Virtueller Helfer mit Wissenslücken

McDonald’s: Neuer Chatbot soll Kundenfragen beantworten

Virtuelle Verstärkung: Bei McDonalds beantwortet jetzt ein Chatbot die wichtigsten Kundenfragen. In der Praxis erweist sich der digitale Helfer aber als überraschend ahnungslos.

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Chatbot

Sieht clever aus, muss aber noch eine Menge lernen: der McDonald’s Chatbot.

Wer eine McDonald’s-Filiale besucht, will in der Regel nur eines: günstiges und schnell serviertes Essen. Geht es nach dem Fast-Food-Giganten, brennen der Kundschaft aber auch zahlreiche Fragen unter den Nägeln, die in angeregten Gesprächen geklärt werden wollen. Da man den Wissensdurst der Burger-Fans nicht rund um die Uhr in persönlichem Kontakt stillen kann, hat der Konzern sich nun einen allzeit bereiten Chatbot ins Team geholt. Der sogenannte Check-Bot ist ab sofort auf der offiziellen McDonald’s-Webseite im Dienst und soll dort mit viel Wissen und einer gehörigen Portion Humor die wichtigsten Anliegen der Kunden bearbeiten.

McDonald’s Chatbot: Nur bedingt hilfreich

Tatsächlich erweist sich der digitale Service-Helfer im Praxistest aber als äußerst planlos und wenig hilfreich. So bestätigt er auf die Frage, wie groß ein Big Mac ist zwar, dass dieser das „Big“ bereits im Namen trage und deshalb offenkundig etwas für den größeren Hunger sei. Auf die weitaus wichtigere Frage, was ein Big Mac denn kostet, weiß der vermeintlich allwissende Roboter hingegen nichts weiter zu entgegnen als ein „Also ich esse am liebsten einen Big Mac“. Auch über die nicht ganz unwichtigen Öffnungszeiten der Filialen ist der Check-Bot selbst nicht informiert und verweist, wie bei vielen anderen Fragen auch, lediglich auf einen Link, unter dem Kunden diese nachlesen können.

McDonald’s Chatbot: Müder Humor

Bei komplexeren Anliegen wie einer Reklamation leitet der Bot an den regulären Kundenservice weiter, nimmt auf Wunsch aber die wichtigsten Eckdaten auf, um die Bearbeitung der Anfrage zu beschleunigen. Und wie ist es um den angepriesenen Humor bestellt? Auch hier lässt der virtuelle McDonald’s-Mitarbeiter noch viel Luft nach oben. Die vermeintlich schlagfertigen Antworten wirken oft eher erzwungen als pfiffig. Immerhin: Auf die Frage nach einem Witz kramt der Chatbot einen müden Chuck-Norris-Kalauer hervor – besser als nichts. Für eine muntere Unterhaltung reicht es hier aber noch nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass der Chat im Praxisversuch oft gar nicht erst erreichbar war und erst nach merhmaligem Absenden der Frage eine Antwort lieferte. Hier sollte McDonald’s dringend nachbessern.