Lebensmittel online bestellen

Gerichtsurteil: Amazon Fresh muss Lebensmittelherkunft listen

Seit 2017 ordern Sie bei Amazon auch Lebensmittel. Doch die Herkunft von Gemüse war nicht immer klar – bis jetzt!

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Amazon Fresh

Foodwatch klagte wegen unklarer Lebensmittelherkunft gegen Amazon – mit Erfolg.

In den Vereinigten Staaten etwa ist die Online-Bestellung von Lebensmitteln seit Jahren gang und gäbe. Hierzulande ordern Sie jedoch erst seit Kurzem – und das zum Beispiel über Amazon Fresh. So bestellen Sie beim noch jungen Spross des Online-Versandriesen seit 2017 alles von Fleisch bis Gemüse. Doch gerade solche frischen Produkte gehen nicht so gut über die digitale Ladentheke, wie eKitchen berichtete – die Kunden zweifeln ironischerweise an der Frische ihrer Waren. Außerdem war Amazon laut Foodwatch bisher nicht besonders transparent in der Auszeichnung der jeweiligen Lebensmittelherkunft – hier muss das US-Unternehmen jetzt nachbessern.

Amazon Fresh: Genaue Herkunft von Obst und Gemüse unklar

Grund ist eine Klage der Lebensmittelwächter von Foodwatch. Der Vorwurf an Amazon: Geht es um die Herkunft von Obst- und Gemüse-Produkten, listete Amazon Fresh noch bis 2018 teilweise bis zu 13 verschiedene Länder – mittlerweile sind es aber maximal drei. Dennoch wissen Sie immer noch nicht genau, wo Ihre Weintrauben, Kopfsalate oder Tomaten gerade herkommen. Die Erklärung liefert Amazon selbst: „Bei ausgewählten internationalen Produkten im Bereich frisches Obst und Gemüse können bis zu drei mögliche Ursprungsländer angegeben sein, da zum Zeitpunkt einer Kundenbestellung nicht immer feststeht, aus welcher Liefercharge die Bestellung kommt”, so das Unternehmen.

Amazon Fresh: Foodwatch-Klage zwingt Online-Riesen zum Handeln

Dennoch zerrte Foodwatch Amazon vor Gericht – und gewann tatsächlich auch: Das Landgericht München stimmte den Klägern zu, Amazons Handeln sei „ein klarer Verstoß gegen europäisches Recht”. Somit muss Amazon Fresh bei der Auszeichnung von Lebensmitteln in Zukunft noch konkreter sein. Im Zuge des Verfahrens verlangte Foodwatch außerdem generell eine stärkere Kontrolle von Online-Lebensmittelhändlern durch die Bundesregierung. „Gesetzliche Kennzeichnungspflichten gelten nicht nur für den Supermarkt um die Ecke, sondern auch für Big Player aus dem Silicon Valley”, so Luise Molling von Foodwatch.
Pavel Girard

von Pavel Girard

Hobby-Koch. Japan-Nerd. Zusammen ergibt das eine große Vorliebe für die ostasiatische Küche. Eigentlich esse ich aber alles. Und schreibe drüber. Nur nicht über Brokkoli.