Antwort auf die Billig-Fleisch-Kontroverse

„Fair & Gut“: Was bedeutet die „Tierwohlmarke” von Aldi?

Unter der Marke „Fair & Gut“ verkaufen Aldi Nord und Süd ab sofort Frischfleischprodukte, deren Standards über den gesetzlichen Tierhaltungsbedingungen liegen.

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„Fair & Gut“ Aldi Süd und Nord

„Fair & Gut“ – so heißt die tierfreundlichere Marke von Aldi.

Im Mai letzten Jahres sorgte ein Discounter-Nackensteak bei Aldi-Süd für Empörung auf Facebook und trat eine Billig-Fleisch-Kontroverse los. 600 Gramm Schweinenacken-Steak für nur 1,99 Euro? Da konnte etwas nicht stimmen. Auf jegliche Vorwürfe, die Aldi damals erntete, reagiert das Unternehmen nun mit ihrer eigenen Tierwohlmarke „Fair & Gut“. Seit dem 15. Januar 2018 findet man beim Discounter bereits die ersten Produkte unter der Marke.

„Fair & Gut“ bei Aldi

Unter dem Label „Fair & Gut“ verkaufen ausgewählte Aldi Nord und Aldi Süd Filialen in Teilen von Hamburg, Berlin und einigen Regionen Südbayerns bis dato sechs Geflügelfrischfleischprodukte, darunter Hähnchen Brustfilet, Hähnchen Geschnetzeltes und Hähnchen Oberkeule. Preislich bewegen die Produkte sich zwischen Produkten aus konventioneller Tierhaltung und Bio-Fleisch, das heißt das Hähnchen-Brustfilet kostet beispielsweise 2,99 Euro (pro 350-g-Packung) und die Hähnchen Oberkeule 1,49 Euro (pro 400-g-Packung).

Initiative Tierwohl

Jedes Kilogramm des von Aldi verkauften Schweine- oder Geflügelfleischs bringt einer Trägergesellschaft der Initiative Tierwohl 6,25 Cent. Die Initiative Tierwohl sorgt dann dafür, dass die Landwirte von denen das tierfreundlichere Fleisch kommt ein Teil des Geldes abbekommen. Dafür müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen und den Tieren bessere Haltungsbedingungen bieten. Es soll mehr Platz und Stroh in Ställen geben, Zugang zu frischer Luft und Futter ohne Gentechnik. Auch die Verwendung von Antibiotika soll so gut es geht eingeschränkt werden. Ob bei einem Ladenpreis von 1,49 Euro für 400 Gramm Hähnchen Oberkeulen wirklich großartige Veränderungen möglich sind, ist fraglich. 10 bis 20 Prozent mehr Raum in Ställen bleibt bei wenig Platz immer noch wenig. Mit den Kriterien für Bio-Fleisch kann Aldis „Fair & Gut“ nicht mithalten. Besser als konventionelle Tierhaltung und ein zaghafter Schritt in die richtige Richtung ist es aber allemal.
Sabine Stanek

von Sabine Stanek

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