Mal eben schnell Aufzischen?

Trinkwassersprudler Rosenstein & Söhne WS-300.multi im Test

Bei diesem Trinkwassersprudler hat Hersteller Rosenstein & Söhne auf ein klobiges Gehäuse verzichtet. Durch einen pistolenartigen Griff schießt der WS-300.multi das CO2 direkt ins Getränk. Ob das funktioniert, zeigt der Test.

Datum:
Rosenstein & Söhne Trinkwassersprudler

Der sprudelt alles auf: Saft, Schorle, Tee oder einfach nur Wasser. Einfach zwei, drei Mal den Abzug des Trinkwassersprudlers Rosenstein & Söhne WS-300.multi betätigen und schon schießt CO2 ins Getränk.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Trinkwassersprudler von Rosenstein & Söhne erledigt seine Aufgaben nahezu wie gewünscht. Mit dem Trigger lässt sich die CO2-Menge relativ gut dosieren, viel oder wenig Kohlendioxid im Getränk ist kein Glücksspiel. Die Idee, ein quasi portables Gerät ohne klobiges Gehäuse auf den Markt zu bringen, ist witzig und verdient ein kleines Extra-Plus. Das günstige Gerät hat aber auch ein paar Defizite: Neben der sehr einfachen Plastik-Haptik aller Teile ist auch die krachende Mechanik und Handhabung nicht besonders überzeugend. Insbesondere die Flaschenentnahme aus dem Gerät ist bis zum Zuschrauben recht kompliziert und erfordert einige Handgriffe.

Pro

  • Lässt sich gut dosieren
  • Bringt auf Wunsch reichlich CO2 ins Getränk
  • Witzige Produkt-Idee
  • Niedriger Preis

Kontra

  • Einfache Haptik und Verarbeitung
  • Etwas komplizierte Flaschenentnahme

Rosenstein & Söhne Trinkwassersprudler WS-300.multi

Viele Getränke lassen sich mit einem Schuss CO2 in ein erfrischend-prickelndes Geschmackserlebnis verwandeln. Und damit ist nicht nur oder in erster Linie Wasser gemeint. Klar, Sprudel mit dem portablen Trinkwassersprudler von Rosenstein & Söhne (UVP 36,90 Euro) selbst herzustellen spart viel Getränkekisten-Schlepperei und auch eine Menge Rohstoffe, die sonst in die Produktion von Plastikflaschen fließen würden. Andererseits darf man sich nicht der Illusion hingeben, selbst aufgesprudeltes Leitungswasser mit gekauftem Mineralwasser gleichzusetzen. Natürlich sind auch im Wasser aus dem Hahn diverse Mineralien enthalten und grundsätzlich schmeckt das vielfach kontrollierte Leitungswasser in Deutschland recht gut und ist in der Regel hygienisch einwandfrei. Doch gerade dieser möglichst geschmacksneutralen Wasserversion gehen Mineralwasser-typische Besonderheiten ab und die fehlen echten Mineralwasserfans definitiv. Neben dem Leitungswasser lassen sich aber auch Tees oder Fruchtsaftschorlen zu einem besonders prickelnden Trinkerlebnis aufblubbern, das den Varianten ohne Kohlendioxid oft überlegen ist.

So funktioniert der Trinkwassersprudler von Rosenstein und Söhne

Anders als die vielen anderen Geräte auf dem Markt ist diese Version quasi transportabel, da sie auf ein klobiges Gehäuse verzichtet. Wer das Teil also mit an den Strand oder mal ins Büro mitnehmen will, kann das ohne allzu großen Transportaufwand tun. Neben der Standard-C02-Kartusche (nicht im Lieferumfang) und zwei laut Hersteller BPA-freien Flaschen mit 0,5 und 1,0 Liter Volumen besteht der Sprudler aus dem Druckinfusionsmechanismus (Kunststoff) und dem Funktionsteil samt CO2-Auslöser (Kunststoff). Die nackte Kartusche wird in dieses Funktionsteil eingedreht und dort wiederum die vorbereitete Flasche mit dem aufgeschraubten Druckinfusionsmechanismus eingeklinkt. Sind diese drei Teile sicher miteinander verbunden, lässt sich das CO2 mit einem Abzugshebel (Trigger) dosieren. Normalerweise genügen zwei bis drei kurze Schüsse bis das Getränk reichlich mit Kohlendioxid versetzt ist. Jetzt wird die Flasche wieder aus dem Funktionsteil ausgeklinkt, der Druckinfusionsmechanismus abgeschraubt und durch einen normalen Schraubverschluss ersetzt. Beide Flaschen sowie die in das Funktionsteil eingedrehte Kartusche und die Flaschendeckel lassen sich in die mitgelieferte Grundplatte wegsortieren.

Galerie: Trinkwassersprudler Rosenstein & Söhne WS-300.multi

Bedienung: Rosenstein & Söhne WS-300.multi

Schnell ist die Kartusche in das Funktionsteil eingeschraubt und der Druckinfusionsmechanismus per Bajonettverschluss an einer Flasche fixiert. Als ich jetzt aber der Einrast-Mechanismus am Funktionsteil in die neutrale Stellung bringen will um die präparierte Flasche einzuschieben, stocken die Vorbereitungen zum ersten Versuch: In der Anleitung finde ich keine Beschreibung dazu und als ich den sogenannten „Druckmechanismusadapter“ (was für ein Wort!) irgendwie aus dem Funktionsteil kippe, klingt es in dem Plastikkopf nicht gut. Etwas geschmeidiger geht das mit gezogenem Auslösehebel. Im Normalbetrieb entsteht diese Situation aber wohl nur selten, da der Druckmechanismusadapter nach Entnahme der Flasche in der korrekten Position für den nächsten Durchgang steht und nicht wieder ausgeklappt werden muss.
Ich ziehe den Auslösehebel drei Mal kurz, CO2 schießt ins Wasser. Jetzt kippe ich die Flasche im Funktionsteil um etwa 45° nach vorne und ziehe sie ab. Laut Anleitung soll ich die Flasche jetzt vorsichtig schütteln, weil das den CO2-Gehalt im Getränk erhöht. Dann klappe ich das silberne Entlastungsventil nach oben, um den Druck in der Flasche zu senken. Schneller geht das durch Drücken des blauen Entlastungsventils, dann aber kann es kräftig aus dem Druckinfusionsmechanismus heraus sprudeln. Diese Prozedere ist etwas umständlich und funktioniert bei stationären Geräten automatisch.

Feinperlige Kirsch-Schorle?

Das Wasser ist kräftig mit recht groben Blasen aufgeperlt, da muss man also üben, mit dem Trigger feiner zu variieren. Auch bei der aufgeblubberten Kirschsaft-Schorle gibt es keine grundsätzliche Kritik, das Getränk hat Pepp und schmeckt frischer als ohne Kohlensäure. Praktisch ist, dass sich der Druckinfusionsmechanismus einfach unter fließendem Wasser ausspülen lässt – so verklebt auf Dauer nichts.

Weißwein zu Sekt?

Und lässt sich eigentlich Weißwein zu Sekt modifizieren, wie es der Hersteller in der Anleitung nahelegt? Eindeutig nein. Aber das ist wohl auch Geschmackssache …

Schales Bier perlt wieder?

Und schales Bier? Auch nicht wirklich. Eine vergleichbare Feinperligkeit wie im frischen Original zu erreichen, gelingt mir in vielen Versuchen nicht.

Abgestandenen Sekt aufpeppen?

Etwas besser sieht es mit leicht abgestandenem Sekt aus. Hier erzeugt ein kurzer Zug am Trigger tatsächlich ein gut trinkbares Ergebnis.

Rosenstein & Söhne Trinkwassersprudler WS-300.multi

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.