Tiefpunkt der Kultmarke

Thermomix am Ende? Vorwerk stellt Produktion in Wuppertal ein

Der Hype ist vorbei. Der Thermomix verkauft sich immer schlechter. Jetzt stellt Vorwerk die Produktion am Firmensitz ein. Das Ende der Kultmaschine?

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Thermomix

Der Thermomix wurde bisher in Deutschland gefertigt. Jetzt fallen viele Stellen weg.

Einst war der Thermomix ein Verkaufswunder, der den ehemals maximal für Staubsauger bekannten Hersteller Vorwerk zu einem Vorreiter im Bereich der Thermo-Küchenmaschinen gemacht hat. Doch der Hype ist vorbei, Medien berichten von teils dramatischen Verkaufseinbrüchen: Schon 2017 ging der Verkauf des automatisierten Küchenhelfers um mehr als ein Zehntel zurück. Und auch 2018 lief nicht deutlich besser für das Wuppertaler Traditionsunternehmen. Der Thermomix ist kein Selbstläufer mehr und auch der neue Hoffnungsträger Temial, ein smarter Teebereiter für sagenhafte 600 Euro, verkommt zum Flopp. Eine Umstrukturierung unter dem Arbeitstitel New Horizon zeigt nun dramatische Einschnitte: Die Thermomix-Produktion am Standort Wuppertal laufe demnach voraussichtlich im Dezember 2019 aus.

Thermomix: Kündigungen in Deutschland, größtes Werk bleibt in Frankreich

In Deutschland arbeiten aktuell etwa 3.300 Menschen für Vorwerk – und 200 Vollzeitstellen sollen nach aktuellen Planungen künftig wegfallen. Immerhin: Es soll „nur” 85 betriebsbedingte Kündigungen geben, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der Rheinischen Post bestätigte. Die Fertigung von Messern und Motoren erfolgt demnach auch weiterhin am Firmensitz in Wuppertal. Die Streichungen sind etwas überraschend, schließlich wollte Manager und Vorwerk-Chef Reiner Strecker eigentlich mehr Geld in das Wuppertaler Werk investieren. Aber auch International sollen durch New Horizon stellen wegfallen, auch wenn das in Europa größte Thermomix-Werk in Frankreich bestehen bleiben soll. Die Pläne zum Stellenabbau in Deutschland sind schon länger bekannt: Schon im Dezember 2018 hieß es, dass die Stellen Innerhalb einer Frist von drei Jahren nach und nach wegfallen würden.

Thermomix: Warum ist der TM nicht mehr so erfolgreich?

Grund für den langsamen Abstieg des Wuppertaler Kultgeräts sind offenbar auch die zahlreichen Alternativen bei Billiganbietern. In Asien produzierte Klone mit zumindest immer ähnlicher werdender Funktionalität stehen bei Aldi, Lidl & Co. für einen Bruchteil des Preises des Originals in den Regalen. Kein Wunder, dass die Verkäufer des klassischen Direktvertriebs mit ihren Präsentationen bei Menschen zu Hause weniger auf Begeisterung stoßen. Gleichzeitig verschiebt sich das Interesse. In Europa scheint der Bedarf an Thermo-Küchenmaschinen langsam aber sicher gedeckt – Vorwerk sieht aber großes Potenzial, um in asiatischen Märkten weiter aufzutrumpfen.

Thermo-Küchenmaschine

Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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