Millionen-Geschäft

Angriff auf Aldi? Lidl will beliebtes Produkt selber herstellen

Ein paar Produkte könnten bei Lidl bald komplett anders schmecken. Der Discounter will bei der Produktion bald selbst mitwirken.

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Wenn es gut sein soll, macht man es selbst? Offenbar folgt auch Lidl dieser Logik.

Ein neues Beben im stark umkämpften Kaffeemarkt: Die Schwarz-Gruppe, der Konzern um Lidl und Kaufland will laut Lebensmittelzeitung offenbar ein größeres Stück vom Kuchen und mehr Kontrolle – und plant deshalb, aktiv in die Produktion von Kaffee einzusteigen. Konkret würde man dem Vorbild von Aldi Süd folgen und mit der Errichtung einer eigenen Rösterei einen wichtigen Teil im Produktionsablauf in der Herstellung von industriellen Kaffeebohnen übernehmen. Eine solche Entscheidung könnte man auch als Angriff auf den Discounter-Primus werten, als einen Weg auch hier langfristig gleichzuziehen. Die Zahlen sprechen für diesen Schritt eine eindeutige Sprache: Zwar muss Lidl einen ordentlichen Betrag investieren, um eine eigene Kaffeerösterei in Betrieb zu nehmen, gleichzeitig locken aber auch ungeteilteEinnahmen in hoher Millionenhöhe.

Sprecher bestätigt: Bau eigener Rösterei geplant

Lange war der Bau einer eigenen Rösterei von Seiten der Schwarz-Gruppe unkommentiert geblieben. Jetzt bricht ein Sprecher des Konzerns das Schweigen. In einem Statement bestätigte man nun den Bau der eigenen Kaffeerösterei in westfälischen Stadt Rheine – noch in diesem Jahr geht es los. Zu Investitionskosten gibt es aber noch keine konkreten Angaben.

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Lidl will Kaffee selber rösten: Bleiben Partner auf der Strecke?

Etwa 400 Millionen Euro setzt Lidl laut Lebensmittelzeitung mit Kaffee um, 150 Millionen entfallen dabei auf Eigenmarken. Bisher verdienten hier große Röstereien mit: Melitta, Westhoff oder Minges sind für die Röstung der aromatischen Bohnen verantwortlich. Sollte Lidl diese Partner mit einer eigenen Rösterei aus dem Produktionsprozess ausklammern, würde bei diesen Unternehmen viel Geld auf der Strecke bleiben. Neu wäre ein solcher Schachzug von Lidl nicht: In der Vergangenheit steckte der Discounter viel Geld in die Errichtung von Produktionsstätten wie einem eigenen Backwerk oder einer Eiscreme-Herstellungsanlage.

Kaffeebohnen

Erik J. Schulze

von

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