Heftige Reaktionen im Netz

Coca-Cola: Konzern erntet Kritik für Plastik-Statement

Die Welt hat ein Plastikproblem – und der Coca-Cola-Konzern trägt daran eine große Mitschuld. Jetzt wälzt das Unternehmen die Verantwortung auf die Kunden ab – und erntet einen Shitstorm!

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Plastikmüll

Ein Fünftel aller Plastikflaschen weltweit stammt vom Coca-Cola-Konzern.

Die Welt versinkt im Plastikmüll. Findet kein Umdenken in der Gesellschaft statt, droht der Menschheit eine ökologische Katastrophe, die Hand in Hand mit dem Klimawandel geht und langfristig zur beschleunigten Ausrottung des Planeten führt – darin sind sich Experten einig. Ein Löwenanteil der täglichen Plastikflut geht auf das Konto der Getränkeindustrie. 108 Milliarden Einwegplastikflaschen produziert allein der Coca-Cola-Konzern jedes Jahr – das sind 200.000 pro Minute! Ein Großteil davon landet in den Weltmeeren und bringt das dortige Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Anlass für eine grundlegende Neuausrichtung ist das für Coca-Cola indes nicht. Wie die Nachhaltigkeitsbeauftragte des US-Unternehmens jüngst gegenüber BBC News erklärte, könne man die Produktion von Plastikflaschen nicht einstellen. Der Grund: Die Kunden mögen diese einfach zu sehr.

Coca-Cola: Internet-Nutzer sind empört

Der Konzern wolle seine Konsumenten nicht vor den Kopf stoßen, da diese sich die Plastikflaschen weiterhin wünschen würden. Eine dreiste Unterstellung, die Internet-Nutzer nun in Scharen auf die Barrikaden treibt. Auf Twitter reagierten Menschen mit massiver Empörung auf die Äußerung. Der Vorwurf: Coca-Cola versuche, die Verantwortung auf den Konsumenten abzuwälzen, um einfach weiterzumachen, wie bisher. Viele Nutzer merken an, dass sie glücklich über eine Alternative zur Plastikflasche wären, ihnen diese aber nicht angeboten würde. Andere formulieren es drastischer und erklären, dass sich im Jahr 2020 niemand mehr Plastikflaschen wünscht. Stattdessen solle man lieber über ein komplettes Plastikverbot nachdenken.

Coca-Cola: Recycling-Pläne reichen Kunden nicht

Dabei ist die Notwendigkeit einer Umstellung durchaus bei Coca-Cola angekommen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos verkündete das Unternehmen jüngst, verstärkt auf Recycling setzen und bis 2030 nur noch Flaschen aus gebrauchtem Plastik herstellen zu wollen. Doch auch damit läßt sich die wetternde Internet-Gemeinde nicht besänftigen. Nutzer fordern auf Twitter ein schnelleres Handeln. Für eine Umstellung bis 2030 fehle dem Planeten die Zeit. Coca-Colas laxe Zukunftspläne bezeichnen die Kritiker als Greenwashing. Eine Reaktion des Konzerns auf den Shitstorm steht aus.