Am falschen Ende gespart?

Billig-Brötchen: Mann vom Fach wettert gegen Discounter

Kaufen Sie Ihre Brötchen beim Discounter? Das sollten Sie sich laut einem Stuttgarter Bäckerveteranen gut überlegen.

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Brötchen

Brötchen von Tankstellen oder Discountern haben selten eine gute Qualität – das behauptet zumindest ein Mann vom Fach.

Ihre Brötchen kaufen Sie morgens schon lange nicht mehr nur beim klassischen Bäcker: Auch Tankstellen und so ziemlich alle Discounter protzen mittlerweile mit einem umfangreichen und natürlich deutlich günstigeren Backwaren-Repertoire. Egal, ob Brötchen, Brot oder Berliner – so ziemlich alle duftenden Dauerbrenner finden Sie auch im Billig-Supermarkt – und das teilweise schon ab 15 Cent. Doch taugen die Preisknaller von Aldi, Lidl und Kollegen in puncto Qualität überhaupt etwas? Laut einem Stuttgarter Bäckerveteranen nicht unbedingt!

Brötchen vom Discounter: Schnell pappig und voller Zusätze

Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche redete Jochen Friedrich Baier aus Herrenberg bei Stuttgart nicht gut über die Produkte der Konkurrenz. Und er muss es wissen: Der Profi-Bäcker ist schon sehr lange im Geschäft, seine Familie betreibt bereits seit ganzen sechs Generationen eine eigene Bäckerei. Laut Baier sei die Qualität der Billig-Brötchen im Prinzip eigentlich nicht schlecht – dafür sorgen allein schon die strikten Lebensmitttel- und Hygienevorschriften bei uns in Deutschland. Dennoch enthalten viele Billig-Produkte Zusätze wie etwa technische Enzyme, bei denen bis dato völlig unklar ist „was die im Körper des Menschen langfristig bewirken”, so Baier. Außerdem sei „das Brötchen aus der Tankstelle ... schon nach ein paar Stunden Pappe”.

Brötchen vom Discounter: Klassischer Bäcker noch lange nicht tot

Bei Baier sieht das natürlich anders aus: Seine Herrenberger Weckle aus Sauerteig etwa kosten zwar 72 Cent, bieten aber dafür ein echtes und haptisches Geschmackserlebnis: „Wenn Sie in dieses Brötchen beißen, das ist der Hammer. Diese karamellisierte Kruste, das fluffige Innere. Das können Sie auch am nächsten Tag noch essen“, behauptet der Bäcker mit Herzblut. Angst um seinen Job hat Jochen Friedrich Baier anscheinend auch nicht, denn er glaubt fest an das Bestehen des traditionellen Bäckereihandwerks: So wollen immer mehr Kunden handgeknetetes Brot Bäcker „den ... Trend bemerke ich seit etwa fünf bis sechs Jahren. Aber seit ein, zwei Jahren hat das Ganze nochmal Fahrt aufgenommen” so Baier.
Pavel Girard

von Pavel Girard

Hobby-Koch. Japan-Nerd. Zusammen ergibt das eine große Vorliebe für die ostasiatische Küche. Eigentlich esse ich aber alles. Und schreibe drüber. Nur nicht über Brokkoli.