Alle gegen Sodastream

Test: Die besten Wassersprudler im Vergleichstest

Knöpfchen drücken statt Kisten schleppen: Mit welchem Wassersprudler prickelnde Erfrischungen am besten gelingen, zeigt der Test.

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Wassersprudler Test

Alle gegen Sodastream! Produziert der Marktführer auch wirklich die besten Wassersprudler? Der Test zeigt es.

Das Wasser aus deutschen Hähnen hat Trinkwasserqualität – aber es ist mucksmäuschenstill. Wer prickelnd-zischenden Sprudel im Glas will, muss dafür schuften. Ob Mehrwegkisten oder Einweg-Plastikflaschen, ob Glas- oder Kunststoff-Pfandflaschen: Die Schlepperei kann ganz schön nerven. Warum nicht einfach aus Leitungswasser Sprudel machen? Mit einem Sprudler geht’s per Knopfdruck. Allerdings kann man für so ein Gerät 70 Euro ausgeben oder 300 Euro. Gibt’s für mehr Kohle mehr Geblubber oder nur schickere Optik? Wir lassen fünf Kandidaten um die Wette sprudeln.

Wassersprudler im Test: Gas aus dem Metall-Zylinder

Mit vier der fünf Sprudler im Test können Sie sofort loslegen, denn neben einer passenden Flasche fürs prickelnde Wasser gehört auch ein Kohlensäure-Zylinder zum Lieferumfang. Das nötige CO2 steckt in standardisierten Metall-Zylindern, die mit 425 Gramm flüssigem Kohlendioxid gefüllt sind. Laut Hersteller reicht das für bis zu 60 Liter Sprudelwasser, in der Praxis schafften die meisten Kandidaten aber gerade mal die Hälfte. Lässt der Druck nach, müssen Sie den leeren Zylinder aus dem Sprudler schrauben und gegen einen vollen tauschen. Das klappt in vielen Drogerien, Supermärkten oder Kaufhäusern und kostet 8 bis 9 Euro pro Füllung. Tipp: Kaufen Sie für knapp 30 Euro einen zweiten gefüllten CO2-Zylinder. Dann müssen Sie Ihren Gästen kein stilles Wasser servieren, wenn der mitgelieferte Zylinder während der Party leer wird.
Test Wassersprudler

Im direkten Vergleich zeigen sich die Schwächen und Stärken der einzelnen Geräte noch deutlicher.

In welchem Fall lohnt sich ein Sprudler?

Es gibt eine Reihe von Gründen für den Kauf eines Wassersprudlers. Doch der Faktencheck zeigt: Die Kosten gehören nicht dazu.
  • Die Umwelt: Ja! Mehrweg-Sprudelflaschen sind durchschnittlich 260 Kilometer vom Abfüller zum Verbraucher und zurück unterwegs, Einweg teils noch weiter. Beim Sprudler werden nur Tausch-Zylinder transportiert – das spart Energie und Abgase.
  • Die Kosten: Jein! Mit den Kosten für Kohlensäure-Zylinder, Gerät und Ersatzflaschen sind Sprudler billiger als edles Gourmet-Wasser – aber deutlich teurer als Sprudel vom Discounter. Niedrigere Kosten sind also kein Kaufgrund.
  • Das Gewicht: Ja! Ein Kohlensäure-Zylinder wiegt ein gutes Kilo und sprudelt so
viel Wasser auf, wie in vier bis fünf Getränkekisten passt. Dass die lästige Schlepperei der Wasserkisten entfällt, dürfte für die meisten Menschen das wichtigste Argument für einen Sprudler sein.

Glas oder Plastik? Die Unterschiede verschiedener Wassersprudler

Wassersprudler tragen

Nie wieder! Kistenschleppen macht wirklich niemandem Spaß.

Während der standardisierte Gas-Zylinder im Gehäuse steckt, soll die Flasche mit dem Sprudel auch auf dem gedeckten Tisch eine gute Figur machen. Da setzen die Hersteller gerne eigene Akzente mit unterschiedlichem Design und Material. Bis auf den Sodastream Crystal, der schicke Glasflaschen betankt, nutzen alle anderen Sprudler im Test dickwandige, druckfeste Kunststoffflaschen aus PET. Der Testsieger sowie der KitchenAid verwenden Flaschen mit dem einheitlichen Schraubgewinde von Sodastream. Die Modelle von Levivo und Rosenstein & Söhne haben eigene Anschlüsse für die Flaschen am Sprudler. Tipp: Kaufen Sie ein paar zusätzliche Flaschen für Ihren Sprudler, die gibt’s meist beim selben Händler wie das Gerät. Wenn Sie die mit Leitungswasser gefüllt im Kühlschrank lagern, können Sie jederzeit kühlen Sprudel machen.
Hannes Jaenicke

„Mit nur einem Sprudler vermeidet eine Durchschnittsfamilie 2.000 Plastikflaschen im Jahr.““

Hannes Jaenicke, Schauspieler und Umweltaktivist

Sprudeln per Knopfdruck

Plastikflaschen

Gekauftes Sprudelwasser in Plastikflaschen trägt zur Belastung der Umwelt bei.

Die Handhabung ist zwar nicht mit allen Modellen einfach (siehe die jeweiligen Test-Tabellen in den Einzelartikeln), aber im Grunde ist die Sprudelherstellung simpel: Sie müssen nur die Flasche bis zur Markierung mit kühlem Wasser füllen und dann in der Aufnahme am Sprudler einklemmen oder verschrauben. Nur die Glasflasche des Sodastream Crystal steht beim Sprudeln in einem stabilen Gehäuse – als Schutz bei einem möglichen Glasbruch. Sitzt die Flasche im Sprudler, lösen Sie mit einer Taste das Ventil am CO2-Zylinder aus. Je mehr Druckstöße, desto prickelnder perlt das kühle Nass. Mit speziellen Sirup-Zubereitungen können Sie nach dem Sprudeln im Glas oder auch direkt in der Flasche Limonade, Cola, Energy-Drinks oder sogar ein Bierchen mischen. Dafür bietet vor allem Sodastream zahlreiche Sirup-Varianten an, die durchaus einen Versuch wert sind. Der Sprudel lässt sich aber auch mit jedem anderen Sirup verfeinern oder mit Fruchtsaft zu Saftschorle mischen.

Grob perlend statt fein zischend

Generell hat Leitungswasser in Deutschland eine hervorragende Qualität, die ständig kontrolliert wird. Aktuelle Messwerte gibt es in der Regel beim örtlichen Wasserversorger. Kalkhaltiges und zu hartes Wasser kann ein einfacher Wasserfilter besser trinkbar machen. Wie sehr Sprudel im Glas zischt und blubbert, ist dagegen Geschmacksache. Wobei alle Testkandidaten eher grob perlenden Sprudel produzieren, der erst nach einiger Zeit feiner zischt. An dezent bitzelndes Mineralwasser à la San Pellegrino kommt also kein Sprudler heran.

Einzelergebnisse in der Übersicht

Ob Labor oder Praxis: In unseren Tests sind einige detaillierte Ergebnisse zusammengekommen. Die Test-Tabellen finden Sie in den einzelnen Artikeln. Hier die Übersicht des Tests:

Platz 5: Rosenstein & Söhne WS-110.Soda

Rosenstein und Söhne

Rosenstein & Söhne WS-110.Soda im Test.

Nicht mal 40 Euro verlangt Versender Pearl für den Wassersprudler der wohlklingenden Marke Rosenstein & Söhne. Allerdings kostet der CO2-Zylinder noch mal knapp 30 Euro. Das Gerät konnte in diesem Vergleich nicht überzeugen: Der Nutzer muss die Flasche mit zwei Händen einschrauben, die Gas-Taste reagiert unpräzise, und das Wasser wurde erst nach einigen Druckstößen richtig prickelnd. Im Vergleichstest war dieser Sprudler das Schlusslicht.

Platz 4: Sodastream Crystal 2.0

Sodastream Crystal 2.0

Sodastream Crystal 2.0 im Test.

Das einzige Gerät im Test mit edlen Glasflaschen erkauft sich diesen Vorteil mit einer fummeligen Handhabung – der Nutzer muss die Flasche in die abgeschlossene Druckschutzkammer einsetzen. Die Dosierung ist zudem etwas unpräzise, zumal die Flasche beim Sprudeln nicht sichtbar ist. Glas-Fans wird das ebenso wenig stören wie der recht hohe Preis. Mit 55 Zentimetern Bauhöhe wird’s aber unter manchem Küchenschrank eng.

Platz 3: Levivo Wassersprudler

Levivo Wassersprudler

Levivo Wassersprudler im Test.

Der Levivo Wassersprudler ist überwiegend im Onlinehandel zu haben. Oft ist er schon für knapp 70 Euro zu finden, und dafür bekommt der Kunde neben dem Sprudler und einem CO2-Zylinder gleich zwei PET-Flaschen mitgeliefert. Einsetzen und Sprudeln klappten im Test sehr einfach, auch der Wechsel des Gaszylinders funktionierte problemlos – man muss das Gerät dafür nicht ein mal umdrehen oder kippen.

Platz 2: KitchenAid Artisan 5 KSS1121 Wassersprudler

KitchenAid Wassersprudler

KitchenAid Artisan 5 KSS1121 Wassersprudler im Test.

Wer hat, der hat: KitchenAid ist der Landrover unter den Küchengeräten. Schwer, groß, teuer und unkaputtbar. Das gilt auch für den Wassersprudler – mit Abstrichen. Die Technik im Metallgehäuse stammt von Sodastream, eine vermeintliche Druckanzeige vorn misst keine echte CO2-Menge, sondern geht zeitgesteuert hoch. Funktional ist das Gerät dennoch prima, mal abgesehen vom hohen CO2-Verbrauch – auch hier analog zum Landrover.


Platz 1: Sodastream Power

Sodastream Power

Sodastream Power im Test.

Mit der dreistufigen elektrischen Sprudel-Automatik und der einfachen Handhabung ist der Sodastream Power derzeit eines der besten Geräte auf dem Markt. Aber mit seiner Elektronik benötigt unser Testsieger als einziges Modell im Vergleich eine Steckdose in der Nähe. Etwas sparsamer könnte der teure Sprudler mit dem CO2 umgehen – nur die Konkurrenz von KitchenAid sprudelte im Test noch weniger Liter Wasser aus einem Kohlendioxid-Zylinder.

Der Wassersprudler-Test: Das bedeuten die Ergebnisse

Wenn Sie Ihre Umwelt und vor allem Müllbilanz verbessern wollen, dann sollten Sie einen Wassersprudler kaufen. Denn selbst wenn Sie regionales Mineralwasser in Mehrwegkisten kaufen, sind das bei zwei Flaschen Wasser pro Tag und Person in einem Drei-Personen-Haushalt eben doch gut 180 Getränkekisten, die per Lkw über zig Kilometer vom Mineralbrunnen zum Supermarkt transportiert werden, von dort mit dem Auto nach Hause – und leer wieder zurück. Ganz zu schweigen von dem Müllberg, den eine vergleichbare Familie mit Mineralwasser aus 2190 PET-Flaschen im Jahr produziert und der Plackerei beim Schleppen der schweren Sprudelflaschen. Aber zum Glück bedeutet der Umstieg auf einen Sprudler nicht Verzicht – fast alle Kandidaten im Test erzeugen gut trinkbares Blubberwasser. Etwas enttäuschend ist allenfalls die dürftige Reichweite mit einem Gas-Zylinder. Dass ein Sprudler im Vergleich zum billigsten Mineralwasser aus dem Super markt keinen Preisvorteil bringt, lässt sich aber verkraften: Sprudel ist eben das Extra zum normalen, fast kostenlosen Trinkwasser aus der Leitung. Die Sodastream-Sprudler konnten im Test durchweg überzeugen, ebenso der günstige Levivo. Den teuren KitchenAid sollten Sie allenfalls ins Auge fassen, wenn Ihnen neben der Funktion das Design besonders wichtig ist.

Wassersprudler