Hansdampf in der Küche

Der elektrische Dampfdrucktopf MD 1000 von Rommelsbacher im Test

Elektrische Dampfdruckgeräte sind wahre Multitalente: Braten, Schmoren, Dämpfen, mit und ohne Druck – der Einsatzbereich ist groß. Kann auch der Rommelsbacher „MeinHans“ MD 1000 auf Knopfdruck zum großen Küchenfreund werden?

Datum:
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Zwei Dampfdruckstufen, 14 Programme: Der Dampfdrucktopf Rommelsbacher MeinHans hat einiges zu bieten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

In der Küche ist der elektrische Dampfdrucktopf MD 1000 „MeinHans“ von Rommelsbacher ein vielfältiger Helfer mit ordentlichem Programmspektrum, der in den meisten Fällen viel Zeit spart. Die Bedienung ist einfach und praxisgerecht, die Anzahl der Knöpfe überschaubar. Wenn man von ein paar kleineren Unzulänglichkeiten absieht, kann das Gerät ein echter Küchenfreund werden. Die Haptik ist zwar etwas einfach und Internetkonnektivität für eine größere Rezeptauswahl nicht gegeben, dafür begeistert der Hansdampf mit einem attraktiven Einsteigerpreis.

Pro

  • Vergleichsweise günstig
  • Große Programmvielfalt
  • Einfache Bedienung

Kontra

  • Haptik etwas einfach
  • Knappes Kochbuch
  • Funktion „Backen 2“ eingeschränkt nutzbar

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans

Wenn ein elektrisches Küchengerät mehr Disziplinen beherrscht als nur eine, ist es per se praktisch, oder? Dampfdrucktöpfe mit eigener Stromversorgung und verschiedenen Garprogrammen gehören auf jeden Fall zu dieser Produktart. In diese Kategorie fällt auch der Rommelsbacher MD 1000 „MeinHans“ (UVP 199,99 Euro). Internetkonnektivität gibt es zwar keine, dafür wartet das schwarzweiße Gerät mit 14 Programmen auf. Knapp über vier Liter fasst der beschichtete Topf, der über eine praktische Innenskalierung verfügt. Der Deckel mit austauschbarer Gummidichtung schließt sicher, die integrierten Ventile funktionieren einwandfrei. Mit den Abmessungen 28,5 x 30,0 x 31,0 Zentimeter ist der 5,9 Kilo schwere MD 1000 zwar kein zierliches Küchenutensil, aber Volumen braucht eben Platz. Das abnehmbare Stromkabel fällt mit knapp einem Meter ausreichend lang aus. Mit bis zu 1.000 Watt heizt „MeinHans“ den Topfboden auf.
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Der elektrische Dampfdrucktopf von Rommelsbacher MD 1000 „Mein Hans” fasst gut 4 Liter und wird mit einem Dämpfeinsatz, einem Ablagegestell sowie zwei Löffeln geliefert. Ein Kochbuch ist auch dabei.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans: Funktionen

Das zentrale Bedienfeld auf der Gerätevorderseite ist übersichtlich: Unter dem Display ist ein großer Drehwahlschalter zur Programmwahl platziert, rechts und links neben der Anzeige finden sich Tasten für Start/Stopp/Pause, Warmhalten, Laufzeit, Temperatur und die manuelle Bedienung. Außerdem lässt sich die Startzeit vorwählen. Alle Programme sind als hinterleuchtete Piktogramme um den Drehschalter herum dargestellt. Die blauen LEDs fallen am Testgerät etwas schwach aus, in der Serienproduktion sollen sie stärker leuchten.
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Mit 14 Programmen von Dampfdruck über Sous-Vide bis hin zu Backen deckt das Gerät alle Bereiche ab.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans: Testkochen mit Gulasch

Endlich geht es los: Draußen nähert sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt und genau jetzt schmecken besonders Eintöpfe wie ein zartes Gulasch. Die Dunkelbiervariante aus dem beigelegten Kochbuch klingt zwar gut, doch ich wähle ein Standardrezept aus der Hausbibliothek. In der Funktion „Anbraten“ geht die Temperatur laut Bedienungsanleitung auf bis zu 170°C hoch, einstellbar in 5°-Schritten. Das sollte genug Hitze sein, wenn die Portionen nicht zu groß sind und das Fleisch gut trockengetupft ist.
Rommelsbacher_MD_1000_Mein_Hans Schmoren

Anbraten gelingt gut, wenn die Portionen nicht zu groß sind. Nach 25 Minuten ist das Gulasch zart.

Ohne Deckel und Druck brate ich Fleisch und Zwiebeln an, mehr als 300 Gramm Fleisch sollten pro Durchgang nicht in den Topf gegeben werden. Jetzt die Paprika, Tomaten, Gewürze und Flüssigkeiten dazu und das Schmorprogramm für 25 Minuten starten. Sobald der nötige Druck aufgebaut und das Ventil geschlossen ist, beginnt der Garvorgang. 25 Minuten – das ist kurz. Ob das genügt, um Rind und Schwein zart zu garen?
Rommelsbacher_MD_1000_Mein_Hans Beleuchtung

Die Beleuchtung des gewählten Programms (hier: Anbraten) fällt schwach aus und ist in der hellen Küche kaum zu erkennen.

Acht Minuten soll der Topf nach dem Garvorgang abkühlen, erst dann betätige ich das Druckauslassventil und öffne den Deckel. Ja, 25 Minuten genügen. Das Gulasch ist zart und köstlich. Das Programm D2 erfüllt die Erwartungen.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans: Pancakes im Test

Pancakes und Pfannkuchen schmecken in fast allen Variationen. Einen extra dicken, wie auf Seite elf im Kochbuch dargestellt, habe ich noch nie gebacken. Sieht auf dem Foto gut aus. Die Zutaten sind unspektakulär, mal sehen was dabei herauskommt. Schnell ist alles verrührt und in die gebutterte Form gegossen. Deckel zu, Programm „Backen 1“ ausgewählt und Start gedrückt. Nach 25 Minuten bei geschlossenem Deckel und geöffnetem Druckventil mache ich die Stäbchenprobe. Nichts bleibt am Holz kleben. Die Oberfläche ist zwar noch etwas blass aber hier handelt es sich auch nicht um einen Umluftgar-Apparat. Ich stürze den Pancake mit Schwung und sehe: Die Unterseite ist in der Mitte blass und nach innen gewölbt, dann folgt ein recht dunkler Rand und dann wieder vornehme Blässe. So gleichmäßig wie im Kochbuch ist das lange nicht. Die Konsistenz ist sehr fest und zäh. Das war wohl nichts.
Rommelsbacher_MD_1000_Mein_Hans Dessert

Der Pancake (Rezept aus dem mitgelieferten Kochbuch) überzeugt nicht: Die Bräunung ist sehr ungleichmäßig, die Konsitenz fest und zäh.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans: Milchreis

Milchreis, der nicht angesetzt und zart schmelzend ist, ist ein ausgesprochener Genuss! Mit etwas Butter, Zimtzucker und einem Klacks Marmelade verfeinert schmeckt er so richtig gut. Der MD 1000 verfügt über ein spezielles Programm für diese Köstlichkeit und das funktioniert perfekt. Nach insgesamt gut 50 Minuten ist der Milchreis so wie er sein soll. Allerdings geht das im Kochtopf etwas schneller.
Rommelsbacher_MD_1000_Mein_Hans Dessert

Milchreis mit den klassischen Zutaten gelingt im entsprechenden Programm perfekt.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans: Joghurt

Ein Liter fettarme und haltbare Biomilch plus 50 Gramm Naturjoghurt im Topf verrühren, Deckel drauf, neun Stunden (am besten über Nacht) bei 40 °C wirken lassen – so lautet das Rezept. Am nächsten Morgen ist der Joghurt fertig und gut. Im Kochbuch finden sich zusätzlichen zu vielen Rezepten spezielle und hilfreiche Tipps. In diesem Fall zum Beispiel erklärt das Kochbuch, wie man am besten mit Frischmilch arbeitet.
Rommelsbacher_MD_1000_Mein_Hans Milchprodukt

Joghurt wird nach neun Stunden bei etwa 40°C schmackhaft und gut fest.

Roggenvollkornbrot: Erster Versuch

Brot backen will der Dampfdrucktopf auch können, allerdings nur mit Unterhitze. Das wird spannend. Spezielle Brotbackautomaten haben ein ausgeklügeltes Hitzeverteilungssystem, bei dem die Heizquelle eher mittig um den Garbehälter fasst. Das ist hier nicht der Fall. Mal sehen, ob der MD 1000 mein Roggenvollkornbrot trotzdem hinbekommt, unter erschwerten Bedingungen sozusagen.
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Mit einem relativ schweren Roggenteig ist das Gerät im Programm „Backen” überfordert.

Nein, bekommt er nicht hin. Nach 90 Minuten (davon 45 Min Gehzeit) im Programm „Backen2“ ist das Brot nicht gar. Erst nach weiteren 60 Minuten bei 140°C ist das Brot gar, unten dunkel und oben weich und etwas blass. Das war nicht so toll. Auf Nachfrage rät der Hersteller zu Weißbrot, dunkles sei nicht geeignet.

Versuch Nummer 2: Roggenvollkornbrot

Für den zweiten Versuch könnte der Wendetrick vielleicht helfen. Ich stürze das Brot nach halber Zeit, damit es im Idealfall gleichmäßiger gart und bräunt. Das tut es leider nur wenig, aber etwas besser ist das Ergebnis durchaus. In der Not funktioniert es also auf diese Art. Geschmeckt hat das Brot eher mittelmäßig.
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Wenden des Brotes nach halber Zeit hilft nur bedingt. Weißbrote soll das Gerät nach Angabe des Herstellers besser bewerkstelligen.

Rommelsbacher MD 1000 MeinHans

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.