Hype bye-bye?

Thermomix am Ende? Jeder zwanzigste Job ist in Gefahr

Der Hype ist vorbei. Der Thermomix verkauft sich immer schlechter. Jetzt drohen sogar Stellenstreichungen. Was ist passiert?

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Thermomix

Der Thermomix wird in Deutschland gefertigt. Gerade hier könnten Stellen wegfallen.

Einst war der Thermomix ein Verkaufswunder, der den ehemals maximal für Staubsauger bekannten Hersteller Vorwerk zu einem Vorreiter im Bereich der Thermo-Küchenmaschinen gemacht hat. Doch der Hype ist vorbei, das Handelsblatt berichtet von teils dramatischen Verkaufseinbrüchen: Schon 2017 ging der Verkauf des automatisierten Küchenhelfers um mehr als ein Zehntel zurück. Und auch 2018 lief nicht deutlich besser für das Wuppertaler Traditionsunternehmen. Der Thermomix ist kein Selbstläufer mehr und auch der neue Hoffnungsträger Temial, ein smarter Teebereiter für sagenhafte 600 Euro, verkommt zum Flopp. Jetzt plant das Familienunternehmen eine Reorganisation mit dem Arbeitstitel New Horizon. Gemeint sind: Stellenstreichungen.

Thermomix: Wird jetzt jeder zwanzigste Mitarbeiter entlassen?

In Deutschland arbeiten aktuell etwa 3.300 Menschen für Vorwerk – und 320 Stellen sollen nach aktuellen Planungen bald wegfallen. Nicht alle in der Bundesrepublik – es sind aber dennoch etwa fünf Prozent der hiesigen Jobs in Gefahr. Innerhalb einer Frist von drei Jahren könnten die Stellen nach und nach wegfallen. Zumindest nach dem Szenario, das dem Handelsblatt vorliegt. Zwei weitere Varianten ständen demnach noch unter Verschluss – die Entscheidung fällt im Frühjahr.

Warum ist der Thermomix nicht mehr so erfolgreich?

Grund für den langsamen Abstieg sind offenbar auch die zahlreichen Alternativen bei Billiganbietern. In Asien produzierte Klone mit zumindest immer ähnlicher werdender Funktionalität stehen bei Aldi, Lidl & Co. für einen Bruchteil des Preises des Originals in den Regalen. Kein Wunder, dass die Verkäufer des klassischen Direktvertriebs mit ihren Präsentationen bei Menschen zu Hause weniger auf Begeisterung stoßen. Manager und Vorwerk-Chef Reiner Strecker will das ändern: Mehr Geld für die IT, mehr Geld für das Wuppertaler Werk. Und mal sehen: eventuell kommt der Thermomix TM6 wieder mit Funktionalität um die Ecke, die bei der Konkurrenz nicht so schnell immitiert werden kann.

Thermo-Küchenmaschine

Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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