OPSON VIII

Interpol: Fälscher geben Billlig-Kaffee als Arabica-Bohnen aus

Dreister Betrug bei Kaffeebohnen: Wir trinken nicht immer den Kaffee, den wir erwarten! Internationale Polizei-Teams enthüllen einen Skandal.

Datum:
Jaffee

Billig-Bohnen statt Arabica-Kaffee. Interpol und Europol decken kriminelle Machenschaften auf.

Was sich von Anfang Januar bis Mitte Februar 2019 abspielte liest sich wie ein Krimi. Es geht um einen Einsatz von Interpol und Europol, dreizehn europäische Staaten arbeiteten an der geheimen Mission zusammen. Der Verdacht: Kriminelle geben qualitativ minderwertige Bohnen als den beliebten Arabica-Kaffee aus, um höhere Profite zu generieren. Bei der sechswöchigen Kernphase des OPSON VIII genannten Einsatzes bestätigte sich der böse Verdacht. Wie das federführende Bundesamt für Verbraucherschutz jetz bekanntgab, wurde in Deutschland, Portugal und der Schweiz nachgewiesen, dass günstigere Robusta-Bohnen zum Einsatz kamen, wo eigentlich nur Arabica-Kaffee drin sein sollte. In jeder fünfzigsten Probe der über 1,5 Tonnen gerösteten Kaffees fanden die Ermittler entsprechende Verunreinigungen.

Robusta statt Arabica: Bis zu 100 Prozent ausgetauscht

Bei den betroffenen Proben begann die „Verunreinigung” mit den günstigeren Robusta-Bohnen bei einem Wert von sieben Prozent. Dabei hörte es aber nicht auf: So fanden die Polizisten auch ein Beispiel bei der eine vollständig falsche Dekaration vorlag, 100 Prozent Robusta-Bohnen sollten hier zum Preis von Arabica-Bohnen über den Thresen gehen. Die Analyse gestaltete sich als schwierig. Ist Kaffee erst einmal geröstet oder gar gemalen, lassen sich optisch keine Unterschiede mehr feststellen. Zum Nachweis von Anteilen der Robusta-Kaffeebohne wurden die Proben in einem Labor aus Karlsruhe auf den Gehalt des Bestandteils 16-O-Methylcafestol untersucht. Dieser Inhaltsstoff ist nur in Kaffeebohnen der Art Robusta enthalten.

Polizei über Kaffee-Skandal: Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen sind in einigen Teilen noch nicht abgeschlossen, ein Fall in Deutschland wurde aber bereits an die Staatsanwaltschaft übergeben. Liegen alle Ergebnisse – auch aus den weiteren betroffenen Ländern Portugal und Schweiz – vor, soll ein Gesamtbild erstellt werden, das die gesamten Ausmaße des Kaffeebetrugs darstellen soll. Auch nach dem offiziellen Ende der „OPSON VIII”-Mission schließe man aber Folge-Aktionen nicht aus.