Kassenloser Nano-Store

Amazon Go: Konkurrenz-Laden in Amsterdam eröffnet

Online-Händler Amazon will mit kassenlosen Supermärkten das Einkaufserlebnis revolutionieren – und erhält jetzt Konkurrenz von einer holländischen Supermarktkette!

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Albert Heijn: Nano Store

In diesem Container am Flughafen Schipol können Kunden vorübergehend kassenlos einkaufen.

Seit 2018 testet Online-Händler Amazon in den USA die ersten kassenlosen Supermärkte. Die vollmundig angepriesene Expansion mit 150 Amazon-Go-Fillialen ist bislang allerdings ausgeblieben. Nun wächst der Druck auf das Unternehmen. Die niederländische Supermarktkette Albert Heijn hat in Kooperation mit dem US-Technologie-Start-up AiFi einen ersten kassenlosen Test-Store am Amsterdamer Flughafen Schipol eröffnet. Der ist allerdings nur winzige 14 Quadratmeter groß und besteht aus einem einfachen Container. Das Mini-Geschäft lockt vor dem Eingang des Flughafengebäudes mit einer äußerst überschaubaren Auswahl an Produkten zum Testkauf. Es handelt sich bei dem sogenannten Nano-Store um einen Testballon, der Ende Januar 2020 bereits wieder verschwindet.

Kassenloser Nano-Store: Zugang per Kreditarte

Die Auswertung der gesammelten Daten und Erfahrungen soll AiFi dabei helfen, die Technik weiterzuentwickeln. Das Unternehmen kooperiert in den USA und Europa mit weiteren Supermarktketten, um die Idee der kassenlosen Supermärkte mit eigenem System voranzutreiben. Der Amsterdamer-Testladen ist mit einer automatischen Glastür versehen. Die öffnet sich nach dem kontaktlosen Einscannen der Kredikkarte per NFC am Eingangsterminal. Ein vorher angelegtes Kundenkonto oder ein Smartphone sind anders als bei Amazon Go nicht notwendig. Im Inneren erfassen Sensoren und Kameras die sich im Laden aufhaltenden Personen und die Waren die sie an sich nehmen. Gesichtserkennung soll dabei explizit nicht zum Einsatz kommen. Beim Verlassen des Containers stellt das automatisierte System alle entnommenen Artikel der jeweiligen Kreditkarte in Rechnung. Optional können sich Kunden vor Verlassen die erfassten Waren auf einem Bildschirm auflisten lassen, um Fehler auszuschließen.

Kassenloser Nano-Store: Wohl noch nicht alltagstauglich

Laut Supermarktblog.com funktioniert das Konzept in der Praxis erfreulich reibungslos. Dabei sei allerdings noch nicht auszumachen, ob die Technik auch tatsächlich alltagstauglich ist. So können sich in dem kleinen Laden niemals mehr als vier Personen gleichzeitig aufhalten. Zudem scheinen Mitarbeiter von Kunden verschobene Waren sofort wieder sauber in die richtige Position rücken zu müssen, damit das System diese korrekt erkennen kann. Auf Twitter berichten Käufer von Problemen, nachdem sie sich an die Regale gelehnt oder Waren zurückgelegt hatten. AiFi gibt zwar an, dass das System in der Lage sei, Tausende Kunden und deren Einkäufe gelichzeitig zu registrieren, in der Praxis scheint das aber höchstens unter perfekten Laborbedingungen möglich zu sein. Wann die ersten festeingerichteten kassenlosen Supermärkte mit dieser Technologie eröffnen, bleibt unklar. Fest steht: In diesem Sektor scheint sich eine Menge zu tun.