Fleischloses Fast-Food

Ärger für den Rebel Whopper: Klage von veganem Kunden

Der Rebel Whopper ist gerade frisch auf dem Markt, schon gibt es Ärger: Ein veganer Kunde verklagt Burger King.

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Rebel Whopper

Der Rebel Whopper von Burger King kommt mit einem veganen Patty – ist für Veganer aber dennoch nicht geeignet.

Der kürzlich eingeführte Rebel Whopper ist Burger Kings Antwort auf den Big Vegan TS von McDonald’s – doch schon gibt es Ärger um den veganen Burger: Wegen seinem Unilever-Patty ohnehin schon im Visier der Fleischverzichter, reichte jetzt ein veganer Kunde in den USA Klage ein. Der Grund: Burger King nutzt anscheinend für das Anbraten seiner Burger dasselbe Equipment. Somit sei das vegane Patty automatisch „bedeckt von Fleischprodukten”, wie der Kläger in Atlanta laut Reuters beobachtet haben will. Burger King enthält sich bisher jeden Kommentares, dafür springt der Rebel-Whopper-Patty-Hersteller Impossible Foods Inc. fragwürdig ein: Der vegane Burger sei „nicht für Veganer oder Vegetarier entworfen worden, sondern für Kunden, die einfach weniger Fleisch essen wollen”. Klingt nach einer lahmen Ausrede, oder? Weitere Infos zum Rebel Whopper lesen Sie unten.

Rebel Whopper: Alle Infos zum veganen Burger

Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King sind Hochburgen des Fleischkonsums. Tagtäglich brutzeln Millionen Burger in den Küchen der zahllosen Filialen – ein Sinnbild für Fleisch als Massenprodukt. Für überzeugte Veganer ist der Gang in eines dieser Schnellrestaurants deshalb schon aus ethischen Gründen nicht vertretbar. Dennoch versucht McDonald’s seit Mitte 2019, Verfechter pflanzlicher Kost mit einem veganen Burger in seine Ladengeschäfte zu locken. Wie erfolgreich das gelingt, ist bislang nicht bekannt. Fest steht: Die Konkurrenz zieht nun nach.

Rebel Whopper: Burger mit veganem Patty

Auch Burger King kommt an der explosionsartig wachsenden Nachfrage nach vegan-vegetarischer Kost offenbar nicht mehr vorbei und erweitert sein Sortiment in 25 europäischen Ländern um eine vegane Alternative zu Rind, Huhn und Fisch. Das Ergebnis hört auf den Namen Rebel Whopper und ist ab sofort verfügbar – auch in ausgewählten deutschen Burger-King-Filialen. Die Besonderheit: Preislich soll sich der Pflanzen-Whopper nicht von der fleischlichen Konkurrenz unterscheiden – eine Seltenheit. Für gewöhnlich nutzen Anbieter den Vegan-Trend, um entsprechende Produkte mit einem saftigen Preisaufschlag anzubieten.

Rebel Whopper: Keine Alternative für Veganer

Dass nun scharenweise ausgehungerte Veganer in die Filialen von Burger King strömen, ist aus mehreren Gründen nicht zu erwarten. Das verwendete Pflanzen-Patty stammt von Hersteller Unilever, einem Großkonzern, den ethisch motivierte Veganer in der Regel meiden. Zudem ist der Rebel Whopper laut Zutatenliste nicht zu 100 Prozent vegan: In der Mayonnaise befindet sich Ei – eine schwer nachvollziehbare Entscheidung. Auch brät Burger King das Patty auf dem gleichen Grill wie seine übrigen Burger und warnt explizit vor Kreuzkontamination mit Rinderfett. Dennoch sieht das Unternehmen offenbar enormes Potenzial. Immerhin gilt die Einführung des Rebel Whoppers als größter europäischer Produktstart in der Geschichte des Unternehmens.

Rebel Whopper: Erleichterter Einstieg in die Pflanzenkost

Zielgruppe für das neue Produkt dürften vor allem jene Fleischesser sein, die mit wachsendendem Interesse Ausschau nach Möglichkeiten halten, ihren Fleischkonsum aus gesundheitlichen Aspekten oder Gewissensgründen zu reduzieren, ohne ihre Essgewohnheiten drastisch ändern zu müssen. Damit leistet Burger King einen klaren Beitrag dazu, den Wechsel zu einer fleischärmeren Ernährung zu erleichtern. Eine Entwicklung, die auch Veganer begrüßen dürften, die das Angebot selbst nicht nutzen.
Pavel Girard

von Pavel Girard

Hobby-Koch. Japan-Nerd. Zusammen ergibt das eine große Vorliebe für die ostasiatische Küche. Eigentlich esse ich aber alles. Und schreibe drüber. Nur nicht über Brokkoli.