Studienergebnisse unterdrückt?

Coca-Cola: Die geheime Macht des Konzerns über die Wissenschaft

Welchen Einfluss hat Coca-Cola auf die Wissenschaft? Lässt der Konzern unliebsame Studienergebnisse einfach streichen? Eine Studie liefert dramatische Indizien.

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Coca-Cola

Nimmt Coca-Cola Einfluss auf wissenschaftliche Studien?

Hat Coca-Cola einen zu großen Einfluss auf die Inhalte wissenschaftlicher Studien? Ein aktueller Report deutet darauf hin, dass die Firma unangenehme Ergebnisse einfach streichen lassen kann. Vorneweg: Es ist nicht ungewöhnlich, dass große Unternehmen wissenschaftliche Studien finanzieren. Wissenschaftler erlangen so die finanziellen und strukturellen Mittel für ihre Untersuchungen und die Firmen bekommen möglicherweise neue Erkenntnisse zur Vermarktung der Produkte. Die Coca-Cola Company hat in der Vergangenheit allein in Amerika unzähliche Dollar in die Förderung von Studien gesteckt. Lange liefen diese Studien ohne weitere Erwähnung, seit 2015 hat sich die Firma freiwillig verpflichtet wissenschaftliche Fördermittel und Partnerschaften offen darzulegen. Doch möglicherweise täuscht diese neue Offenheit über eine ungeheure Macht hinweg: Wissenschaftler enthüllen nun, welchen Einfluss Coca-Cola auf die Studien ausüben kann.

Coca-Cola: Streicht der Konzern kritische Gesundheits-Erkenntnisse?

In einer Untersuchung von über 87.000 Dokumenten aus den Jahren 2015 und 2016 stellt sich heraus, dass Coca-Cola sich das Recht herausnimmt, in Studien unbequeme Erkenntnisse einfach zu streichen. Demnach könne das Unternehmen Ergebnisse und ganze wissenschaftliche Arbeiten verschiedener Partner-Universitäten vor der Veröffentlichung einfach streichen – auch ohne Angabe von Gründen. Mit vier Bildungseinrichtungen wurden entsprechende Deals gemacht: Betroffen sind die Louisiana State University, University of South Carolina, University of Toronto sowie die University of Washington.

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Wissenschaftler: Wichtige Studien sehen nie das Tageslicht

Sarah Steele, leitende Authorin der Studie, sieht Parallelen zu den Machenschaften der Taback- und Pharma-Industrie. Gary Ruskin, der ebenfalls an der Untersuchung arbeitete, klagt gegenüber der University of Cambridge an: „Mit der Macht, positive Ergebisse zu betonen und schlechte Ergebnisse zu begraben, wirkt durch Coke geförderte Wissenschaft mehr wie PR.” Immerhin: Auch wenn die Verträge an sich schon eine wichtige Rolle bei den wissenschaftlichen Arbeiten spielen können – konkrete Beweise zu bereits durch Coca-Cola abgebrochenen Studien fanden die Wissenschaftler nicht. Ob es bereits aktive Streichungen gab, wollen die Forscher nun herausfinden.

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Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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