Bananenpflanzen bedroht

Lieblingsobst der Deutschen in Gefahr: Bananen verpilzt!

Die Banane ist bedroht: Eine Pilzkrankheit breitet sich langsam aber sicher über Plantagen weltweit aus. Auch Aldi in Sorge um Bestand.

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Bananenkrise

Eine normale Banane kann dem Pilz nicht viel entgegensetzen.

Von wegen Naturprodukt: Zwar ist die Banane ein Obst, ein gesundes noch dazu, doch dass sie so aussieht, wie sie heute aussieht, verdankt Sie jahrhundertelanger Zucht. Eigentlich ist die Banane ein Klon – genetische Vielfalt kennt sie nicht, sie soll gelb und gleichmäßig gewachsen sein. Schön für den Verbraucher, nicht resistent gegen Krankheiten oder in sonstiger Form widerstandsfähig. Für die Abwehr sorgte bisher stets der Mensch auf der Plantage mit jeder Menge Chemie. Den aggressiven Pilz Tropcial Race 4 (auch Panamakrankheit genannt) interessiert das aber nicht. Gegen ihn hilft kaum ein menschliches Mittel. Er ist einer von mehreren gefährlichen Pilzen und breitet sich besonders aggressiv über Bananenplantagen auf der ganzen Welt aus.

Pilzbefall: Gibt es in Zukunft keine Bananen mehr?

Das Problem besteht aber schon seit etlichen Jahrzehnten, erst in den letzten Jahren wurde es auch in den Medien immer mal wieder zum Thema. Doch vorherige Varianten des Pilzes haben schon längst ganze Bananensorten von der Bildfläche verschwinden lassen: In den 1960er Jahren etwa vernichtete die Panamakrankheit (TR1) die Sorte „Gros Michel“. „Cavendish“ heißt die heutzutage am weitesten verbreitete Sorte, sie ist zwar resistent gegen TR1, aber nicht gegen TR4. Forscher arbeiten deshalb schon lange mit Hochdruck daran, immer neue, widerstandsfähigere Bananen zu züchten, etwa indem sie die Gene von Wildbananen, sogenannte Resistenzgene, hinzunehmen.

Neue Zucht: Wie Bananen in Zukunft aussehen

Was bedeutet das alles für den Verbraucher? Ein durchaus denkbares Szenario ist, dass der Pilz alle heutigen Bananensorten ohne Resistenzen vernichtet. Forscher werden neue Sorten züchten – die könnten sich allerdings durchaus in Optik und Geschmack ein wenig zu den bekannten Sorten unterscheiden. Wer schon einmal Wildbananen gesehen hat, weiß, dass sie deutlich kleiner und sehr grün sind – und nicht allzuviel mit den großen schönen Chiquita-Bananen im Supermarkt gemein haben. Das muss aber nach einer kurzen Umgewöhnungszeit nicht mal ein Nachteil sein, denn solche Wildbananen sind sogar nahrhafter und gesünder als die überzüchteten gelben Früchte, die derzeit in aller Munde sind.

Aldi Süd: Weniger Bananen für Deutschland?

Auch Aldi äußerte sich gegenüber der „Welt“ besorgt: Der Pilzbefall in südamerikanischen Plantagen könne im schlimmsten Fall zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit der Früchte führen. Denn um den Pilz loszuwerden, müssen die befallenen Plantagen gerodet werden – Bestände zu retten oder auf den jeweiligen Feldern neue Bananen wachsen zu lassen, ist nahezu unmöglich.

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.