Eine Frage der Veranlagung?

Studie: Abneigung gegen Gemüse ist genetisch bedingt

Sie möchten sich gesund ernähren, können sich für Gemüse aber nicht begeistern? Laut einer aktuellen Studie könnte dieses Problem genetisch bedingt sein!

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Gemüse

Gemüse ist nicht jedermanns Sache. Schuld könnten die Gene sein.

Eine ausgewogene Ernährung erfordert vor allem den regelmäßigen Genuss von frischem Gemüse. Doch der fällt vielen Menschen schwer. Der Ausblick auf gedünsteten Brokkoli, angebratenen Blumenkohl oder einen Möhreneintopf löst bei einigen Menschen eher einen Fluchtreflex als Hungergefühl aus. Bislang schien es so, als sei dieser Umstand das Ergebnis ungesunder Essgewohnheiten und letztendlich eine Frage der Umgewöhnung. Eine neue Studie will den Grund für grundsätzliche Gemüseabneigung nun jedoch an ganz anderer Stelle ausgemacht haben: in den Genen!

Studie: Gen beeinflusst Geschmackserlebnis

Wie Wissenschaftler der University of Kentucky herausfanden, sorgt eine spezielle genetische Veranlagung dafür, dass einige Menschen Bitterstoffe stärker wahrnehmen als andere. Jeder Mensch verfügt demnach über zwei Exemplare des Gens TAS2R38. Das liegt in den zwei Varianten AVI und PAV vor. Besitzen Menschen ein oder zwei Exemplare der PAV-Variation, empfinden sie Bitterstoffe in Gemüse als besonders intensiv und häufig auch als unangenehm. Eine Untersuchung mit 175 Probanden zeigte, dass diese Menschen deutlich weniger Gemüse essen als jene, die ausschließlich über die AVI-Version des Gens verfügen. Auch Bitterschokolade, Bier und Kaffee sind für viele Betroffene tabu.

Studie: Erkenntnisse sollen Betroffenen helfen

Die Vermutung, die Gemüseverächter würden aufgrund ihrer stärkeren Wahrnehmung von Bitterstoffen vermehrt zu Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern greifen, um den unangenehmen Beigeschmack zu übertünchen, bestätigten sich indes nicht. Mit ihren Erkenntnissen wollen die Wissenschaftler Konzepte entwickeln, mit denen auch genetisch veranlagte Gemüsehasser mehr Grünzeug zu sich nehmen können. So will man etwa herausfinden, welche Gemüsesorten trotz der Problematik schmecken könnten und wie andere Sorten zubereitet werden müssen, um das Geschmackserlebnis für Betroffene zu verbessern.