Gesund und lecker?

Woran Sie gutes Olivenöl erkennen

Olivenöl ist gesund und schmeckt gut. Stimmt das? Stiftung Warentest testete 26 Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ und kam zu erschreckenden Ergebnissen. eKitchen verrät Ihnen, woran Sie gutes Olivenöl erkennen.

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Woran Sie gutes Olivenöl erkennen

Gutes Olivenöl lässt sich an Geschmack, Farbe und Konsistenz erkennen.

Ranzig, modrig, falsch gekennzeichnet: Die Liste der Mängel von Stiftung Warentest ist lang. Im Februar testete das Institut 26 Olivenöle aus Italien, Griechenland, Spanien und Portugal. Das Ergebnis ist zum Teil besorgniserregend. Die Hälfte der getesteten Olivenöle erhielt die Note mangelhaft. Immerhin bekamen neun Öle die Note befriedigend und eines sogar die Note gut. Doch woran erkennt man überhaupt ein gutes Olivenöl? Und von welchem sollte man besser die Finger lassen? eKitchen klärt auf.

Was bedeutet eigentlich „nativ extra“?

Die Bedeutung dieses Begriffs ist etwas schwammig. Ein Olivenöl der höchsten Güteklasse „nativ extra“ muss vom Geschmack und Geruch einwandfrei sein und ein Mindestmaß an Fruchtigkeit aufweisen. Einwandfrei bedeutet dabei nicht, dass ein Olivenöl gar keinen Geruch oder Geschmack haben darf. Schmeckt ein Olivenöl also zum Beispiel bitter, ist das kein Hinweis auf fehlende Qualität. Für den Laien ist es deshalb unter Umständen etwas schwerer, hier eine eindeutige Zuordnung zu finden. Prinzipiell sollten Sie aber kein Öl essen, welches Ihnen nicht schmeckt. Des Weiteren ist für „nativ extra“ auch die Art der Herstellung wichtig. Nur mechanische Herstellungsverfahren sind erlaubt. Die Temperatur darf beim Herstellungsvorgang 27 Grad nicht überschreiten. Dabei ist von Kaltpressung oder Kaltextraktion die Rede.

Gutes Olivenöl schmeckt fruchtig

Leider konnte sich der allgemein gute Ruf der Olivenöle im Test nicht bestätigen. 13 der 26 getesteten Olivenöle fielen mit mangelhaft durch (davon vier Bio-Olivenöle). Sieben Öle hatten geschmackliche Mängel. Sie schmeckten lakig, modrig oder wurmstichig. Modrig war dabei der häufigste Fehler. Er wird von Hefe- oder Schimmelpilzen hervorgerufen. Sind die Oliven zu lange in Salzlake gelagert worden, macht sich dies als „lakig“ im Geschmack bemerkbar. Ein wurmstichiges Öl kann am besten mit faulig beschrieben werden. Hier wurden Oliven verarbeitet, die schon angefault oder von der Olivenfliege befallen waren. Zwei der von Stiftung Warentest getesteten Öle wiesen diesen Geschmack auf. Gute Olivenöle hingegen schmecken immer fruchtig und besitzen eine gewisse Schärfe.
Woran Sie gutes Olivenöl erkennen

Gutes Olivenöl schmeckt pur oftmals fruchtig mit einer bitteren bis scharfen Note.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie deshalb das Olivenöl vor dem Kauf immer probieren. Weist es eine der oben genannten Eigenschaften auf, sollten Sie von einem Kauf absehen. Ärgerlich ist es, wenn man das Öl gekauft hat und dann bemerkt, dass es nicht schmeckt. Probieren Sie in diesem Fall, das Öl umzutauschen. Viele Supermärkte nehmen ihre Produkte zurück.
Geschmacklich nicht zu erkennen und deswegen noch bedenklicher, ist eine Belastung durch Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOAH). Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, und haben in Olivenölen eigentlich nichts zu suchen. Im Test wiesen fünf Öle eine Belastung von MOAH auf, vier davon sogar in hoher Konzentration. Die Ursachen der Belastung können vielfältig sein. Abgase, technische Öle oder auch Paraffinöl. Letzteres ist als Pflanzenschutzmittel in der EU erlaubt. Sogar im Ökolandbau! Auf der Webseite von Stiftung Warentest finden Sie den Test in voller Länge.

Trotzdem nicht auf Olivenöl verzichten

Allerdings waren nicht alle Olivenöle mangelhaft. Genügend Öle bestanden den Geschmackstest mit hervorragenden Noten, versagten am Ende aber an der Deklaration. So schnitten vier Olivenöle geschmacklich mit „sehr gut“ und neun mit der Note „gut“ ab, wiesen aber Fehler im Etikett auf oder ließen Angaben zur Lagerung vermissen. An diesen Fehlern merkt man eindeutig, dass ein einheitliches Gesetz zur Deklaration in der EU fehlt. Das sollte Sie allerdings nicht vom Kauf dieser zum Teil sehr guten Olivenöle abhalten.
Denn auch wenn die Prüfung von Stiftung Warentest einige beunruhigende Ergebnisse ins Licht gerückt hat, bleibt Olivenöl eine sehr gesunde Alternative zu anderen Speiseölen. Es enthält viele ungesättigte Fettsäuren und senkt damit den Cholesterinspiegel. Das ist gut fürs Herz. Übrigens ist der Mythos, dass man Olivenöl nicht zum Braten benutzen soll, nur bedingt wahr. Gerade extra natives Olivenöl enthält viele sehr stabile Verbindungen, welche auch höhere Temperaturen vertragen können. Allerdings büßen die meisten Öle etwas an Geschmack ein. Nutzen Sie deshalb ein besonders leckeres Olivenöl nur für den Salat. Gesundheitlich brauchen Sie sich beim Braten keine Gedanken zu machen. In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen gute Olivenöle vor.

Galerie: Woran Sie gutes Olivenöl erkennen

Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

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