Internalisierte Bedeutung

Schon der Gedanke an Kaffee macht uns merklich fokussierter

Kaffee macht uns wach und konzentriert, das ist bekannt. Darum reicht aber schon der Gedanke an Kaffee für einen Effekt.

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Kaffee

Kaffee macht wach, das ist klar. Aber schon der Gedanke gibt uns mehr Konzentration.

Wir Menschen lieben eine gute Sensorik. Gerüche, Geräusche und die Haptik spielt bei leckeren Snacks eine ähnlich wichtige Rolle, wie der Geschmack an sich – und lösen in uns bereits ähnliche Effekte aus, wie das eigentliche Snacken. Somit ist es auch kein Wunder, dass Chipstüten besonders laut knistern, um uns ein Gefühl von Frische und Knusprigkeit zu vermitteln. Wie weit die Effekte der Psyche gehen, zeigt nun eine Studie von australischen und kanadischen Forschern. Ihre im Fachblack Consciousness and Cognition veröffentlichte Studie zeigt: Schon der Gedanke an Kaffee aktiviert in regelmäßigen Konsumenten der schwarzen Brühe eine erhöhte Konzentration und ein gesteigertes Gefühl von Wachheit. Spannend: Dieser Effekt ist offenbar auch stark vom kulturellen Hintergrund der Person abhängig.

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Kaffee: Bessere Konzentration durch Gedanken an Kaffee

In einem von vier Tests der Studie sollten Probanden einen neuen Slogan für eine fiktive Marke entwickeln. Kandidaten mit westlichem Hintergrund (wo Kaffee mit Produktivität in Verbindung gebracht wird) lieferten durch die Bank weg spezifischere und detailliertere Vorschläge, wenn während der Runde Kaffee subtil erwähnt wurde. Hier spielt die Erwartungshaltung an das Getränk eine Rolle: Menschen erwarten einen wachmachenden und konzentrationsfördernden Effekt, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung schaltet der Körper also schon bei Gedanken an das Produkt entsprechende Hebel. Ganz ohne Koffein und die intensiven Aromen des Getränks.

Zugewiesene Bedeutung beeinflusst die Wirkung

Bei Menschen, beispielsweise aus Japan, China oder Korea, die eine solche psychologische Verknüpfung traditionell nicht aufgebaut haben, gab es diesen besonderen Effekt nicht. Zwar seien noch viele weitere – und größer angelegte – Studien dieser Art notwendig, um die Effekte im Detail zu analysieren, doch schon jetzt zeigt die Studie auf, wie sehr die Bedeutung, die wir Lebensmittel zuweisen, auf uns sehr real einwirken.