Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie Betrüger mit Pfandflaschen Millionen Euro ergaunern

Einige Menschen sammeln für wenige Extra-Euros mühsam Pfandflaschen. Andere betrügen das System, um sich in die eigene Tasche zu wirtschaften.

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Pfand

Betrüger nutzen das Pfandsystem in Deutschland aus, um unzählige Euro zu kassieren.

Betrug mit Leergutautomaten kann für Betrüger ein rentables und höchst illegales Geschäft sein. Doch jetzt holt die Justiz zum Gegenschlag aus: Nach Spiegel-Informationen laufen Ermittlungen in bundesweit mehr als 60 Fällen, allein in Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft in 9 Fällen. Bei einigen der Verdächtigen kamen demnach über sechsstellige Beträge zusammen – und fast immer war ein manipulierter Leergutautomat teil des Betrugs. Deutschlandweit geht es laut dem Magazin um eine gesamte Schadenssumme von über 100 Millionen Euro.

Gezielter Betrug: Strohmänner und falsche Getränkemärkte

In Köln gab es laut Spiegel einen Fall, bei dem ein einzelner Getränkehändler in einem mit Brettern und Magnetsensoren manipulierten Automaten in seinem privaten Keller Pfandbons im Wert von 44.362 Euro erbeutete. Die Anpassungen sorgten dafür, dass der Mann eine einzelne Flasche insgesamt 177.451 Mal durch den Automaten laufen lassen konnte, ohne dass diese geschreddert wurde. Oftmals sind die Betrugsmaschen aber noch deutlich größer angelegt: Offenbar wurden in vielen Fällen ganze Getränkemärkte nur gegründet, um über diese Art des Pfandbetrugs an größere Geldsummen zu kommen. Kriminelle Organisationen installieren Strohmänner als Geschäftsführer, um so beträchtliche Summen zu ergaunern. In Bochum wurden durch manipulierte Automaten über 1,2 Millionen Euro in Pfand abgezweigt.

Der harte Kampf gegen Leergutbon-Betrug

Niemand weiß, wieviele Pfandflaschen überhaupt im Umlauf sind. Die Bewegung von PET- sowie Glasflaschen und Dosen ist nicht zurückzuverfolgen. Das heißt: Es weiß auch niemand, wo das Geld auf den Pfandbons herkommt, deshalb sind die kriminellen Maschen schwer zu verfolgen. Die Getränkebranche geht das System technisch an: Neue Flaschenlogos und insgesamt modernere Leergutautomaten sollen zukünftig Manipulationen verhindern.
Erik J. Schulze

von

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