Für die Umwelt

Aldi überrascht Kunden mit neuen Kosten für Plastiktüten

Aldi nimmt jetzt Geld für die kleinen Tüten am Gemüsestand. Wie sehr belastet man damit die Kunden – und warum?

Datum:
Aldi

Weg mit dem Plastikmüll: Aldi Nord und Aldi Süd nehmen jetzt Geld für Plastiktüten.

Es geht ein Raunen durch die sozialen Netzwerke, denn die größten Discounter stellen ein häufig genutztes Angebot ein: Aldi Nord und Aldi Süd wollen für ein traditionell kostenloses Produkt jetzt Geld. Es geht um ein Produkt, dass quasi jeder Kunde mit Hang zu frischen Produkten schon in der Hand hatte: Kleine Plastiktüten. Bislang landeten Obst und Gemüse ohne weiteres Nachdenken in den leichten Beuteln. Doch damit ist jetzt Schluss: Nach langanhaltender Kritik und nahenden Plastikverboten von Seiten der EU wollen die Discounter jetzt Geld für die kleinen Beutel nehmen – und so den Verbrauch der praktischen aber unglaublich umweltbelastenden Plastiktütchen zu senken. Doch auf den ersten Blick überrascht der Betrag.

„Symbolischer Preis” bei Aldi: Macht dieser Betrag einen Unterschied?

Der Gedanke ist klar: Wenn etwas Geld kostet, überlegen Kunden zwei Mal, ob sie den müllverursachenden Beutel wirklich benötigen. So wollen Aldi Süd und Aldi Nord den eigenen Beitrag zur Vermüllung der Umwelt mittelfristig spürbar zurückschrauben. Schließlich verbrauchten die Kunden in Deutschland 2018 etwa drei Milliarden (!) der Plastikbeutel, die nach dem Einkauf einfach im Müll landen – 37 pro Person in Deutschland. Jetzt also die Gebühr: Pro Beutel für Obst und Gemüse verlangen die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd künftig einen Cent. Also 0,01 Euro. Das klingt nach so wenig, dass man meinen könnte, dass sich die Läden diesen Betrag auch sparen könnten. Doch Fehlanzeige: Erfahrungen in Italien zeigen, dass selbst geringe Beträge einen echten Effekt haben: Kunden kaufen seit der Einführung von Beträgen zwischen einem und drei Cent deutlich weniger Plastiktüten als zuvor.

Aldi Nord und Aldi Süd: Pläne zur Reduktion von Müll

Aldi Nord und Aldi Süd planen ein groß angelegtes Nachhaltigkeitsengagement. In den kommenden 3 Jahren sollen alle Eigenmarken recyclingfähigen Verpackungen in die Läden kommen. Bis 2025 wolle man insgesamt 30 Prozent weniger Plastik in den Verpackungen einsetzen. Auch die Tüten wollen die Discounter von Plastik auf nachhaltigere Substanzen wie Papier oder Zuckerrohr umstellen.