Voller Zusatzstoffe

Beyond Meat und Co.: Wie gesund sind vegane Burger?

Vegane Ernährung gilt als gesund und umweltfreundlich, vegane Burger erleben einen wahren Boom. Doch die Fleischalternativen sind nicht immer gut für den Körper.

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veganer Burger

Wie schafft es die Lebensmittelindustrie, einen fleischlosen Burger wie Fleisch aussehen und schmecken zu lassen? Genau: Mit Zusatzstoffen.

Vegane Ernährung hat einen sehr guten Ruf: Wer vegan isst, so heißt es, der setzt auf pflanzliche Zutaten, nutzt alles, was die Natur so bietet. Dabei kommt kein Tier zu Schaden und es wird auch keines für Milch, Eier oder ähnliches ausgebeutet. Es scheint also, als sei die vegane Ernährung die perfekte Alternative. Zumal in jedem Supermarkt mittlerweile ganze Regalreihen voll veganer Lebensmittel nur darauf warten, konsumiert zu werden. Von Würstchen über Leberwurst, bis hin zu Käse oder eben den veganen Burger-Frikadellen, die Lidl und Aldi vor kurzem unter sehr viel Applaus und medialer Aufmerksamkeit auf den Markt gebracht haben.

Vegane Burger: Viele ungesunde Zusätze wie Farbstoffe und Aromen

Das Problem: Die fleischlosen Produkte entstehen im Labor, von Lebensmittelchemikern werden sie aus allen möglichen Substanzen zusammengesetzt. Es wird so lange mit Zusatzstoffen wie Verdickungsmitteln, Geschmacksverstärkern und Farbstoffen experimentiert, bis der fleischlose Burger aussieht wie ein echter. Und nicht nur das: Er soll auch so riechen, sich so anfühlen, sich genau so braten und selbstverständlich schmecken, als wäre er aus Fleisch. Und haltbar soll er natürlich auch sein. Dass das alles nicht nur mit Soja, Kleie, Salz und Pfeffer zu machen ist, sollte eigentlich klar sein. Dennoch ist vielen Menschen nicht bewusst, dass das scheinbar gesunde vegane Essen zwar ganz gut für die Umwelt ist – für den eigenen Körper aber nicht zwangsläufig die beste Wahl.
> Dieser vegane Burger blutet sogar!

Wer sich die Verpackung von fleischlosen Produkten einmal anschaut, merkt schnell, dass die meisten dieser Lebensmittel sehr weit von „rein natürlich“ entfernt und tatsächlich recht aufwendig verarbeitet sind. Aldis Wonder Burger etwa besteht zu einem Großteil aus Trinkwasser und Sojaproteinkonzentrat. Klingt erstmal okay, hinzu kommen allerdings noch rund ein halbes Dutzend weiterer Inhaltsstoffe sowie Verdickungsmittel und Aromen. Konkurrenzprodukte wie etwa von Garden Gourmet oder Rügenwalder Mühle weisen sehr ähnliche Inhaltsstoffe bei den Burgern auf – keiner kommt aber ohne Verdickungsmittel und Aromastoffe aus. Noch schlimmer ist es bei Ersatzprodukten wie Würstchen oder Aufschnitt: Je spezieller der wurstähnliche Belag sein soll, desto mehr fragwürdige Zusatzstoffe enthält er.

Inhaltsstoffe: Enthält Spuren von Milch und Ei?

Übrigens wird auf fast allen Fleischersatzprodukten darauf hingewiesen, dass Spuren von Ei oder Milch enthalten sein können. Das schließt den Verzehr für die meisten Veganer aber nicht aus, denn dieser Hinweis bedeutet lediglich: In der herstellenden Firma werden auch Produkte mit Ei oder Milch verarbeitet. Der Hinweis ist für Allergiker relevant – für Veganer bedeutet es eher, dass sie das Produkt bedenkenlos essen können, denn Milch und Co. sind so mit hoher Wahrscheinlichkeit keine nicht-deklarierten Bestandteile, etwa beim Aroma oder der Konsistenz.

Vegane Ernährung: Wie geht gesundes Essen?

Den persönlichen Fleischkonsum kritisch zu hinterfragen, ist trotz der vorangegangenen Worte wichtig und heutzutage eigentlich unumgänglich. Und nur, weil einige der fleischlosen Produkte nicht unbedingt die gesündeste Alternative sind, muss man nicht auf sie verzichten (oder gar wieder auf Fleisch umsteigen). Vieles, was wir gedankenlos konsumieren, enthält kaum ein einziges natürliches Produkt mehr. Oder eben Zusätze, die extrem fragwürdig sind – dafür muss man sich nur einmal im Joghurt-Regal oder bei Fertiggerichten umsehen. Es spricht daher nichts dagegen, hin und wieder auch fleischlose Alternativen zu kaufen und zu essen – bevor es die Billig-Mortadella ist. Wer aber wirklich gesund essen will, schaut sich vor allem nach natürlichen und möglichst unverarbeiteten Zutaten um.

von Linda Schult

Alles, was eine technische Komponente hat, ist bei mir bestens aufgehoben. Alles, was man essen kann aber natürlich auch.