Smarter Rauchsensor

Safera Sense: Smarter Herdwächter im Test

Ein neuer Kochsensor verspricht smarte Hilfe beim Kochen. Insbesondere bei der Sicherheit. Wir haben den Safera Sense bereits vor dem Marktstart getestet.

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Safera Sense

Safera Sense misst erstaunlich detaillierte Werte in Ihrer Küche.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Ob nicht ausgeschaltete Herdplatte, Co2-Entwicklung oder Nebelschwaden vom ewig kochenden Nudelwasser: Der Safera Sense warnt, wenn rund um den Herd Gefahr im Anmarsch ist. Und das zuverlässig. Während er Temperatur, Luftqualität und Partikelbelastung misst und in der App anzeigt, erledigt er seinen Job als smarter Kochsensors exakt und problemlos. Timing-Optionen für Garzeiten sind ein nettes Extra, aber für Kochneulinge keineswegs ein Ersatz für eine vollwertige Koch-App. Zumindest noch nicht. Denn Sensor und Software sind noch nicht erhältlich. Ein bereits integrierter „Steak Frying Assistant“, der Bescheid gibt, wenn die Pfanne heiß genug ist, lässt vermuten, dass weitere Funktionen dieser Art integriert werden. Wer sich einen Aufpasser wünscht, der ein Auge auf den Herd hat, während er abgelenkt ist, bekommt hier eine optimale Security-Einheit für die Küche.

Pro

  • Klein und unauffällig
  • hochwertige Verarbeitung
  • einfache Anbringung

Kontra

  • Verbindung via Bluetooth (strom-intensiv, Reichweite begrenzt)
  • App bislang nur für iOS erhältlich, Android soll in Kürze folgen
  • App vor Marktstart nur in englischer Sprache
  • Bedienung teils wenig intuitiv
  • Angezeigte Werte erschließen sich nicht alle auf den ersten Blick
  • Anschaffungspreis mit 199 Euro recht hoch

Jamie Oliver Pfanne

Das Telefon klingelt, der beste Freund ist dran, bester Laune. Während wir über die detaillierten Schilderungen der gestrigen Weihnachtsfeier lachen, kommt ganz plötzlich ein ungutes Gefühl auf. Da war doch was! Oje, das Abendessen! Ein paar Schritte den Flur hinauf und schon stehen wir mitten in einer Mischung aus Hamam und der alten Imbissbude um die Ecke. Die Küche versinkt in dichten Nebelschwaden, während beißender Geruch von verbranntem Öl samt kleinen Stücken von zu Kohle gewordenem Gemüse in der Nase brennt. So albern die Warnungen der Eltern immer klangen, den Herd nie unbeaufsichtigt zu lassen, plötzlich leuchtet ein, warum solch ein Hinweis doch nicht gänzlich überflüssig war. Eben solch unangenehme Überraschungen soll der neue Kochsensor Safera Sense vermeiden und immer dann das Essen beaufsichtigen, wenn der Koch abgelenkt oder nicht im Raum ist.

Safera Sense: Digitale Messstation

Stolze 199 Euro soll die smarte Küchen-Security kosten, wenn sie auf den Markt kommt. Der smarte Kochsensor, wie Rauchmelder-Hersteller Safera seine neue Erfindung nennt, ist genau das: Ein Sensor für den Herd. In seiner Funktion als Überwacher kulinarischer Aktivitäten arbeitet er ebenso zuverlässig wie präzise und kontrolliert gleich ein ganzes Spektrum an Faktoren. Von der Temperatur über Luftfeuchtigkeit bis hin zu Partikeldichte, Co2-Gehalt und Gasentwicklung behält der smarte Rauchmelder alles im digitalen Blick. Sogar der Aktivitätslevel des Kochs wird per Bewegungssteuerung gemessen, analysiert und in der passenden Gratis-App angezeigt. Der hilft dem Programm, den aktuellen Gefahrenlevel zu berechnen. Steigt die Temperatur auf dem Herd kontinuierlich an, während der Aktivitätslevel bei Null liegt, steigt der Marker des Gefahrenlevels schneller an und wechselt von grün auf rot, bis schließlich Alarm ertönt. Aus der App wie aus dem Sensor. Und zwar, bevor die Küche in Flammen steht und ein klassischer Rauchmelder reagiert.

Safera Sense

Klein und unscheinbar: Der Sensor von Safera fällt kaum auf.

Safera Sense: puristische Optik

Dass in der kleinen Verpackung ein hochwertiges HighTech-Werkzeug steckt, lässt sich erst nach dem Auspacken erahnen. Das Gerät wirkt angenehm robust und gut verarbeitet. Mit den rückseitigen Klebeflächen oder per Standfuß hat die simple Montage ihren Namen kaum verdient. Die schlichte Form mit ihren kleinen Abmessungen dürfte sich in jede Küche optisch einfügen. Während Smart Home Besitzer den Sensor in ihr intelligentes Heim per App integrieren können, funktioniert der Safera Sense auch in wenig smarten Küchen. Er läuft über handelsübliche AA-Batterrien und lässt sich mit einem Knopfdruck per Bluetooth mit der App verbinden. Diese benötigt, wer mit dem schwarzen Balken mehr anfangen will, als im Ernstfall ein Alarmsignal daraus zu hören. Denn die Hardware, die sich permanent in Alarmbereitschaft befindet, besitzt kein eigenes Display.

Safera Sense: Statistiken und Diagramme

Die App ist bislang nur in englischer Sprache und für iOS 11.0 oder höher erhältlich und schließt somit viele Hobbyköche aus. Dies soll sich aber voraussichtlich zur Markteinführung, deren Datum noch nicht feststeht, ändern. Die App löst nicht nur Alarm bei akuter Gefahr aus, sondern fungiert als eine Art komplette Wetterstation für das Herdumfeld. Und gibt die vom Sensor gesammelten Daten in Diagrammen aus, die nach Wunsch einen Überblick über die aktuelle Situation oder einen zeitlichen Verlauf der letzten Stunden, Tage oder Wochen anzeigt. Dass die App sogar darauf aufmerksam macht, wann es beim Kochen wieder einmal Zeit zum Lüften wird, lässt den Nutzer erst einmal schmunzelnd zurück. Die anderen Detail-Werte erfreuen so manch einen Freund von Statistiken. Im Ernstfall jedoch können die genauen Messungen samt offiziell empfohlener, aber individuell einstellbarer Höchstwerte von Gefahrenfaktoren samt Alarm wahre Retter sein.

Safera Sense: Kochzeiten im Blick

Als smarter Kochsensor überwacht der Safera Sense neben der Luft auch die Geschehnisse in den Töpfen und Pfannen. Eine ständig automatisch aktualisierte Timeline zeigt alle bisherigen Aktivitäten der Kochsession. Und zwar besser als vermutet: Wann das Reiswasser zu kochen beginnt, bemerkt der Sensor ebenso zuverlässig wie das Einschalten des Herdes. Auch die klassische Eieruhr ersetzt der Sensor, wenn der Hobbykoch auf den mittigen Button drückt, sobald er eine Zutat in den Topf gegeben hat. So füllt sich die Zeitlinie mit immer mehr Punkten, während eine Uhr kontinuierlich weiter zählt. Also kein Problem, wenn die Spaghetti al dente werden sollen, obwohl der Koch vergessen hat, wann er sie in den Topf gestellt hat.

Safera Sense: Security für abgelenkte Hobbyköche

Eine Kochapp mit detaillierten Anweisungen ersetzt der Safera Sense zumindest in der jetzigen Version aber nicht. Rezepte sind in der Vorab-App nicht enthalten. Jedoch soll die App lernfähig sein und sich auf Dauer die Kochzeiten des Nutzers merken und somit Empfehlungen für bereits gekochte Gerichte geben. Das Gerät besitzt viel Potential und ist zumindest für Sicherheits-Fans bestimmt eine Überlegung wert. Insbesondere häufig abgelenkte Köche profitieren von den Warnfunktionen. Allerdings nur, wenn sie sich in der Nähe befinden. Denn die Bluetooth-Verbindung hat – insbesondere in Altbauten oder großen Häusern – ihre Grenzen.

Jamie Oliver Pfanne