Better M Store

McDonald’s: Wie funktioniert die Filiale fast ohne Plastik?

McDonald’s und zahllose Plastikpackungen gehen eigentlich Hand in Hand. Ein neues Verpackungskonzept soll den Müll nun stark reduzieren.

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McDonald’s Verpackung

Das neue Verpackungskonzept des McDonald’s Better M Store.

McDonald’s Deutschland will sich erneuern. Nachdem mit dem Big Vegan TS der erste pflanzliche Burger in den deutschen Restaurants eingeführt wurde, präsentiert der Fast-Food-Gigant in einer Filiale im hauptstädtischen Einkaufszentrum Mall of Berlin, wie man prinzipiell künftig Verpackungsmüll reduzieren möchte. In der Zeit vom 17. bis zum 26. Juni verwandelt sich das dortige Restaurant in den bislang wahrscheinlich nachhaltigsten Standort der Kette in Deutschland. Name des Projekts: Der Better M Store. Aber wie will McDonald’s den Kunden die bekannten und ikonischen McFlurry-Becher und Strohhalme ausreden? Gelingt es der Kette, sinnvolle Alternativen schmackhaft zu machen? eKitchen hat sich den Better M Store einmal genauer angesehen.

Better M Store von McDonald’s: Was ändert sich?

McDonald’s hat ganz richtig erkannt, dass Umstellungen für Kunden immer etwas schwierig sind. Der Better M Store soll deshalb als eine Art Testballon fungieren. Der Testlauf ist angesetzt, um herauszufinden, welche Änderungen für die Menschen im Restaurant funktionieren und welche nicht. Nach dem Restaurantbesuch dürfen die gesättigten Gäste über ein Befragungstool mit ihrem Feedback zeigen, wie willig sie sind, Änderungen zu akzeptieren. Gleichzeitig dürfen Nutzer in den sozialen Netzwerken über die Änderungen abstimmen. Welche Produkte stellt McDonald’s also um? Hier sind einige Beispiele.
  • Getränke in Mehrweg- statt Plastikbechern (z.B. ReCup)
  • Papierdeckel statt Plastikaufsatz auf Bechern
  • Essbare Waffeln statt Wegwerfdips und Eis
  • Burgerwraps aus Papier und 30 Prozent Grasmaterial
  • Holzlöffel statt Plastik Pappschachteln für McFlurry & Salate
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McDonal's hat einen eigenen veganen Burger. So schmeckt er.

Aber auch die Fast-Food-Kette selbst muss herausfinden, welche Neuerungen überhaupt im Alltag der Restaurants funktionieren. Wenn es durch besagte Pappdeckel der Getränke länger dauert, den Burger zu servieren, sind ungeduldige Kunden schneller unzufrieden, Abläufe verzögern sich, das Image leidet. Hygienevorschriften und andere Restaurantnormen müssen natürlich auch erfüllt werden. Dazu kommt, dass nur wenige Anbieter überhaupt den enormen Mengen von McDonald’s gerecht werden. So eine Umstellung benötigt oftmals mehrere Jahre. Gleichzeitig drängt die Zeit: Verpackungsverordnungen und nahende EU-Richtlinien zum Thema Einwegplastik machen eine langfristige Umstellung unumgänglich. Jetzt nutzt McDonald’s die Chance, mit etwas Engagement vorwegzupreschen und damit ein wichtiges Zeichen im Fast-Food-Mainstream zu setzen.

Funktioniert der Fast-ohne-Müll-McDonald’s?

Die Kunden in der Filiale zeigten sich am ersten Tag überzeugt. Essbare Ketchup-Becher kassierten vergleichsweise kleine Kritik. Aber ob Kunden freiwillig auf Strohhalme und Plastikdeckel (die gerade bei größeren Bechern auch Stabilität garantieren) verzichten? Es ist nicht selten, dass Menschen von nachhaltigeren Lebensmodellen sprechen – und dann dennoch in alte Muster zurückfallen. Im Konzern sei man auf alles vorbereitet: Theoretisch ließen sich nahezu 100 Prozent der Strohhalme einsparen, die Kunden müssten aber ihr gelerntes Verhalten und die Gewohnheiten hinterfragen.

McDonald’s: Better M Store entscheidet über Zukunft

In Zeiten schier endloser Burger-Konkurrenz ist ein modernes Image für McDonald’s besonders wichtig. Das aktuelle Projekt ist also praxisorientierte Marktforschung und ein gelungener PR-Stunt gleichermaßen. Kunden erleben im Restaurant der Mall of Berlin eine neue Art, bei McDonald’s zu essen – posten für das Restaurant im Idealfall in den sozialen Netzwerken – und der Fast-Food-Anbieter sammelt dabei echte Erfahrung mit etwas nachhaltigeren Angeboten. Allerdings zeigt man sich beim Restaurant mit dem goldenen M sehr zurückhaltend, was konkrete Ankündigungen angeht: echte Pläne für einen Marktstart hat McDonald’s bislang nicht bekanntgegeben. Stattdessen sieht es der Plan vor, nach Beendigung der Kampagne einen Drei-Jahres-Plan auf die Beine zu stellen. Dass dann noch die Produkte aus dem aktuellen Test auf die Tablette der Kunden kommen gilt intern aber als unwahrscheinlich.
Erik J. Schulze

von Erik J. Schulze

Ob schneller Snack oder hohe Küchenkunst – auf eKitchen zeige ich alles zu Themen wie Food, Lifestyle und Tech in der Küche.