Gilt auch für Alkohol

Alles Kopfsache? Warum wir Kaffee entweder hassen oder lieben

Bestimmen Geschmacksgene unsere die Vorlieben für Getränke? Zumindest bei Kaffee und Alkohol ist das nur eine Binsenweisheit.

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Kaffee

Dieser Mann mag Kaffee offenbar nicht. Das hat aber wenig mit seinen Geschmacksgenen zu tun.

Ist Geschmack vererbbar? Bestimmen also unsere Geschmacksnerven (und die entsprechenden Gene) darüber, welche Geschmacksrichtungen wir besonders gut finden? Diese Theorie bestimmte lange Zeit das Denken darüber, woran es liegen könnte, dass man beispielsweise bitteren Kaffee und Alkohol mag – oder ob ohne ein, zwei Prisen Zucker gar nichts geht. Elisabeth Cornelly, Wissenschaftlerin an der University Feinberg School of Medicin, sieht das anders: Laut ihrer Studie liegen die Ursachen unserer Liebe – oder unseres Hasses – nicht im Geschmack. So gehe es viel mehr um den psychologischen Effekt, den Getränke bei den Konsumenten auslösen.

Galerie: Diese Getränke haben noch mehr Zucker als Coca-Cola

Studie zu Kaffee und Alkohol: Alles für das Gefühl

Die Liebe zu Getränken basiert demnach nur untergeordnet an den Genen, die für den Geschmack an sich verantwortlich sind. Vielmehr schütten unsere Körper nach dem Konsum spezielle Botenstoffe aus. Das Gehirn gibt uns also mit jedem Schluck eine Art geistige Belohnung, die wir mit den Getränken entsprechend abrufen. Besonders schnell passiert das bei zuckerhaltigen Getränken, aber auch in Kaffee oder Alkohol vorkommende Bitterstoffe sorgen für den unterbewussten Kick. Das bedeutet: Ob wir ein bitteres oder süßes Getränk mögen, hängt von Genen ab, die eher mit dem Stoffwechsel und den damit verbundenen psychoaktiven Effekten in Verbindung stehen. Für diese Erkenntnis wurden 336.000 Probanden in einer umfassenden Studie zum Getränkekonsumverhalten befragt und mit einer Erbgutanalyse abgeglichen.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

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