. Viele davon sind in anderen Ländern Europas bereits erfolgreich im Einsatz. Sie stufen Lebensmittel mit einer Art Plakette nach ihrem Nährwertgehalt ein – und zeigen dem Verbraucher so auf einen Blick, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Danone und Iglo setzten die Nutri-Score-Kennzeichnung als erste Unternehmen auf ihren Produkten um.

Petition gegen Klöckner: Jetzt lenkt sie ein

Mit einer Petition wollte sich dann vor einigen Wochen die Organisation Foodwatch gegen die Bundesernährungsministerin zur Wehr setzen. „Julia Klöckner ignoriert die überwältigende wissenschaftliche Faktenlage. (...) Es ist höchste Zeit, dass Ministerin Klöckner sich von der unbelehrbaren deutschen Süßwaren- und Junkfood-Industrie emanzipiert und dem besten Kennzeichnungsmodell für Europas Verbraucherinnen und Verbraucher auch in Deutschland zum Durchbruch verhilft“, erklärt Luise Molling auf der Webseite von Foodwatch. Klöckner hat nun auf einer Pressekonferenz eingelenkt und steht hinter dem Nutri-Score. Einen großen Haken gibt es aber trotzdem weiterhin: Die Lebensmittelampel ist nicht verpflichtend, sondern für Hersteller freiwillig. Wer sein Produkt also nicht mit einem großen roten E versehen will, muss es nach aktueller Gesetzeslage auch nicht.
Linda Schult

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.

Sabine Stanek

von Sabine Stanek

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