Mit einem Jahr Verspätung

Amazon Go: Erster Supermarkt ohne Kasse eröffnet

Nie wieder an der Kasse anstehen? Mit den neuen „Amazon Go”-Stores schon heute Realität. In Seattle eröffnete nun der erste kassenlose Supermarkt der Welt – mit satter Verspätung.

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Amazon Go

Einfach aus dem Regal nehmen – und los! Bei Amazon Go gibt es keine Kassen. Sensoren erkennen, welche Produkte Sie mitnehmen.

Die Lebensmittel aus dem Regal nehmen und den Markt dann einfach verlassen? Das klingt im ersten Moment nach Ladendiebstahl, ist beim amerikanischen Supermarkt Amazon Go aber erlaubt und erwünscht. Bezahlt wird nämlich trotzdem – per App und Amazon-Konto. Nach Angaben des Online-Versandhändlers befinden sich Waagen in den Regalböden und unzählige Sensoren und Kameras im Laden selbst. Eine Software erkennt so automatisch, welche Produkte der Kunde mitgenommen hat. Ein kurzer Scan des Smartphones am Ende des Einkaufs reicht und die Kosten werden direkt mit dem Amazon-Kundenkonto beglichen.

Amazon Go: Keine Sorge vor Gesichtserkennung

Vor dem Startschuss versuchte Amazon skeptische Kunden zu besänftigen: Trotz der Kameras und Sensoren überall im Store setze man nicht auf Gesichtserkennung. Das System erfasse Kunden lediglich als abstrakte 3D-Objekte und ordnet die aus dem Regal genommenen und eingepackten Lebensmittel zu. Dass Amazon dank der App natürlich dennoch haargenau wissen dürfte, was jeder einzelne Kunde macht und wie er sich im Amazon Go verhält, erwähnt der US-Riese nicht.
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Amazon eröffnet sein erstes Amazon-Go-Geschäft mit „Just walk out“-Technologie. Es ist ein Supermarkt ohne Kassenstopp.

Diebstahl bei Amazon Go unmöglich

Diebstahl scheint unmöglich: Ein Reporter der New York Times hatte versucht, ein paar Getränkedosen im Testlauf vor den Kameras zu verbergen. Am Ende tauchten die Produkte aber dennoch auf seiner Online-Rechnung auf. Die Sensoren arbeiten zu genau, zu jeden Zeitpunkt ist klar, wo sich welches Produkt gerade befindet. So ist auch für die Mitarbeiter vor Ort immer sofort klar, welche Regale sie mit welchen Produkten nachbestücken sollten. Die Technologie war allerdings nicht immer so ausgereift: Usprünglich sollte Amazon Go bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres an den Start gehen. Die Kameras hatten allerdings offenbar besonders bei vielen Einkäufern Schwierigkeiten, alle Lebensmittel richtig zuzuordnen. Diese Probleme habe man inzwischen behoben.

Braucht Amazon Go überhaupt noch Mitarbeiter?

Auch wenn es in diesem Laden keine Kassen mehr gibt: Mitarbeiter benötigt Amazon dennoch. Beispielsweise zur Zubereitung frischer Salate, dem Befüllen der Regale oder zur Alterskontrolle am Alkohol-Regal. Typisch Amerika: Am Eingang werden Kunden durch einen ständig lächelnden Mitarbeiter gegrüßt.

Amazon Go: So sieht das Sortiment aus

Aber welche Produkte befinden sich im Sortiment von Amazon Go und was kosten Produkte vor Ort? Die amerikanischen Medienvertreter vor Ort melden Preise auf Supermarkt-Niveau. Im Angebot sind frische Lebensmittel, zubereitete Salate, Kochboxen, Fertiggerichte, Getränke – und natürlich Produkte aus dem Wholefoods-Produktspektrum. Amazon hatte den amerikanischen Bio-Supermarkt im vergangenen Jahr übernommen. Seitdem gibt es auch immer wieder Gerüchte, dass der Mega-Konzern auch in Deutschland Supermärkte eröffnen könnte.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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