Längere Haltbarkeit

Essbare Schutzschicht: Rewe testet Überzug für Obst

Rewe testet ein neues Coating für Obst: Es soll Lebensmittel länger frisch halten und Verschwendung eindämmen.

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Obst Supermarkt

So soll Obst für den Verbraucher aussehen: frisch und ohne braune Stellen.

Klingt nicht sehr appetitlich, soll aber gesundheitlich unbedenklich sein: Rewe testet als erster Markt ein neues sogenanntes Coating, also eine dünne Schutzschicht, die auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten aufgetragen wird, um deren Haltbarkeit zu verlängern. Im Prinzip schützt die Schicht das Obst vor Sauerstoff, was die Zellatmung vermindert und dadurch den natürlichen Reife- und Verfallprozess verlangsamt. Die Schutzschicht soll für den Verbraucher essbar und geschmacksneutral sein – in etwa wie die Wachsschicht, die auf einigen Produkten, vor allem Äpfeln, aus anderen Ländern aufgetragen ist, die aber hauptsächlich gegen Insekten und Parasiten helfen soll.

Lebensmittelverschwendung: Lebensmittel verderben während des Transports

Die Entwicklung solch eines Verfahrens hat natürlich vor allem finanzielle Gründe: Studien zeigten, dass ein enormer Teil empfindlicher Waren wie Obst und Gemüse, bereits während des Transports in die Zielregion und den Zielmarkt verdirbt – oft aufgrund falscher Lagerung oder fehlerhaftem Transport. Die Rewe Group setzt das neue Coating gezielt ein, um vor allem auch an Plastikverpackungen zu sparen. Eugenio Guidoccio, Geschäftsleitung Ware bei der Rewe Group, äußert in einem Interview: „Wir setzen uns seit Jahren gegen Foodwaste und für das Einsparen von Plastikverpackungen ein und möchten die Leistungsfähigkeit dieses Verfahrens in der Praxis ermitteln“. Sind die Waren durch ein solche Coating in Zukunft geschützt, sollen sie auch längere und ungünstige Transportbedingungen unbeschadet überstehen und im Supermarkt sowie im heimischen Obstkorb des Verbrauchers länger haltbar und frisch bleiben – so zumindest die Theorie.

Obstkorb